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Erkelenz
Kräfte bündeln, um die Flüchtlingspaten zu entlasten

Erkelenz: Kräfte bündeln, um die Flüchtlingspaten zu entlasten
Die Arbeit von Flüchtlingspaten kann erfüllend sein, die Ehrenamtler aber auch an Grenzen stoßen lassen. Im Austausch mit Flüchtlingspaten aus Erkelenz wurden Alltagsprobleme deutlich. Hier tut Unterstützung not. FOTO: JÜRGEN MOLL (ARCHIV)
Erkelenz. Kinderschutzbund stellte neues Projekt mit Unterstützung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und durch Bundeszuschüsse vor. Lösungen für Probleme aus der täglichen Praxis. Von Philipp Schaffranek

Auch Flüchtlingspaten brauchen Unterstützung. Deswegen startet der Kinderschutzbund ein neues Projekt, um Flüchtlingspaten zu helfen. Dafür möchte der Kinderschutzbund kleine Reflexionsgruppen aufbauen, in denen sich die Flüchtlingspaten unter professioneller Anleitung regelmäßig austauschen und gegenseitig unterstützen sollen. Das Projekt wird durch den Paritätischen Wohlfahrtverband unterstützt und mit Mitteln der Bundesregierung, dem Programm "Menschen stärken Menschen", gefördert.

"Die Kräfte müssen gebündelt werden", sagte Bettina Königs. Die Familienberaterin und Therapeutin hat das Projekt gemeinsam mit der studierten Kulturpädagogin Sonja Pérez-Meyer ausgearbeitet. "Wir wissen, dass auch Flüchtlingshelfer an ihre Grenzen kommen", sagte Königs. In den kleinen Reflexionsgruppen sollen die Probleme der Flüchtlingspaten zur Sprache kommen. Gemeinsam werde dann nach Lösungen für die unterschiedlichen Probleme gesucht. Hier könne jeder Flüchtlingspate seine Stärken einbringen. Durch die Netzwerke, die sich mit den Gruppen bildeten, entstünden "unwahrscheinlich viele Ressourcen", die genutzt werden könnten. Darüber hinaus müssten die Paten lernen, sich überflüssig zu machen. "Das Ziel ist es, die Flüchtlinge so zu stärken, dass sie ihr Leben selber führen können", sagte Königs. Bevor ein Flüchtlingspate helfe, sollten Flüchtlinge dazu motiviert werden, erst einmal ihre eigenen Fähigkeiten und Lebenserfahrungen zu nutzen. Diese Haltung erleichtere den Paten die innere Distanzwahrung und schütze ihn vor Überlastung.

Bei der Projektvorstellung wurde im Austausch mit Flüchtlingspaten aus Erkelenz deutlich, wie vielfältig die Probleme der Flüchtlingspaten sind. Die Helfer wünschen sich vor allem professionelle Unterstützung. Manche haben das Gefühl, dass nun die Traumata der Flüchtlinge aufgearbeitet werden müssten. Zudem sei die Sprachbarriere auch nach einem Jahr noch vorhanden. Die Flüchtlingspaten interessierte zudem, wie eine professionelle Distanz zu den Flüchtlingen aufgebaut werden kann.

Bei der Informationsveranstaltung war auch Franz Thiel, Vorsitzender des Vereins "Willkommen in Erkelenz", anwesend. Er machte darauf aufmerksam, dass noch viele weitere Helfer, auch Flüchtlingspaten, benötigt würden. "Eine Reduzierung der Belastung bei den Helfern kann auch dadurch erreicht werden, dass die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden", sagte er.

Quelle: RP
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