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Erkelenz
Kleine Künstler gestalten große Skulpturen

Erkelenz: Kleine Künstler gestalten große Skulpturen
Elke Bürger (r.) steht mit Rat und Tat zur Seite: Im Atelier des Erkelenzer Kunsttreffs gestalten Kinder und Jugendliche in den Osterferien Skulpturen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Die Osterferienspiele des ZaK im Kunsttreff Erkelenz wecken Kreativität. Unterstützt vom Kulturrucksack NRW schaffen zwölf Kinder Skulpturen. Von Anne Paulsen

An Inspiration mangelt es nicht, bei so vielen Skulpturen und Bildern im Atelier des Kunsttreffs in Erkelenz. Mittendrin sitzen zwölf Kinder und Jugendliche, die ebenso vor Ideen sprudeln. Für Elke Bürger, die Künstlerin des Ateliers, und Detlef Bonsack, dem Jugendmitarbeiter des evangelischen Jugendzentrums ZaK, ist es pure Freude, mitanzusehen, wie aus unförmigem Styropor wahre Kunstwerke aus Beton und Powertex, einem Verhärtungsmittel für Textilien, heranwachsen.

Sieben Mädchen (Luna, Julia, Lina, Emma, Marie, Charlotte und Celina) sowie fünf Jungen (Samuel, Felix, Luca, Leon und Simon) haben in den Osterferien schon einige Zeit im Atelier verbracht. "Das ist ja auch besser, als sich Zuhause zu langweilen", sind sie sich einig. In so einer anregenden Umgebung, in der viele fertige Kunstwerke stehen, das nötige Material greifbar und Unterstützung durch eine bewährte Künstlerin vorhanden sind, fällt es schwer, nicht selbst die Handschuhe überzuziehen und sich ans Werk zu machen. Die Zehn- bis 14-Jährigen dürfen in diesen Tagen genau das tun.

Der Kulturrucksack NRW, eine landesweite Förderung der Kreativität, hat auf den Antrag des ZaK reagiert und unterstützt das Kunstprojekt. Dadurch konnte Elke Bürger gewonnen werden, die jetzt von Kunstwerk zu Kunstwerk schwebt, Tipps gibt und lobt. "Die Kinder arbeiten schnell und haben viele Ideen. Die meisten haben zwei Figuren gemacht, einige sind sogar bei der dritten", sagt die Künstlerin achtungsvoll.

Detlef Bürger ist es, der das wichtigste Material bereitstellt. Er steht vor seinem kleinen Tisch, packt ein paar Handvoll Beton in eine Schüssel und gießt etwas Wasser aus einem alten Joghurt-Becher dazu. Nun wird die Mischung zu einer leicht klebrigen Masse geknetet und die Kinder können weiterarbeiten. "Bestimmt habe ich schon 100 Kilogramm Beton angerührt", behauptet der Jugendmitarbeiter mit einem Augenzwinkern.

Bei einem Rundgang lassen sich Styroporplatten und -kugeln entdecken, die noch in Form gebracht werden, ehe sie zum Beispiel zu einem Schaschlikspieß zusammengestochen werden. Wenn die Form stimmt, kommt der angerührte Beton oder Powertex auf das Styropor. Hierbei müssen Handschuhe getragen werden. Doch nur Beton und Powertex auf Styropor schmieren reicht nicht. Die Oberfläche muss an der einen Stelle glatt sein, an der nächsten muss sie Rillen haben. Nur so können Pilze, Gladbach-Rauten, Schnecken und ein Koala-Katzen-Mischling entstehen. Aus einer Ecke lugt sogar ein Fisch, ein Powertex-Beton-Hybrid. Seine Flossen sind aus Textil und Powertex, während sein restlicher Körper aus Beton und Styropor besteht.

Die zehnjährige Emma wagt sich an einen menschlichen Oberkörper mit Gesicht. Gerade formt sie die Lippen mit Beton, die erst etwas zu spitz sind, doch der Hinweis von Elke Bürger, sich die anderen Kinder im Raum noch einmal genau anzusehen, hilft ihr, das zu korrigieren. "Zuerst wusste ich nicht, was ich machen sollte, aber dann wollte ich unbedingt diese Skulptur machen. Gesichter sind unglaublich faszinierend", erzählt Emma begeistert und blickt dabei kaum von ihrem Kunstwerk hoch.

Sobald die Konturen stimmen, trocknet das Kunstwerk ein wenig, und schon kann es bemalt werden. Dabei schafft es dann nicht mehr jedes Kind, seine Kleidung sauber zu halten. Die blaue Acrylfarbe ziert T-Shirts und Hosen - für die Kunst werden die aber gerne geopfert.

Quelle: RP
 
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