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Erkelenz
Holzweiler bekommt Entlastungsstraße

Erkelenz. Straßen, Kanal, Versorgungsleitungen werden in den nächsten acht bis zehn Jahren in Erkelenz-Holzweiler erneuert. Der einst für den Tagebauabriss vorgesehene Ort soll ans Erdgasnetz kommen und eine neue Osttangente bekommen. Von Kurt Lehmkuhl

Holzweiler wird ab 2019 für Jahre zur "Großbaustelle", wie der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, bei einer Dorfversammlung im Saal Boss in Holzweiler sagte. Ursächlich dafür ist gleich in zweierlei Hinsicht der Tagebau Garzweiler II: Nachdem es wie in Stein gemeißelt schien, dass der Ort der Braunkohle weichen muss, haben weder die Versorgungsträger noch die Stadt die Infrastruktur weiterentwickelt oder erneuert. Warum sollten sie auch in einem dahinsiechenden Ort investieren? Da nun feststeht, dass Holzweiler erhalten bleibt, gilt es nicht nur, den Sanierungsstau abzuarbeiten, sondern auch, den Ort zukunftsfähig zu machen. Straßen, Kanal, Versorgungsleitungen, es gibt nichts, was nicht angepackt werden muss. Hinzu kommt, dass der Versorger NEW Holzweiler an das Erdgasnetz anschließen will. Acht bis zehn Jahre werde es wohl dauern, bis alle Baumaßnahmen abgewickelt sind. Die Bürger müssten sich daher auf viele ständig wechselnde Verkehrsführungen und Änderungen gefasst machen. Um die Situation etwas zu entkrampfen, soll kurzfristig eine neue Straße den Verkehr in Holzweiler entlasten. "RWE hat sich verpflichtet, den Bau der sogenannten Osttangente, die künftig zwischen dem Tagebau und dem Ort verläuft, vorzuziehen", erklärte Lurweg. Der Bau dieser neuen Straße soll schon 2019 beginnen.

Der eigentliche Anlass dieser Dorfversammlung rückte damit in den Hintergrund: eine Projektwerkstatt im Rahmen des Dorfinnenerneuerungskonzeptes, das Professor Rolf Westerheide von der RWTH Aachen und Uli Wildschütz vom Büro Raumplan in Aachen gemeinsam mit der Bevölkerung entwickeln. "Das Besondere daran ist, dass wir es mit einem Ort zu tun haben, der ursprünglich keine Zukunft haben sollte", sagte Westerheide in Anspielung auf den Tagebau Garzweiler II. Froh darüber, dass viele Bürger zu der Versammlung gekommen waren, erläuterte er die Konzeptentwicklung, die sich in einem Zwischenstadium befinde. Bei einer ersten Versammlung wurden Ideen für Handlungsfelder entwickelt, die in einzelne Projekte aufgeteilt wurden. Bei der jetzigen Versammlung sollten die Bürger ihre Ideen zu den einzelnen Untergruppen einbringen. Diese Anregungen werden gebündelt und in die weitere Planung eingearbeitet.

Im Herbst soll der Plan für das "DIEK" abgekürzte Konzept vorgestellt werden. Darin werden die Nutzung des öffentlichen Raums ebenso wie die Landschaftsgestaltung, die Freizeitmöglichkeiten oder die Tagebaueinflüsse thematisiert, und es werden Zukunftsvisionen entwickelt. "Alles in enger Zusammenarbeit mit den Bürger", wie mehrmals versichert wurde. Die Planungsphase soll bis 2025 dauern, ab 2045 soll die Nachfolgenutzung des Lochs nach dem Abrücken der Bagger in den Mittelpunkt rücken. Bei aller Theorie blieb bei den Zuhörern eines haften: Die Planer gehen von einem Abstand von 400 Metern zum Tagebau aus und einem Grüngürtel, der Holzweiler vor den Baggern abschotten soll.

Doch bis dahin sind schon zahlreiche Bagger im Ort selbst im Einsatz gewesen, um die "Großbaustelle Holzweiler" abzuwickeln.

Quelle: RP
 
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