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Erkelenz
Jahrzehnt voller Straßenbauprojekte

Erkelenz: Jahrzehnt voller Straßenbauprojekte
FOTO: Speen
Erkelenz. Für den Tagebau Garzweiler fallen Straßen weg. Ersetzt werden sie mit Grubenrandstraßen, hinzu sollen Umgehungen kommen. Von Andreas Speen

Jahre großer Veränderungen stehen der Verkehrsinfrastruktur rund um den Tagebau Garzweiler ins Land. Bis weit in die 2020er Jahre hinein werden Straßen für den Braunkohlenabbau weggenommen und neue gebaut. Erkelenz wird das in den kommenden Jahren besonders zu spüren bekommen, macht eine Vorhabenliste deutlich, die der Energiekonzern RWE Power bei einem Jahrespressegespräch für das Rheinische Revier mit ersten Details versah.

Von größter Bedeutung für den gesamten Wirtschaftsraum sind die Autobahnen. "Im Sommer 2018 werden wir das rund zehn Kilometer lange neue Teilstück der A 44 zwischen den Kreuzen Jackerath und Holz eröffnen", nennt Vorstandsvorsitzender Matthias Hartung einen Zeitraum für die Fertigstellung des derzeit größten Straßenbauprojektes am Tagebau Garzweiler. Der Landesbetrieb Straßen NRW, der das Vorhaben realisiert, wolle das Teilstück zeitversetzt in Betrieb nehmen, ergänzt Braunkohlenvorstand Dr. Lars Kulik: "Zunächst in Fahrtrichtung Holz, danach in die Gegenrichtung." Erst anschließend wird sich RWE der A 61 zuwenden, die zwischen den Kreuzen Jackerath und Wanlo für den nach Westen wandernden Tagebau aufgegeben werden muss. Kulik kündigt an, dass sich der zunächst für 2017 und dann für Mitte 2018 angekündigte Straßenrückbau noch etwas weiter verzögert: "Wir rechnen jetzt mit Ende 2018."

Noch im Herbst dieses Jahres soll der zwischen Holzweiler und Jackerath nach Süden verlegte Abschnitt der Landstraße 19 eröffnet werden. Der Rückbau der alten Trasse ist auf Seiten von RWE Power für 2018/19 geplant. Dass mit der Stadt Erkelenz momentan Gespräche darüber geführt werden, von der Landstraße 19 bei Holzweiler einen östlichen Zubringer in den Ort hinein zu bauen, ergänzt Kulik auf Nachfrage unserer Redaktion. Sein Unternehmen könne sich eine Osttangente als Teilumgehungsstraße vorstellen, sagt Lars Kulik: "Damit könnte der von einer in Holzweiler ansässigen Spedition ausgehende Lkw-Verkehr aus dem Ort herausgehalten werden."

Bald in Bau gehen soll der erste Abschnitt der Grubenrandstraße zwischen Mönchengladbach-Wanlo und Erkelenz-Kückhoven, die wegfallende Straßen innerhalb des künftigen Braunkohleabbaufeldes auf Erkelenzer Stadtgebiet ersetzen soll (L 12, 277 und 354). In etwa drei Jahren soll das erste Teilstück zwischen Wanlo und Erkelenz-Kaulhausen in Betrieb genommen werden, und bis Mitte des nächsten Jahrzehnts soll anschließend der Weiterbau der Grubenrandstraße bis zur L 19 bei Kückhoven erfolgen, blickt Kulik nach vorne. "Für den ersten Abschnitt erwarten wir noch dieses Jahr den Planfeststellungsbeschluss, für den zweiten Abschnitt beginnen jetzt die Planungen", sagt RWE-Braunkohlenvorstand Kulik und weist damit verbunden auf einen Wunsch der Einwohner in Kaulhausen hin. Die fordern wie berichtet ein zusätzliches kleines Stück Umgehungsstraße zwischen der Kreisstraße 30/Landstraße 354 (Foto) und der künftigen Grubenrandstraße, um Lkw aus ihrem eng bebauten Ort herauszuhalten. "Dafür soll jetzt, verbunden mit dem zweiten Teilstück der Grubenrandstraße, mit den Planungen begonnen werden", kündigt Kulik an. Die Straße werde aber nicht, wie von den Einwohnern erhofft, mit Fertigstellung des ersten, von Wanlo nach Kaulhausen führenden Abschnitts der Grubenrandstraße angelegt sein: "Planung und Ausführung benötigen Zeit." Weiterhin unklar ist, wie die Landstraße 19 zwischen Kückhoven und Holzweiler einmal verlaufen wird. Bleibt sie bestehen, wird sie verschoben, kommt sie weg? "Aus unserer Sicht kann dieser Abschnitt vollkommen entfallen", bekräftigt Kulik die bestehende Meinung von RWE: "Wir würden die L 177 nach Katzem ausbauen und von dort eine Verbindung zur L 19 und künftigen Grubenrandstraße bei Kückhoven schaffen wollen. Im anstehenden Braunkohleplanverfahren wird darüber aber noch zu diskutieren sein." Für den Tagebaubetreiber sind die Flächen an diesem L 19-Abschnitt im Hinblick auf die erwarteten Braunkohlefördermengen und den benötigten Abraum wichtig.

Quelle: RP
 
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