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Erkelenz
Heinzelmännchen: Nachfrage hat sich verdoppelt

Erkelenz: Heinzelmännchen: Nachfrage hat sich verdoppelt
FOTO: Hahn
Erkelenz. Immer mehr Menschen nutzen den Alltagsservice der Senioren Initiative Erkelenz. Weitere Ehrenamtliche gesucht. Von Angelika Hahn

Viele Ältere, die noch in den eigenen vier Wänden selbstständig leben, kennen die Problematik: Der Alltag klappt leidlich, aber für so manchen Handgriff wäre Unterstützung nötig. Die kaputte Birne an der Deckenlampe etwa müsste ausgewechselt werden, aber die Beine lassen die Kletterpartie auf der Haushaltsleiter nicht mehr zu. Auch Assistenz beim Einkauf im Supermarkt und Tascheschleppen wäre ein Traum. Der kann leicht wahr werden durch den "Heinzelmännchen"-Service der Senioren Initiative Erkelenz (S.I.E.), der mittlerweile seit 13 Jahren besteht. Und sich größerer Nachfrage denn je erfreut, wie Rainer Kleinjohann betont, der mit Monika Lingnau und Helmut Schoenmackers die Einsätze der aktuell rund 20 Heinzelmännchen-Aktiven koordiniert. Der 63-Jährige, in Daun /Eifel aufgewachsen und seit 2001 in Lövenich lebend, ist, seit er vor zwei Jahren als Kundendienstleiter eines großen Konzerns in Ruhestand ging, aktiv im Ehrenamt. "Mich freut es, Menschen zu helfen und mit anzupacken, wo Not am Mann ist", sagt er.

Und da haben die Koordinatoren gut zu tun. Der Kleinstreparaturservice, wie sich die Heinzelmännchen anfangs nannten, hat längst sein Hilfespektrum erweitert: Neben vielfältigen Handgriffen im Haushalt werde die Begleitung zu Ärzten und Einkäufen besonders viel nachgefragt, sagt Kleinjohann. Hilfe bei Behördenangelegenheiten sei ebenfalls gefragt. Ein neues, wachsendes Einsatzfeld in der digitalen Gesellschaft stellen Hilfen beim Umgang mit dem PC dar, den immer mehr Senioren als wichtig für ihren Alltag entdecken. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule unterstützt die S.I.E. denn auch die Senioren-Computerkurse, die Anfang April in Erkelenz und Wegberg wieder beginnen. "Einen Babysitterdienst können wir zwar nicht zur Verfügung stellen, aber in Notfällen etwa die Begleitung von Kindern zum Kindergarten", sagt Kleinjohann. Nicht nur Ältere sind "Kunden" der Heinzelmännchen, auch jüngere Menschen mit Behinderungen werden unterstützt.

Nach wie vor gilt, dass die Heinzelmännchen keinen qualifizierten (Handwerks-)Firmen die Arbeit wegnehmen wollen. Größere Reparaturen, Hilfe bei Umzügen oder die Renovierung kompletter Wohnungen sind tabu. Auch Pflegedienste kann und will "Heinzelmännchen" nicht ersetzen. "Gern stellen wir aber die Verbindung zu Hilfseinrichtungen und karitativen Organisationen her", sagt er. Eng sei auch die Zusammenarbeit mit der "Trägerunabhängigen Beratungs- und Vermittlungsstelle für Senioren, Pflegebedürftige und Angehörige" beim Kreis Heinsberg.

Rund 150 Hilfeleistungen haben die Aktiven der Heinzelmännchen 2015 ausgeführt, doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Und Kleinjohann glaubt nach dem aktuellen Trend nicht daran, dass die Nachfrage nachlässt. "Deshalb suchen wir weiter aktive Senioren, Frauen und Männer, aber auch Jüngere, die bei uns mitmachen." Die Ehrenamtlichen bekommen die Fahrtkosten erstattet und sind über die Heinzelmännchen versichert. Ein Honorar für die Dienstleistungen wird nicht verlangt. "Aber natürlich freuen wir uns über eine Spende für unseren Verein", sagt Kleinjohann. Der kürzlich neu aufgelegte Flyer, der in öffentlichen Einrichtungen, bei Ärzten und in Apotheken ausliegt, listet alle Serviceangebote der Heinzelmännchen auf.

Kontakt: Sprechstunden des Heinzelmännchen-Service sind dienstags und donnerstags, 10 bis 11.30 Uhr, im S.I.E.- Zimmer im Gebäude der Stadtbücherei Erkelenz, Gasthausstraße 7; Telefon 02431 9748060 (mit Anrufbeantworter).

Quelle: RP
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