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Erkelenz
Historische Projekte des Heimatvereins

Erkelenz. Bei der Jahresversammlung des Heimatvereins der Erkelenzer Lande erfolgte ein Rückblick auf die bisherige Arbeit, und künftige Projekte, wie die neue Ausarbeitung der Baux-Chronik durch Professor Kümper, wurden vorgestellt. Von Katrin Schelter

Die Arbeit ist für den Heimatverein der Erkelenzer Lande erfolgreich gelaufen, wenn dessen Angebote von den Mitgliedern und von den Bürgern angenommen werden, sagte Günther Merkens, Vorsitzender des Vereins, bei der Jahresversammlung am Samstag. Und erfolgreich seien die Projekte und Aktionen im vergangenen Jahr definitiv gewesen. Merkens verwies in der Sitzung im Alten Rathaus auf die zahlreichen Leistungen des Vereins, darunter beispielsweise die Sanierung der Tafel für die Gefallenen des Grenzlandes am Lambertiturm, die Ausstellung "HeimatZeit" sowie die Fertigstellung mehrerer Handzettel zu Fahrradrouten im Erkelenzer Land. Er lobte die engagierte Arbeit der Mitglieder in den Arbeitskreisen und freute sich auch über die stetig steigende Mitgliederzahl - zurzeit zählt der Heimatverein der Erkelenzer Lande 1321 Mitglieder.

Doch die Heimatfreunde ruhen sich nach der erfolgreichen Arbeit keineswegs auf solchen Lorbeeren aus - ganz im Gegenteil, sie haben schon drei neue arbeitskreisübergreifende Großprojekte in Angriff genommen. Diese wurden nach den einzelnen Berichten der Arbeitskreisleiter detailliert vorgestellt und umfassen das "Virtuelle Museum der verlorenen Heimat", welches im Internet einen Rundgang durch die dem Braunkohlentagebau zum Opfer gefallen Dörfer bieten soll, sowie die Arbeit an der "Illustrierten Stadtgeschichte". Das für Geschichtsliebhaber interessanteste Projekt ist sicherlich die Ausarbeitung der Baux-Chronik, deren Herausgabe der Heimatverein übernommen hat. Mathias Baux bekleidete im 16. Jahrhundert einige wichtige Ämter in der Stadt Erkelenz und nutzte seinen privilegierten Zugriff auf das städtische Aktenmaterial, um eine umfangreiche Stadtchronik zu verfassen, die einzige aus dieser Zeit. "Die Chronik ist ein Schatz im Stadtarchiv, der unbedingt gehoben werden muss", sagte Merkens begeistert und übergab das Wort an Professor Dr. Hiram Kümper von der Universität Mannheim.

Kümper beschäftigt sich schon seit zwei Jahren mit der Baux-Chronik und teilte sein Wissen in einem Vortrag mit den anwesenden Mitgliedern. Baux, der erstmals 1545 in der städtischen Überlieferung als "secretarius" Erwähnung findet und später auch Bürgermeister der Stadt wurde, verfasste neben der Erkelenzer Stadtchronik auch ein "Rechtsbuch" mit Aufzeichnungen von städtischen Gewohnheiten, Statuten und Besitztiteln sowie eine geldrische Landeschronik. Es existiere zwar bereits ein älterer Druck der Stadtchronik von 1858, allerdings sei dieser ein unvollständiger Teildruck, der voller Fehler sei und zudem in vielen Textabschnitten zwischen Niederdeutsch und Latein wechsle, sagte Kümper und erklärte im Folgenden: "Es fehlt Erschließungsarbeit. Wir brauchen eine Übersetzung, die Daten müssen mit Parallelüberlieferungen abgeglichen und die Fachbegriffe müssen kommentiert werden." Zusammen mit der Stadt Erkelenz und der Universität Mannheim will der Heimatverein die Arbeit von Professor Dr. Kümper unterstützen und unter anderem mit Spenden die berechneten Kosten von etwa 50.000 Euro decken.

Die Fertigstellung der neu herausgegebenen Stadtchronik ist für die Festveranstaltungen des Heimatvereins zur 1050-jährigen ersten urkundlichen Erwähnung von Erkelenz im nächsten Jahr geplant.

Quelle: RP
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