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Erkelenz
"Jazz on top" wieder top

Erkelenz. Samstag waren drei Formationen über den Dächern von Erkelenz zu erleben. Von Kurt Lehmkuhl

Ein Augenzwinkern konnte sich Dominik Mercks nicht verkneifen, als er bemerkte, üblicherweise würde er mit Jazz 4/4 bei kleinen Feiern "Jazz in der Ecke" spielen. Dieses Mal stand das Quartett mittendrin, auf der Bühne bei "Jazz on top" im obersten Stockwerk der Kreissparkassen-Zentrale in Erkelenz. Zum zweiten Mal präsentierte die als Hausherrin über den Dächern der Stadt mit einem eindrucksvollen Blick auf die Pfarrkirche St. Lambertus "Jazz in top", das nach einer Idee von Fred Feiter im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden war. Dieses Mal waren Tasteninstrumente tonangebend, nachdem bei der Premiere die Gitarre im Zentrum gestanden hatte.

Jazz 4/4 überzeugte durch die musikalische Vielfalt. Der kurzfristige Ausfall von Bassist Tim Nolten wurde durch das Einspringen von Thorsten Odenthal vorzüglich ausgeglichen; er, David Jungen, Raphael Meyersieck und Dominik Mercks versprühten mit ihrer Spiellaune gute Stimmung, die Appetit machte auf mehr. Bisweilen wurde aus dem Quartett sogar ein Quintett, etwa als bei "Summertime" Kathrin Mercks einen Gesangspart übernahm oder Bürgermeister Peter Jansen bei "Take Five" mit einem Solo "brillierte".

In der Region beheimatet ist auch die zweite Formation, das Frank Ollertz Trio. Viele Eigenkompositionen hatte Ollertz, auch Klavierlehrer an der Jugendmusikschule Heinsberg, mitgebracht. Exzellent begleitet von Steffen Thormälen aus Aachen am Schlagzeug und dem Bassisten Ralph Kleine-Tebbe aus Düsseldorf ließen Stücke wie Blues Nr. 1 oder Folksong Nr. 2 den Zuhörern genug Raum, die Gedanken schweifen und sich von der Musik tragen zu lassen.

Als "guter alter Bekannter" bei "Jazz on top" erwies sich der Namensgeber des dritten Ensembles, der Adam Group. Im vergangenen Jahr war Hans-Günter Adam aus Köln als Mitglied des Ali-Claudi-Trios zu Gast, nunmehr überzeugte der Organist mit seinem eigenen Trio. Er sei glücklich und stolz, versicherte Adam, dass er wieder eingeladen worden war, und glücklich und stolz war er auf seine beiden Begleiter, "die zusammen genauso alt sind wie ich": Schlagzeuger Christian Lillinger und Saxofonist Max Schulze-Hennigs, beide aus Köln. Das Trio zeigte das breite Spektrum der Jazzmusik von Klassikern aus den 1920er Jahren über Funk aus dem 1970er Jahren bis hin zu einer aktualisierten Variation einer eigenen Komposition von Adam, wie etwa "Germany". Nach einer furiosen "Brachialtour" sorgte ein "sanfter Walzer" durchaus für den gelungenen Kontrapunkt. Es war erstaunlich und verblüffend, mit welcher Leichtigkeit und Brillanz sowohl Adam mit Orgel und Pedalbass als auch Lillinger und Schulze-Hennigs ihre Musik darboten, bei der es immer wieder Zwischenapplaus des zufriedenen Publikums gab.

Quelle: RP
 
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