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Erkelenz
Kindergartenumbau am Karolingerring

Erkelenz. Die Johanniter-Unfall-Hilfe behält nun doch die Trägerschaft ihres Kindergartens auf dem Oestricher Kamp und startet die Sanierung. Von Andreas Speen

Vom 1. Juni bis 31. Oktober soll der Johanniter-Kindergarten am Karolingerring saniert werden. 62 größere Kinder werden währenddessen mit ihren Erzieherinnen in Matzerath im Jugendheim einquartiert. Darüber informierte Marius Mainzer, Regionalverstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, jetzt die Eltern. Wichtig für Kinder, Eltern sowie Erzieher gleichermaßen war außerdem die Nachricht, dass die Johanniter-Unfall-Hilfe ihre Kündigung der Kindergartenträgerschaft zurücknehmen konnte.

Im Mai 2015 hatte die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Aachen-Düren-Heinsberg, die Trägerschaft des Kindergartens, der auf einem städtischen Grundstück mit einer Erbpachtregelung erbaut wurde, mit Wirkung zum 31. Juli dieses Jahres gekündigt. Das hatten die Johanniter mit besonders hohen Instandhaltungskosten für die Gebäudesanierung begründet, die aus dem Betrieb der Einrichtung nicht zu erwirtschaften seien. Die vor Ort Betroffenen gerieten in Sorge, Eltern sprachen von einer brisanten Situation und forderten, dass das von Kindern und Eltern geschätzte pädagogische Konzept der Johanniter erhalten werden müsse. Daraufhin hatte die Johanniter-Unfall-Hilfe erklärt, dass sie sich die Fortführung vorstellen könnte, wenn für die finanziellen Belastungen eine Lösung gefunden werde. Über eine solche war im Dezember im nichtöffentlichen Teil des Jugendhilfeausschusses und zuletzt im Februar in öffentlicher Sitzung beraten worden. Die Politiker stimmten zu, dass sich die Kommune mit 50.000 Euro an der Sanierung beteiligt und dass in Zukunft der Trägeranteil an den Kosten in Höhe von jährlich 15.000 Euro vollständig von der Stadt übernommen werden soll, um den Fortbestand der Kindertagesstätte in Johanniter-Trägerschaft zu sichern.

"Dadurch sah sich die Johanniter-Unfall-Hilfe in der Lage, die Kündigung der Trägerschaft zurückzunehmen und die Durchführung der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zu beauftragen", erklärte jetzt eine Pressesprecherin der Johanniter-Unfall-Hilfe schriftlich. Dass die Kündigung den Eltern wehgetan habe, erinnert Maria Kuylaars vom Elternbeirat des Kindergartens, hält in einem Brief jetzt aber vor allem den Dank der Eltern fest: "Heute ist also klar, dass die Johanniter die Trägerschaft weiterführen. Die Gespräche zwischen der Stadt und den Johannitern mögen schwierig gewesen sein - darauf wies Dr. Hans-Heiner Gotzen, der Erste Beigeordnete der Stadt, im Jugendhilfeausschuss ausführlich hin. Trotzdem sind die Bemühungen aller Beteiligten auf fruchtbaren Boden gefallen. Für die Eltern der Kinder, die die Johanniter-Kindertageseinrichtung besuchen, bedeutet diese Entscheidung eine große Erleichterung. Daher sind wir froh und dankbar, dass alle Verhandlungen zu dem Ziel geführt haben, das letztlich erreicht wurde."

Nun soll die rund 350.000 Euro teuere Sanierung des Kindergartens auf dem Oestricher Kamp am 1. Juni starten. "Von den Arbeiten sind alle vier Gruppen betroffen. Sie müssen aus technischen und wirtschaftlichen Gründen gleichzeitig saniert werden", erklärte Mainzer den Eltern. "Während der Arbeiten können 62 größere Kinder mit ihren Bezugserzieherinnen in das Jugendheim von Matzerath ziehen. Diese Interimslösung wurde durch die Stadt verbindlich zugesagt. In Matzerath kann die personelle Betreuung und Verpflegung in gewohnter Qualität stattfinden, lediglich räumlich wird es Einschränkungen geben müssen." So sei das Außengelände nur eingeschränkt verfügbar und klein. Als Ersatz stehe den Kindern ein großer Spielplatz zur Verfügung, der fußläufig zu erreichen ist und noch extra umzäunt werde.

Die 35 jüngeren Kinder, davon 27 Unterdreijährige, bleiben während der Sanierung am Karolingerring. "Sie werden im Bewegungsraum, im Flur und den vor einigen Jahren angebauten U3-Räumlichkeiten betreut, die von der Sanierung nicht betroffen sind", erklärte Mainzer.

Quelle: RP
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