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Erkelenz
Hoffnung für das Pfadfinderwesen

Erkelenz: Hoffnung für das Pfadfinderwesen
In Borschemich (neu) feierten die Pfadfinder Erkelenz die Wiederbelebung des Stammes nach 50 Jahren. FOTO: JÖRG KNAPPE
Erkelenz. In einem Lager im Bergischen Land wurde im Juni - nach 50 Jahren - aus vier Pfadfinderstufen an St. Lambertus ein neuer Erkelenzer Pfadfinderstamm gegründet. Das wurde in Borschemich (neu) gefeiert. Derzeit rund 70 Mitglieder. Von Natalie Urbig

Von der Siedlung zum Stamm: Feierlich war der Moment, als der Bezirksvorsitzende Hans-Josef Rosen die Pfadfinder Erkelenz zum Stamm erhob und die Urkunde überreichte. Mit einem Gottesdienst unter der Leitung von Cesare Ragazzi und anschließendem Zusammensein bei Kuchen, Würstchen, Marshmallows und Stockbrot feierten die Pfadfinder Erkelenz diesen Schritt. Als neugegründeter Stamm wirken sie nun eigenständig im Verband Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG).

Damit beleben sie in Erkelenz eine Tradition, die vor gut fünfzig Jahren ein Ende fand: 1946 gründeten sich die ersten Georgspfadfinder in Erkelenz, die bis in die späten 50er Jahre aktiv waren. In der Mehrzweckhalle Borschemich (neu) erinnerten beim Gründungsfest Bilder an die Ursprünge: "Wenn man sie sich ansieht, stellt man fest, dass Pfadfinden damals gar nicht so anders war als heute", sagt Stammesvorsitzender Stephan Tobies. "Nach wie vor zählen Werte wie eine starke Gemeinschaft und das Abenteuer in der Natur." Die Verbundenheit zu den ehemaligen Erkelenzer Pfadfindern wird während der Feier deutlich: Hans-Josef Rosen überreicht ein Banner mit einer Kreuzlilie, das bereits vor 50 Jahren von den Erkelenzer Pfadfindern getragen wurde. Michael Kock, Gemeindereferent und Kurat der Pfadfinderinnenschaft PSG Immerath, hat dem neuen Stamm ebenfalls ein Fundstück mitgebracht, das an die Erkelenzer Pfadfinderwurzeln erinnert - ein originaler Wölflings-Wimpel. Auch einige der ehemaligen Erkelenzer Pfadfinder sind zur Gründungsfeier des neuen Stammes gekommen.

Thomas Schlüter, Diözesankurat aus Aachen, gratulierte zur Neugründung: In einer Zeit, in der immer mehr Stämme geschlossen werden, sei die Neugründung ein Hoffnungszeichen für das Pfadfinderwesen. Tatsächlich haben die Pfadfinder Erkelenz, seit sie vor vier Jahren ihre aktive Arbeit aufgenommen haben, einen stetigen Zuwachs und zählen momentan rund 70 Mitglieder. "Die Initalzündung gab damals Heinz Musch", sagte Tobies in seiner Dankesrede. "Ohne ihn wären wir heute nicht hier."

Auch Vertreter anderer Pfadfinderstämme aus der Umgebung überbrachten ihre Glückwünsche: Symbolisch hat der Stamm St. Nikolaus Gangelt seine guten Wünsche in einem Rucksack mitgebracht. Als Zeichen der Freundschaft überreichten die Mitglieder außerdem ihr Stammesabzeichen.

Stephan Tobies freut sich, dass der Stamm so gut in die Gemeinschaft aufgenommen worden ist. Denn: "Ein Stamm steht nicht für sich alleine, sondern ist eingebunden in den Verband." Was Pfadfinden in der heutigen Zeit ausmacht, sei nach Tobies zum einen der erlebnispädagogische Teil. "Entscheidend ist aber, dass bei uns jeder wichtig ist", sagt der Vorsitzende. "Es zählt nicht die Leistung eines Einzelnen, sondern die Gemeinschaft."

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