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Kreis Heinsberg
Keine Betten für Wegberg

Kreis Heinsberg: Keine Betten für Wegberg
Karl-Heinz Feldhoff leitet das Kreis-Gesundheitsamt. Er sagt, dass für die medizinische Versorgung im Kreis drei Krankenhäuser reichen. FOTO: RPO
Kreis Heinsberg. Unterm Strich 52 Krankenhausbetten weniger für den Kreis Heinsberg, null in Wegberg, 41 neue für Erkelenz: Dr. Karl-Heinz Feldhoff unterstützt diesen Plan. Das sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamts im RP-Gespräch. Von Michael Heckers

erkelenz/WEGBERG Alle 93 Betten sind belegt, doch die Zukunft des Wegberger Krankenhauses ist ungewisser denn je. Das regionale Planungskonzept, das auf Antrag des Erkelenzer Krankenhauses erstellt wurde, sieht vor, dass die Sankt Antonius Klinik aus dem Krankenhausbedarfsplan des Landes NRW gestrichen wird. "Ein regionales Planungskonzept ist aber noch keine Krankenhausbedarfsplanung", sagt Dr. Karl-Heinz Feldhoff.

Darüber entscheidet die Landesregierung, erklärte der Leiter des Heinsberger Kreisgesundheitsamts bei seinem Besuch in der Erkelenzer Lokalredaktion der Rheinischen Post. Die übrigen drei Krankenhäuser im Kreis hatten in Abstimmung mit den Krankenkassen einem Antrag der Erkelenzer Hermann-Josef-Stiftung zugestimmt. Dieser sieht für das Erkelenzer Krankenhaus weitere 35 Betten in der Inneren Abteilung und sechs neue in der Chirurgie vor. In dem regionalen Planungskonzept taucht die Sankt Antonius Klinik nicht mehr auf: null Betten für Wegberg. Feldhoff unterstützt dieses Konzept. Es sieht für den Kreis Heinsberg nur noch drei (Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg) statt der bisherigen vier (mit Wegberg) vor. "Als Fachmann bin ich für eine Konzentrierung. Dann können Leistungen erbracht werden, die wegen fehlender apparativer Ausstattung an kleineren Standorten nicht möglich wären."

Was Feldhoff zu bedenken gibt: Als die Krankenhäuser das regionale Planungskonzept erstellten, lagen für das Wegberger Krankenhaus Belegzahlen mit einer durchschnittlichen Quote von 40 bis 50 Prozent vor. Seit einigen Wochen aber geht es mit der Belegung steil bergauf. Derzeit meldet die Wegberger Klinik wie die übrigen Krankenhäuser im Kreis Heinsberg ein volles Haus (im Januar ist Krankenhaus-"Hochsaison"). "Wir haben in Wegberg eine steile Aufwärtsbewegung seitdem Dr. Arnold Pier das Krankenhaus nicht mehr betritt, die Geschäfte nicht mehr führt und viele neue Ärzte wie Gert Pattay dort hervorragende Arbeit leisten", stellte Feldhoff fest. Bleibe die Belegung so hoch, müssten Landesregierung und Krankenkassen prüfen, ob es vertretbar ist, die Klinik komplett aus dem Bedarfsplan zu nehmen. Wenn die Belegung weiterhin hoch sei, müsse man überlegen, ob nicht eine Disziplin am Krankenhausstandort Wegberg belassen werde.

Den Vorwurf aus dem Wegberger Krankenhaus, die Betriebsleitung sei nicht beteiligt worden, weist Feldhoff zurück. Er geht davon aus, dass die Sankt Antonius GmbH nun einen eigenen Antrag für ein neues regionales Planungskonzept vorlegt. "Dazu hat jeder Träger nach dem Krankenhausgesetz in NRW das Recht." Das Verfahren beginnt dann von neuem. An eine schnelle Einigung mit den Nachbarhäusern und den Kassen glaubt der Amtsarzt nicht: "Es wurde gerade erst ein Konzept mit drei Standorten empfohlen, von dessen Qualität alle überzeugt sind."

Quelle: RP
 
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