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Erkelenz
Gute Erwartungen von der Fusion haben sich erfüllt

Erkelenz. Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Erkelenz öffnet die Tür für neues Geschäftsfeld im Immobilienbereich. Von Kurt Lehmkuhl

Die Raiffeisenbank Erkelenz erweitert ihr Geschäftsfeld um die Erstellung und Vermietung von Immobilien im Geschäftsgebiet. "Auch wir suchen im Zeichen der Niedrigzinsphase nach anderen Ertragsmöglichkeiten", sagte Vorstandsmitglied Ulrich Lowis zur Begründung. Die erforderliche Änderung der Satzung beschloss die Vertreterversammlung einstimmig. Außerdem stimmten die Vertreter in der Stadthalle einvernehmlich für eine Dividende von 4,5 Prozent für die rund 12.000 Genossenschaftsmitglieder.

Zuvor hatte Vorstandsmitglied Walter Steinbusch positive Ergebnisse bei weiter anhaltendem Niedrigzinsumfeld präsentiert. Nicht zuletzt die im Vorjahr abgewickelte Fusion mit der VR Bank-Rur-Wurm hat der Raiffeisenbank Erkelenz unterm Strich gute Zahlen verschafft. Das alltägliche Bankgeschäft bewege sich in einem Bereich mit vielen Stellschrauben. Der dauerhafte Niedrigzins mache sich ebenso bemerkbar wie die zunehmende Digitalisierung, der demografische Wandel und die immense, europaweit von den Regierungen aufgezwungene Regulation. Bei der Regulierungswut, die nicht unterscheide zwischen den gesunden, regional agierenden Genossenschaftsbanken und den ins Trudeln geratenen globalen Geschäftsbanken sprach Steinbusch von einem "vehementen Angriff auf die Rechtsform und das Geschäftsmodell der Volks- und Raiffeisenbanken in Europa."

Ein Weg, um weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu sein, seien Fusionen. Diesen Weg habe die Bank mit Hauptsitz in Lövenich 2016 beschritten. "Unsere Erwartungen, dass hier zwei ähnlich strukturierte Partner erfolgreich zusammenwachsen können und gemeinsam stärker sind als zuvor, haben sich erfüllt." Trotz aller Widrigkeiten sei das Geldinstitut nach wie vor in der Region eng verwurzelt und stehe mit 18 Filialen in kleineren Ortschaften für Kundennähe und solide Bankleistungen vor Ort.

Die Raiffeisenbank betreut mit 121 Mitarbeitern in ihrem Geschäftsbereich rund 27.000 Kunden. Sie verwaltet im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Bilanzsumme von 414 Millionen Euro, konnte 91.000 Euro für gemeinnützige Institutionen und Vereine spenden. Das Eigenkapital wurde wieder deutlich gestärkt und beträgt nun 39,6 Millionen Euro. Aus dem Bilanzgewinn von rund 710.000 Euro wird unter anderem die Dividende gezahlt.

Im Sinne einer Kostenminimierung würde die Bank ständig ihren Verwaltungsaufwand überprüfen, versicherte Steinbusch, der aber auch sagte: "Es sind kaum noch Einsparungen bei den Personalkosten möglich, wenn wir unser Filialsystem aufrechterhalten wollen." An diesem System soll aber nicht gerüttelt werden. Im Gegenteil: Es soll noch verbessert werden, wie das Beispiel Hottorf zeigt. Dort steht jetzt eine modernisierte Filiale mit persönlicher Kundenberatung zu Verfügung.

Einstimmig verliefen die Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrats unter dem Vorsitz von Angela Peschen. Ebenso wurden die Aufsichtsratsmitglieder Ulrike Weitz, Karl-Peter Bongartz, Karl-Alexander Schmitz und Paul Wolff wiedergewählt. Interessant wurde es noch einmal beim Gastvortrag von Jens Schattner von Union Investment, der zum Thema Fondsmanagement in einem zunehmend komplexen Kapitalmarktumfeld referierte.

Quelle: RP
 
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