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Erkelenz
Gutes erstes Halbjahr für Unternehmen

Erkelenz. Ihre Herbst-Konjunkturumfrage legte gestern die Industrie- und Handelskammer vor. Im Januar hatten 25 Prozent der Unternehmer aus dem Kreis Heinsberg künftig gute Geschäfte erwartet, eingetreten sind diese bisher bei 38 Prozent. Von Andreas Speen

Besser als erwartet ist für Industrie und Handel im Kreis Heinsberg das bisherige Jahr verlaufen. Das geht aus der gestern veröffentlichten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Aachen hervor. Hatten im Januar nur 29 Prozent der befragten Unternehmen von einer guten Wirtschaftslage berichtet, so sind es inzwischen 38 Prozent. Das ist auch noch mal ein Prozentpunkt mehr als im September des vergangenen Jahres. Eine aktuell eher schlechte Lage teilten im Kreis Heinsberg 14 Prozent der Unternehmen mit, ein relativ konstanter Wert in den zurückliegenden Befragungen.

Positiv an dem Wert, dass 38 Prozent der Unternehmen eine aktuell gute Geschäftslage verbuchen, ist auch, dass diese Entwicklung im Januar nur 25 Prozent erwartet hatten. Gut geht es derzeit vor allem dem Großhandel und der Industrie, teilte die IHK Aachen gestern mit. Eine weiterhin gute Entwicklung erwarten laut deren Zahlen vor allem der Dienstleistungssektor und wiederum die Industrie. Grundsätzlich gehen im Kreis Heinsberg derzeit 22 Prozent der befragten Unternehmen von weiter guten Geschäften aus, während 14 Prozent von negativen Geschäftserwartungen berichten. Diese Werte bilden auch den Durchschnittswert für den gesamten IHK-Bezirk, zu dem neben Aachen und der Städteregion auch die Kreise Heinsberg, Euskirchen und Düren gehören.

Die konjunkturelle Situation in der Gesamtregion bezeichnete die IHK Aachen gestern als "derzeit gut" und in der Prognose als ebenfalls konstant gut. Eine starke Verbesserung der Geschäfte erwarten die Betriebe somit nicht. Nur ein Fünftel aller Unternehmen rechnet mit einer besseren Entwicklung, ein Siebtel geht hingegen von einer rückläufigen Nachfrage aus. Dies liege auch an geringeren Exportaussichten aufgrund der Wirtschaftskrise in China, hieß es aus Aachen.

Gute sei die stabile Situation, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer gestern, um mitzuhelfen, den anhaltenden Flüchtlingszustrom zu meistern: "Die stabile wirtschaftliche Lage, in der sich Deutschland befindet, ist eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Integration der Flüchtlinge gelingen kann." Zum einen bestehe mittel- bis langfristig Bedarf an Arbeitskräften, der sich durch den demografischen Wandel verstärken werde, zum anderen verbuche der Staat aktuell stabile Steuereinnahmen, durch die auch Integrationsmaßnahmen finanziert werden könnten. Es bedürfe jedoch weiterer Anstrengungen und eindeutiger Regelungen.

Sicher sei aber auch, dass "die Flüchtlinge die Fachkräftelücke in Deutschland nicht schließen können", sagte Bayer. "Über Praktika und Einstiegsqualifizierungen können aber vor allem junge, motivierte Flüchtlinge an eine berufliche Ausbildung herangeführt werden und sich auf diesem Weg in unsere Gesellschaft integrieren." Unternehmen, die Flüchtlingen eine Chance bieten und entsprechende Plätze zur Verfügung stellen, könnten wiederum ihren Mitarbeiterbedarf leichter decken. Teilgenommen haben an der gestern in Aachen vorgestellten IHK-Konjunkturumfrage 282 Unternehmen mit insgesamt fast 30 000 Beschäftigten beteiligt.

Quelle: RP
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