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Erkelenz
"Hokuspokus" im Cusanus-Theater

Erkelenz: "Hokuspokus" im Cusanus-Theater
Die Proben zum neuen Cusanus-Theaterstück laufen auf Hochtouren. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Die Oberstufenschüler aus dem Literaturkursus des Cusanus-Gymnasiums proben derzeit die Kriminalkomödie "Hokuspokus". Morgen findet die Premiere statt. Von Daniela Giess

Mit großen Schritten nähert er sich dem Zeugenstand, fuchtelt dabei wild mit den Armen herum. Ob der mysteriöse Strafverteidiger Peer Bille (gespielt von Christopher Depta) die wichtige Zeugin Eulalia Kiebutz (Larissa Metz) wohl einschüchtern oder gar als unglaubwürdig darstellen will?

Die Rolle des undurchsichtig erscheinenden Rechtsanwalts ist dem 18-Jährigen wie auf den Leib geschneidert. Denn der theaterbegeisterte Gymnasiast liebäugelt tatsächlich mit einem Jura-Studium, wenn er das Abi in der Tasche hat. "Peer Bille trägt ein Geheimnis mit sich herum", verrät er über die Rolle des merkwürdigen Juristen, der sich sogar frech herausnimmt, das Gericht zu veralbern.

Im Atrium des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums laufen zurzeit die Theaterproben auf Hochtouren. Die Oberstufenschüler aus dem Literaturkursus der Schule bringen unter der Regie ihrer Deutschlehrer Verena Meinecke und Boris Mischnik Curt Goetz' erfolgreiche Kriminalkomödie "Hokuspokus" aus dem Jahr 1927 auf die Bühne. Schon seit November wird regelmäßig geprobt, zunächst einmal pro Woche. In der "heißen Phase", so Deutschlehrer und Regisseur Boris Mischnik, wurden auch die Samstage drangehängt.

Rund 50 junge Mitwirkende auf der Bühne sowie hinter den Kulissen folgen den Regieanweisungen ihrer beiden Lehrer. Sie erzählen eine ungewöhnliche Geschichte. Es ist die Geschichte der schmächtigen Agda Kjerulf (Merle Kuhlen, Farah Steinke), die sich vor Gericht verantworten muss. Der Vorwurf wiegt schwer: Sie soll ihren Ehemann, den erfolglosen Maler Hilmar, bei einer romantischen Bootsfahrt ermordet haben.

Oder war der Mörder ihr heimlicher Geliebter, von dem niemand etwas wissen durfte? Leidet die Angeklagte an Gedächtnisverwirrungen? Oder warum kann sie sich an nichts mehr erinnern?

Als der Anwalt der elegant wirkenden Agda Kjerulf das Mandat niederlegt, springt der umtriebige Peer Bille ein. Für die Maler-Witwe steht einiges auf dem Spiel - bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihr die Todesstrafe. Peer Bille wird schließlich als heimlicher Geliebter der Angeklagten entlarvt und gesteht den Mord.

"Die Gerichtsverhandlungen sind öffentlich und dauern 120 Minuten" - so laden die Gymnasiasten aus der Erka-Stadt zu ihren drei Aufführungen von "Hokuspokus" ein. Die Premiere der facettenreichen Inszenierung, 1953 verfilmt, findet am morgigen Donnerstag statt. Weitere Aufführungen gibt es am Freitag, 12. Mai, sowie am Samstag, 13. Mai, im Atrium des Cusanus-Gymnasiums.

Fünf Stücke standen anfangs zur Auswahl. "Jeder Schüler hatte zwei Stimmen", berichtet der Deutschlehrer und Regisseur Boris Mischnik. Einig waren sich die theaterbegeisterten Cusaner sofort: "Etwas Komödiantisches sollte es auf jeden Fall sein." Viele größere Rollen in dem Stück sind doppelt besetzt. Die Erstbesetzung kommt bei der Premiere und auch am Samstag zum Einsatz, die zweite Besetzung spielt am Freitag.

Aaron Prott mimt wie Christopher Depta den mysteriösen Strafverteidiger Peer Bille, in die Rolle des Gerichtspräsidenten Arden schlüpft Kilian Keller. Nadia Aglan spielt die Staatsanwältin Wulkens.

Quelle: RP
 
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