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Erkelenz
Kirchengemeinde plant Wohnraum für Umsiedler

Erkelenz: Kirchengemeinde plant Wohnraum für Umsiedler
Konzept der Wohnanlage am künftigen Marktplatz von Keyenberg (neu), das die Christkönig-Pfarrei umsetzen möchte. FOTO: Architekturbüro Viethen
Erkelenz. Für Keyenberg (neu) ist ein Haus geplant, das sich an Menschen richtet, die kein neues Eigentum erwerben möchten. Von Johanna Küppers

Die katholische Pfarrgemeinde Christkönig hatte angekündigt, sie werde den Menschen bei der tagebaubedingten Umsiedlung in Keyenberg, Kuckum, Berverath, Unter- sowie Oberwestrich helfen. Nun setzt sie ihr Versprechen um und plant ein Wohngebäude für jene, die mit an den neuen Ort ziehen wollen, aber kein neues Eigentum mehr erwerben möchten. Am Wochenende stellte die Pfarrei das für Keyenberg (neu) geplante Projekt vor. Dort soll ein Wohngebäude der Kirche am neuen Markt entstehen. Sehr viele hörten sich die Ideen der Kirchengemeinde an.

Ein zweistöckiges Wohngebäude mit zehn Wohnungen ist geplant. Das Angebot richtet sich speziell an Personen, die momentan Eigentümer sind, in Zukunft aber nicht mehr neu bauen wollen, sondern mieten. Die Interessenten werden nach unterschiedlicher Priorität berücksichtig. "Zuerst vergeben wir Wohnungen an unsere derzeitigen Mieter, danach an Personen, die über kirchlichen Grundbesitz verfügen, dann an alle anderen", sagt Pfarrer Werner Rombach. Allerdings gehe er davon aus, dass für fast alle Interessenten ein Objekt gefunden werde. Bei sehr großem Bedarf bliebe außerdem die Möglichkeit, ein zweites Grundstück zu bebauen, welches direkt an das erste angrenzt.

Eine vorläufige Ideenskizze präsentierte Architekt Josef Viethen. Die Wohnungen sollen altersgerecht gebaut werden: das heißt barrierefrei und mit Services inbegriffen, wie einem Hausmeister sowie Winter- und Gartendienst. "Sie können einfach einziehen und müssen sich keine Gedanken um die Pflege des Hauses machen", sagte Viethen. Jede Wohnung verfügt außerdem über eine Loggia oder eine Dachterrasse. Ein hoher Dämmstandard und Nachhaltigkeit werden berücksichtigt. Angenehm sei, dass ohne bauliche Vorkehrungen Notrufanlagen nachrüstbar sind; besonders praktisch für Alleinstehende, die sich absichern möchten. Der Mietpreis soll bei 6,80 bis 7 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten von 2,50 Euro pro Quadratmeter liegen.

Wie die Wohnungen später tatsächlich aussehen, hängt vom Bedarf der Bürger ab. "RWE Power wird in den kommenden Wochen eine Umfrage machen und nach den Wünschen der Umsiedler fragen", sagte Rombach. Dementsprechend würden die Bauaufträge vergeben werden. Erst dann könne die Umsetzung der Wohnanlage beginnen, für die etwa zehn bis zwölf Monaten eingeplant sind.

Die Kirchengemeinde ermittelt unabhängig vom Tagebaubetreiber RWE Power auch einen ersten Bedarfsüberblick. "Wir müssen frühzeitig, also jetzt, anfangen zu planen. Wenn die Menschen erst einmal den Umsiedler-Status haben, überschlagen sich die Ereignisse", appellierte Pfarrer Rombach an die Bürger.

Am Donnerstag, 14. Januar, werden Stadt Erkelenz und RWE die Bewohner der Umsiedlungsorte ab 19 Uhr in Keyenbergs Mehrzweckhalle zur bevorstehenden Grundstücksvormerkung informieren.

Quelle: RP
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