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Erkelenz
Klimareise durch die Heimatstadt

Erkelenz: Klimareise durch die Heimatstadt
Lehrerin Monika Ragazzi (l.) schickte Neuntklässler auf eine Klimareise durch Erkelenz. Sie lernten Unternehmen und beispielsweise das Repaircafé kennen. FOTO: Speen
Erkelenz. Schüler in 19 NRW-Kommunen unternahmen gestern besondere Reisen. Unter ihnen waren Neuntklässler des Cusanus-Gymnasiums, die nach dem Klimaschutz derzeit das Thema "Zukunft und Arbeit" durchnehmen. Von Andreas Speen

Zeitgleich begaben sich gestern Schüler in verschiedenen nordrhein-westfälischen Kommunen auf eine Klimareise. Sie suchten lokale Stationen auf, an denen Unternehmen, Verbände, Vereine, Verwaltungen, Kirchen oder andere Institutionen klimafreundliche Akzente setzen. In Erkelenz reiste die Klasse 9 c des Cusanus-Gymnasiums zu den Unternehmen econ SolarWind GmbH sowie psm Nature Power, besuchte das Repaircafé der katholischen Jugendkirche, traf den Technischen Beigeordneten Ansgar Lurweg und besichtigte im Erka-Bad das Biogas-Blockheizkraftwerk.

Bei den Neuntklässlern kam diese Form des Unterrichts an, der bereits um 7.15 Uhr mit einem Check ihrer Fahrräder begonnen hatte. Schließlich sollte die Gruppe auf der Klimareise selbst klimafreundlich unterwegs sein. "Ich finde das Projekt extrem gut, da wir vor Ort noch mehr als im Klassenraum lernen können", sagte Ole. Und Timo befand, dass in der Praxis für ihn noch mehr als in der Theorie zu lernen sei: "Ich konnte viele neue Eindrücke gewinnen und viel mehr verstehen."

Organisiert hatte die Erkelenzer Klimareise Oliver Franz, der neue Klimaschutzmanager der Stadt. Er hatte Politikerlehrerin Monika Ragazzi für die Idee begeistern und Michael Hoeren vom ADFC für die Begleitung der Fahrradgruppe gewinnen können. Er organisierte die verschiedenen Stationen, an denen die Schüler Eindrücke sammeln sollten, wo in ihrer Heimatstadt etwas für den Klimaschutz getan wird. "Auf diese Weise wird das Thema nicht moralin bezogen dargestellt, sondern wird den Schülern vor Ort und anhand der Praxis gezeigt, was getan wird", erklärte Monika Ragazzi. Ihr gefalle, dass auf einer solchen Tour nicht der Zeigefinger erhoben werde. Bestätigung findet sie dabei von ihren Schülern. Emma zum Beispiel erzählt von ihrem morgendlichen Besuch bei psm, die Windanlagen in Europa betreiben, wie viel sie dort über diese Energieform gelernt habe und welche Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten die Erneuerbare-Energien-Branche biete. Auch Alex ist begeistert, gesehen zu haben, "wie aus Erkelenz 400 Windkraftanlage in Deutschland und ganz Europa gesteuert werden. Ich könnte mir das als einen sehr spannenden Beruf vorstellen."

Mit großem Interesse hörten die Schüler auch Michael Kock zu, der kürzlich zum ersten Erkelenzer Repaircafé eingeladen hatte. "Es kamen Leute mit ihrem defekten Fernseher unterm Arm zu uns oder mit ihrem kaputten Fahrrad. Und fast alle sind glücklich mit gegenseitig untereinander reparierten Geräten wieder nach Hause gegangen", erzählte Kock von der Jugendkirche "jACk". Und die Schüler konnten den Wert dieses neuen Angebots für sich erkennen. Eine Ressource werde erhalten, und die Geldbörse wird zusätzlich geschont, stellten sie fest.

Anfang des Schuljahres war Klimaschutz Unterrichtsthema in der 9c, zum Abschluss ist es "Zukunft und Arbeit". "Heute an der Klimareise teilzunehmen, bildet eine wunderschöne Klammer um diese Themen", stallte Lehrerin Monika Ragazzi fest. Und der Technische Beigeordnete der Stadt, Ansgar Lurweg, den die Schüler ebenfalls trafen, gab den Cusanern den Wunsch mit auf den Weg, dass es Nachahmer geben werde, denn: "Die Zusammenarbeit mit Euch als Zukunftsgeneration ist uns wichtig."

Quelle: RP
 
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