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Erkelenz
Große Freude über neue Kirchenfenster

Erkelenz: Große Freude über neue Kirchenfenster
Schlicht, aber edel gestaltet sind die neuen Kirchenfenster in den Seitenschiffen der evangelischen Kirchengemeinde in Schwanenberg. FOTO: RENATE RESCH-RÜFFER
Erkelenz. Rund zwei Jahre wurde in drei Bauabschnitten gebaut: Die evangelische Kirche in Schwanenberg hat neue Fenster erhalten. Grund genug für die Gemeindeglieder, am Sonntag die Fertigstellung des großen Projektes zu feiern. Von Anke Backhaus

Der Auftrag hat die Nummer 168 bekommen. Erteilt am 31. Oktober 1895. "Gottfried Rahr in Erkelenz bestellt persönlich für die evangelische Kirche in Schwanenberg ein Fenster. Preis: 30 Mark", ist im alten Auftragsbuch zu lesen. Robin Banerjee, der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, staunte da nicht schlecht, als er diese Zeilen im Buch der Firma Oidtmann in Linnich gelesen hatte. Der Auftrag wurde ausgeführt. Unterdessen fehlen aber Informationen über die weiteren Fenster in der Kirche. Fakt ist nun: Nicht nur Banerjee freut sich auf Sonntag, sondern die Gemeinde, denn in einem Festgottesdienst feiert die evangelische Kirchengemeinde die Fertigstellung der Kirchenfenster im Seitenschiff.

"Die Erneuerung der Fenster war schon Thema, als ich 2003 nach Schwanenberg kam", erinnert sich Robin Banerjee. Rolf Weyermanns, der damalige Baukirchmeister und heutige Finanzkirchmeister, dreht die Zeit noch länger zurück: "Die Kirche hatte viele Kriegsschäden. 1952 wurde sie mit Gewölbe und Dach neu aufgebaut, die noch vorhandenen Fenster der Seitenschiffe erhielten eine einfache Industrieverglasung." Nur ein Fenster überstand den Krieg und blieb so im Original erhalten. Im Lauf der Jahre nagte jedoch der Zahn der Zeit an den Fenstern - die Rahmen rosteten mehr und mehr, die Scheiben hatten Risse. "Besonders im Winter zog es aus allen Ecken", unterstreicht Banerjee.

Nun musste gehandelt werden, auch deshalb, weil schon Spenden eingegangen waren, um die Fenster zu erneuern. "Bei einem der Spender war ich mal beim Geburtstag, da hatte er mir gesagt, dass wir mal anfangen sollen, denn er wolle die neuen Fenster noch erleben", hat der Pfarrer noch eine Anekdote bereit. Dabei blickt er auf die nun fertigen Fenster. Deren Entwurf ist tatsächlich der alte aus dem Jahr 1895. Zu sehen sind in den sieben neuen Fenstern der Seitenschiffe jeweils vier große Kerzen, bei den Farben dominieren Weiß, Blau und Gelb.

Insgesamt drei Bauabschnitte wurden angesetzt, die sich auf zwei Jahre verteilten. Banerjee: "In der Kirche wurden Staubschutzwände in die Bögen zu den Seitenschiffen eingebaut, so dass wir auch weiter die Gottesdienste feiern konnten." Erhalten geblieben sind die alten Rahmen, die bis zu 30 Zentimeter im Mauerwerk verankert sind. Sie wurden zunächst entfernt, vom Rost befreit und sandgestrahlt. Die Verglasung durch das Linnicher Unternehmen Oidtmann fand in der Kirche statt. Und weil die Schwanenberger gerade dabei waren, ihre Kirche zu sanieren, wurde auch gleich der Innenraum komplett frisch gestrichen durch den örtlichen Malermeister Bernd Friedrichs. Blieb noch die 42 Jahre alte Orgel: Auch sie erhielt noch eine Generalüberholung der Aachener Orgelbaufirma Stahlhut.

Die Gemeinde und der Förderverein blicken auf insgesamt 85 000 Euro, die investiert worden sind. Pfarrer Banerjee: "Positiv ist, dass wir nichts mehr abbezahlen müssen. Viele kleine und große Spenden der Menschen haben das möglich gemacht. Nicht zu vergessen den ehrenamtlichen Einsatz der Helfer während der Bauphase." Der Förderverein hatte zusammen mit der Kreissparkasse Heinsberg die 1+1-Spendenaktion initiiert: Für jeden gespendeten Euro gab die Sparkasse noch einmal den gleichen Betrag, als Maximum waren 3000 Euro vereinbart. Dieses Ziel wurde übrigens schnell erreicht.

Nun stehen Robin Banerjee, Rolf Weyermanns, Kurt Landmesser, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, und Gero Roessink, stellvertretender Baukirchmeister, in der Kirche und sind zufrieden. Roessink: "Die Gemeinde ist schon sehr angetan vom schönen Ergebnis."

Quelle: RP
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