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Dachteil stürzt auf Orgel - zu 90 Prozent zerstört
Katastrophe in Kirche der Partnerstadt

Dachteil stürzt auf Orgel - zu 90 Prozent zerstört: Katastrophe in Kirche der Partnerstadt
Durch ein herabgestürztes Deckenteil ist die vor zwei Jahren mit viel Aufwand für 200.000 Euro sanierte Orgel in der Jakobskirche fast vollständig zerstört worden. FOTO: Duval
Erkelenz/St. James. Drama in der Jakobskirche in St. James: In der Hauptkirche der Erkelenzer Partnerstadt stürzte die Decke über der Empore ein, auf der die vor zwei Jahren erst aufwändig restaurierte Orgel stand. Das Musikinstrument ist dadurch weitgehend zerstört worden. Von Kurt Lehmkuhl

"Wenn Du es nicht mit eigenen Augen gesehen hast, kannst Du es nicht glauben", wird Pater Pierre Pestour zitiert, nachdem er das Ausmaß der Katastrophe erkannt hatte. Kurz vor der 9-Uhr-Messe war er montagmorgens informiert worden. Im Inneren der Kirche fand er die vom Schutt zerstörte Orgel vor. Nach der ersten Vermutung von Bauexperten scheint ein Wassereinbruch das Gemäuer gelockert und zum Einsturz gebracht zu haben.

Glücklicherweise kamen keine Menschen zu Schaden. Es hätte anders sein können, wenn der Einsturz zu einer anderen Tageszeit passiert wäre. Die Kirche ist jeden Tag für die Gläubigen geöffnet.

Die Emotion, verursacht durch den materiellen Schaden, ist groß. "Wir sind heute eines restaurierten Erbes beraubt ist, an dem seit 2010 gearbeitet wurde", beklagt Anne Delfraissis, Präsidentin der Vereinigung der Orgelfreunde, in einem Zeitungsbericht. Mehr als ein Jahr lang war das Instrument in einer Werkstatt in Nantes sorgfältig restauriert worden, bevor es 2015 in die Kirche von St. James zurückkehrte. Mehr als 200.000 Euro waren dafür aufgebracht worden. "Wir haben so viel getan, um die Orgel zu restaurieren", sagt Pater Pierre Pestour. "Und jetzt stehen wir vor dem Nichts."

Die Orgelbaufirma aus Nantes hat inzwischen das Instrument inspiziert. Das Ergebnis: "90 Prozent sind zerstört", wie Anne Delfraissis mitgeteilt wurde. Doch blickt sie bei allem Schrecken nach vorne: "Wir werden die Ärmel hochkrempeln und nach Spenden suchen, um etwas wieder aufzubauen." Die Verwaltung von St. James ist erschrocken über das Ausmaß der Zerstörung in der Kirche. Wie Bürgermeisterin Nathalie Panassié erklärte, werde jetzt das gesamte Kirchendach auf seine Sicherheit überprüft. In der Zwischenzeit werden die Gemeindemitglieder in der Kirche von Argouges Zuflucht finden.

Auch in Erkelenz, der Partnerstadt von St. James, ist das Mitgefühl groß. Unter den Mitgliedern des Partnerschaftskomitees und den Freunden der Partnerschaft, die in engem Kontakt zu ihren Freunden in St. James stehen, herrscht großes Bedauern. "Das ist schrecklich für die Pfarrgemeinde", sagt Ulrich Wendt, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, der den Kontakt mit seinen Freunden in St. James suchen will. Ob es über eine moralische Unterstützung hinaus eine Hilfe aus Erkelenz geben kann, glaubt Wendt ebenso wenig wie Bürgermeister Peter Jansen. Jansen hatte zwischenzeitlich Kontakt zu Yannick Duval, dem Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees in St. James, und ließ sich von ihm informieren. "In der Kirche haben wir beim Jubiläum ,40 Jahre Partnerstädte' noch gemeinsam mit dem Erkelenzer Musikverein und Norbert Brendt an der Orgel eine Messe gefeiert und erlebt, wie stolz man in St. James über diese Orgel war", sagte Jansen gegenüber unserer Redaktion. Er hofft, dass man auf französischer Seite eine entsprechende Versicherung hat. Schriftlich hat der Vorsitzende des Vereins Erkelenz International, Theo Meurer, den Freunden in St. James bereits sein Bedauern ausgedrückt.

Und Barbara Viehausen-Phlippen, häufige Besucherin der französischen Partnerstadt, erschrickt immer noch, wenn sie auf dem Foto die Ausmaße des Unglücks sieht. "Zum Glück ist aber kein Mensch verletzt worden", bleibt ihr und allen als Trost.

 
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