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Serie Unternehmer Der Region
Höchste Ansprüche an Sicherheit

Serie Unternehmer Der Region: Höchste Ansprüche an Sicherheit
Sascha Puppel mit Ehefrau Natalja im neuen Büro, das das Unternehmen in Gerderath eingerichtet hat. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Sascha Puppel ist Inhaber eines Sachverständigen- und Planungsbüros, das Projekte betreut, "die der höchsten Sicherheitsstufe unterliegen" oder "die es offiziell gar nicht gibt". Von Kurt Lehmkuhl

Erkelenz Sascha Puppel erzählt nicht oft aus seinem beruflichen Alltag. Kein Wunder, der 43-jährige Unternehmer aus Gerderath ist in einem sehr diffizilen Sektor tätig: Er beschäftigt sich schon seit fast zehn Jahren mit elektronischer Sicherheitstechnik. Darunter befinden sich Projekte, "die der höchsten Sicherheitsstufe unterliegen", ebenso wie Projekte, "die es offiziell gar nicht gibt", bekennt der Inhaber eines Sachverständigen- und Planungsbüros. Kürzlich hat er neue Räumlichkeiten am Stammsitz des Unternehmens in Gerderath eröffnet, wo es 2009 gegründet wurde.

Seit 2012 ist Puppel auch mit einem Büro in Berlin vertreten. Anlass war die an ihn übertragene Aufgabe, die Sicherheitstechnik am im Bau befindlichen Hauptstadtflughafen BER zu überprüfen. "Das sollte ein Auftrag mit einem Arbeitsaufwand von drei Monaten sein", erinnert sich der staatlich geprüfte Techniker. Inzwischen ist nicht absehbar, wann tatsächlich Puppel den Prüfstempel unter die Unterlagen setzen kann.

Seit 2009 ist der Familienvater öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger und in seinem Teilgebiet Sicherheitstechnik einer von bundesweit drei Sachverständigen mit der entsprechenden Qualifikation. Doch auch international hat sich die Qualität des Unternehmers aus Gerderath im Bereich der elektronischen Sicherungssysteme herumgesprochen. So ist er als zertifizierter Fachplaner für Einbruch- und Brandmeldeanlagen, Videoüberwachungsanlagen, Zutrittskontrollanlagen und Freigeländeüberwachungsanlagen auch mit einem internationalen Befähigungsnachweis ausgestattet.

"In den letzten acht Jahren hat sich allerhand getan", sagt Puppel rückblickend. Er denkt dabei nicht nur an die Ganoven, die immer professioneller zu Werke gehen, um Sicherheitstechnik auszuschalten. "Da haben sich ganz neue Täterkreise aufgetan, die mit Hightech ausgestattet sind." Die mit aufgesprühtem Klarlack außer Gefecht gesetzten Aktivierungs- und Bewegungsmelder gehören da schon zum alten Eisen. Aber auch die Sicherheitstechnik wird immer raffinierter.

Puppel spielt international in der höchsten Liga mit, wenn es darum geht, die Sicherheit in Häusern, Baukomplexen oder Sicherheitstrakten zu optimieren. Beispiele seiner Arbeit lassen sich in den neuen Geschäftsräumen besichtigen. Dort hat er für Kunden und Interessenten die Errichtung eines Hochsicherheitsbereichs für besonders sensible Unterlagen und Asservate als Demonstrationsobjekt aufgebaut und ein zertifiziertes kriminaltechnisches Labor eingerichtet, das der technischen Überprüfung von Tat und Schadenshergängen dient. "In erster Linie geht es dabei darum, Versicherungsbetrug festzustellen" sagt Puppel, der eben nicht nur international als Planer, Berater und Sachverständiger ist, sondern auch als Begutachter immer wieder herangezogen wird.

Das gilt auch für Fälle, die eigentlich nach Ansicht einer Versicherungsgesellschaft offensichtlich sind; wie etwa der, in dem eine Gewerbehalle bis auf die Grundmauern niederbrannte und eine Versicherungssumme von vier Millionen Euro fällig wurde. Der Versicherte hatte hoch und heilig versprochen, beim Ausbrechen des zerstörerischen Feuers seien sämtliche Alarm- und Sicherungsanlagen aktiviert gewesen. Da auch diese Anlagen restlos vernichtet waren, schien der Versicherungsfall eingetreten. Doch da trat Puppel auf den Plan. Aus dem Brandschutt konnte der Erkelenzer Unternehmer den sogenannten Ereignisspeicher in Form eines Chips sicherstellen und auf eigenen Anlagen reaktivieren. Dabei stellte sich heraus, dass die Anlagen kurz vor dem Ausbruch des Feuers abgeschaltet worden waren, so war es auf dem Speicher abzulesen. Später gab der Versicherte zu, den Versicherungsbetrug begangen zu haben.

Aber das ist nur eine Geschichte von vielen, die Sascha Puppel erzählen könnte. Er tut es nicht, eben weil er in vielen Projekten tätig ist, die es offiziell gar nicht gibt.

Quelle: RP
 
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