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Erkelenz
Immerather im neuen Ort angekommen

Erkelenz: Immerather im neuen Ort angekommen
Der Seckschürger ist eine von drei Skulpturen, die der Berverather Künstler Michael Franke aus Bronze geschaffen hat. Auch der Dom und die Mühle erinnern an den verlassenen Ort. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Großes Fest zum Abschluss der Umsiedlung von Immerath, Pesch und Lützerath. Bronzeskulpturen erinnern an Dom, Mühle und Seckschürger. Gisela Berger an die Bewohner gerichtet: "Ihr seid die wahren Helden der Umsiedlung." Von Kurt Lehmkuhl

Aus der Zeit von 8000 bis 5000 vor Christus stammt der erste Fund, der auf menschliches Leben im Bereich Immerath hinweist. Weite Funde in der Folgezeit lassen erkennen, dass es dort 2000 vor Chritus schon eine Ansiedlung von Menschen gegeben haben muss. Mit diesem Wissen beginnt die Chronik, die Dr. Peter Staatz unter dem Titel "Geschichte im Schatten von St. Lambertus" verfasst hat. Seine Chronik endet mit dem Tag, an dem die Umsiedlung und damit das Sterben des Ortes begann. Offizieller Startschuss war der 1. Juli 2006. Vorgestellt hat Staatz seine Dorfchronik am 29. April, dem offiziellen Ende der Umsiedlung, die im neuen Immerath mit einem großen Umsiedlungsabschlussfest begangen wurde. In Immerath, aber auch in Pesch und Lützerath haben nun endgültig die Bagger das Sagen, die keine Rücksicht auf Heimat, auf archäologische Funde, die noch stehenden Gebäude oder die Menschen nehmen müssen. Noch ragen im alten verlassenen Dorf zwei Wahrzeichen in die Luft, der Immerather Dom und die Immerather Mühle. Vom dritten Markenzeichen des Ortes, dem Krankenhaus, redet längst niemand mehr. Dafür war im neuen Immerath neben Kückhoven ebenso kein Platz wie für die zwei verbliebenen.

Der Dom soll, so war beim Abschlussfest mehrfach zu hören, im August zu Fall gebracht werden. Ob Abrissbirne oder Sprengung, wird noch diskutiert. Auch die Mühle, die sich im Eigentum der Stadt Erkelenz befindet, wird als Symbol für Windenergie auf der Strecke bleiben.

Auf dem neuen Immerather Markt finden Besucher zahlreiche interessante Informationen und Bilder aus dem alten Dorf. FOTO: Laaser Jürgen

Ans alte Immerath erinnert das neue Dorf auf einer rund 200 Quadratmeter großen Fläche am Markt gegenüber von Kaisersaal und Kapelle. Drei Skulpturen, die der Berverather Künstler Michael Franke von 2015 bis 2016 aus Bronze geschaffen hat, stellen symbolisch den Charakter des gestorbenen Dorfes dar: den Dom, die Mühle und den Seckschürger. Besonders die Darstellung des Doms beeindruckte die Besucher des Abschlussfestes. Bis ins kleinste Detail hat Franke ihn dem Original nachempfunden. "Das war viel Arbeit", sagt er. Er hat Zeichnungen angefertigt, ein Modell aus Wachs im Maßstab 1:100 gestaltet, daran gefeilt und getüftelt, schließlich die Bronzeskulptur gegossen. Der detailgetreu wiedergegebene Dom findet bei der Feier ebenso große Anerkennung wie die beiden anderen Skulpturen.

Aufschlussreich auch der Ständebaum, den Bürgerbeirat und Dorfausschuss haben errichten lassen. In drei Schaukästen wird die Geschichte vom alten Immerath und die von Pesch und Lützerath ebenso wiedergegeben wie über das Dorfleben berichtet, in dem drei Vereine herausragen: Die St.-Sebastianus-Schützen, der SV Immerath und die KG Seckschürger. Die drei ortsprägenden Vereine hatten mit Unterstützung das dreitägige Umsiedlungsabschlussfest in die Hand genommen und demonstrierten, dass die Menschen im neuen Ort angekommen sind, der ihre neue Heimat werden soll.

Bürgermeister Peter Jansen und Dr. Hans Heiner Gotzen bewundern Details der Bronze-Plastik der alten Immerather Kirche - vor dem neuen Gotteshaus. FOTO: Laaser Jürgen
Quelle: RP
 
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