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Erkelenz
Kirchweihe - die Zeremonie

Erkelenz: Kirchweihe - die Zeremonie
FOTO: Laaser (Archiv)
Erkelenz. Übermorgen steht in Immerath (neu) ein ungewöhnliches Ereignis an: die Weihe der neuen Kapelle St. Lambertus. Weihbischof Karl Borsch krempelt beim Höhepunkt, der Altarweihe, buchstäblich die Ärmel hoch. Von Mario Emonds

Kirchenschließungen oder Kirchenumwidmungen werden immer häufiger. Gegen den Trend ist daher das, was sich Palmsamstag in Immerath (neu) ereignet. Dann weiht der Aachener Weihbischof Karl Borsch die neue Kapelle St. Lambertus ein - mit allem, was zu einer Kirchweihe dazugehört. "Das ist ein großer Tag nicht nur für die Kapellengemeinde St. Lambertus, sondern für unsere gesamte Pfarrei Christkönig Erkelenz", betont Pfarrer Werner Rombach im aktuellen Pfarrbrief - und begründet das auch theologisch: "An diesem Tag, an dem wir uns zum ersten Mal im neuen Gotteshaus um den Altar versammeln, machen wir uns bewusst, dass Jesus Christus die Mitte der Gemeinde ist, dass er es ist, der uns als Kirche, als Gemeinschaft zusammenhält und uns die Kraft gibt, ihm und der Welt zu dienen." Was im Einzelnen bei der Weihe passieren wird, erläutert Rainer Merkens, Mitarbeiter im Pfarrbüro - samt eines kleinen Experiments.

Palmweihe Da übermorgen der Samstag vor Palmsonntag ist, fängt die Zeremonie um 15 Uhr am Kaisersaal an. Dort erfolgt die Weihe der Palmzweige, ebenso die symbolische Übergabe des Gebäudes durch die beteiligten Bauleute (Architekt, Künstler, Handwerker) an die Gemeinde. Dazu werden Schlüssel, Zeichnungen, Entwürfe und eine Bauchronik überreicht. Es folgt die Prozession zur Kapelle.

Einzug Dort klopft Karl Borsch mit seinem Bischofsstab an das Portal und bittet um Einlass. Danach betritt er als Erster die Kapelle, es folgen das Pastoralteam, die Messdiener und die Gemeinde.

Wasser und Ambo Als Erstes wird das Wasser gesegnet (es wird als Weihwasser im Folgenden benötigt). Danach wird der Ambo geweiht.

Altarweihe Es folgt der Höhepunkt, die Konsekration des Altars, wobei die Reliquie schon zuvor in den Altar gelegt worden ist. Die Altarweihe läuft in mehreren Schritten ab. Der Altar wird zunächst mit Weihwasser besprengt, dann salbt Karl Borsch ihn mit Chrisam an dessen fünf Weihekreuzen, die sich an den vier Ecken und im Zentrum der Oberfläche befinden. Dazu muss der Bischof buchstäblich die Ärmel hochkrempeln, verteilt so das Chrisam. Dann wird auf dem Altar verteilter Weihrauch angezündet. "Da wird dann richtig Feuer auf dem Altar gemacht - ein richtig schönes katholisches Ritual. Das ist was für Augen, Ohren und Nase", sagt Merkens und schiebt schmunzelnd hinterher: "Genau das unterscheidet uns doch ein wenig von unseren evangelischen Mitchristen."

Apropos Nase: Zur Demonstration dieser Zeremonie verbrennt Merkens vor dem Pfarrbüro ein wenig Weihrauch. Beim Gegenüber stellt sich Enttäuschung ein - der Weihrauch riecht bei Weitem nicht so lecker wie sonst aus dem Weihrauchfass, sondern eher ein wenig streng. "Es fehlen die Kohlen darunter - daher riecht der Weihrauch nicht wie gewöhnlich", erklärt Merkens. Dass die Prozedur bleibende Spuren auf dem Altar hinterlassen wird, sei nicht auszuschließen. "Künstler Karl-Heinz Laufs, der den Altar geschaffen hat, ist bei dieser Vorstellung gar nicht so glücklich", sagt Merkens. Im Anschluss wird der Altar von den Ascheresten gesäubert, es folgt die Eucharistiefeier.

Tabernakel und Ewiges Licht Nach der Kommunion wird der Tabernakel geweiht - dort werden die konsekrierten Hostien aufbewahrt. Im Anschluss wird das Ewige Licht entzündet.

Begegnungszentrum Nach dem Gottesdienst weiht Karl Borsch das an die Kapelle angrenzende Begegnungszentrum. Im Anschluss lädt die Kapellengemeinde zum gemütlichen Verweilen ein - und zur Besichtigung der Kapelle.

Weitere Altarweihen Die Immerather Altarweihe ist die erste von dreien, die die Pfarrei Christkönig in nächster Zeit feiern wird. Es folgen die Altarweihen in der neuen Kapelle in Borschemich (neu) am 3. Mai und in der nach der Komplettsanierung dann wiedereröffneten Kirche St. Valentin in Venrath am 31. Mai.

Quelle: RP
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