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Erkelenz
Kreuzweg in Borschemich aufgestellt

Erkelenz: Kreuzweg in Borschemich aufgestellt
Die Stelen des Borschemicher Kreuzweges sind in ihrer Höhe so gestaltet, dass der Betrachter zu ihnen hinauf schauen muss (oben). Aufgestellt wurden sie entlang der Friedhofsmauern, aber nicht wie einst in Borschemich (alt) als deren integrierter Bestandteil (links). FOTO: Jürgen Laaser/ Foto: Stadt Erkelenz
Erkelenz. Modern eingefasst sind die Kreuzwegtafeln aus Borschemich (alt) jetzt im neuen Ort wieder auf dem Friedhof aufgestellt worden. Von Andreas Speen

Ein weiteres Stück alte Heimat hat in Borschemich (neu) Einzug gehalten: In moderne Stelen integriert, wurden auf dem Friedhof die 13 Kreuzwegstationen aus dem Altort aufgestellt. Wer sie abschreitet, wird bis zu der neuen Aussegnungshalle des Friedhofes geleitet, die sich noch im Bau befindet.

Tagebaubedingt wurde auch der Friedhof in Borschemich (alt) aufgegeben. 2014 konnte der Kreuzweg dort zum letzten Mal gegangen werden. Nun kann das Dorf diese Tradition wieder aufnehmen. Die Sandsteintafeln des Kreuzweges, die in der Breite und der Höhe leicht variieren, befinden sich allerdings nicht mehr wie ehemals in kleinen Häuschen. "Diese konnten nicht mit an den neuen Ort genommen werden", erklärt Hochbauamtsleiter Martin Fauck, der in Erkelenz auch für den Denkmalschutz zuständig ist: "Mitgenommen werden konnten nur die sehr gut erhaltenen Bildtafeln, die von dem Steinmetzbetrieb Wolf aus Jüchen lediglich gesäubert werden mussten."

FOTO: Stadt Erkelenz

In abendlicher Arbeit hatte Fauck sich vor einigen Monaten überlegt, wie die Tafeln am neuen Ort gezeigt werden könnten. Er skizzierte erste Entwürfe, wobei er sich mit den Proportionen denkbarer Stelen, deren Material und Oberflächenstruktur beschäftigte. "Mir schwebte nichts Historisierendes vor, sondern etwas Heutiges", erzählt Fauck. Mit seinen Skizzen suchte er zunächst Pastor Werner Rombach und sodann den Bürgerbeirat auf: "Entschieden haben wir uns schließlich für eine Stelenform aus Beton mit einer abstrahierenden Kreuzstruktur auf der äußeren Oberfläche, wohingegen die innere Auslassung für die alten Sandsteintafeln ganz glatt gehalten wurde, um nicht von der Darstellung des Kreuzweges abzulenken."

Mit der beschlossenen Skizze und später einer 1:1-Zeichnung, die genau die gewünschte Oberflächenstruktur aufzeigt, suchte der Erkelenzer Hochbauamtsleiter schließlich die Heinsberger Firma Florack auf. "Dort hat ein erfahrener Mitarbeiter für uns die Stelen umgesetzt. Und er hat dabei sehr auf die Details geachtet, wie zum Beispiel die Frage, wie die Kreuzstruktur um die Kanten des rechteckigen Stelenkörpers herumgeführt werden kann", berichtete Fauck. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden.

Ende August, Anfang September waren die Stelen in Heinsberg gegossen worden. Ausgestellt wurden sie Anfang dieses Monats von einem Autokran aus, der vor dem Borschemicher Friedhof aufgestellt war. Anschließend konnte der Steinmetzbetrieb Wolf die 13 Bildtafeln einsetzen, die kurz nach dem Jahr 1850 entstanden sind, von denen jedoch der Name des Künstlers nicht bekannt ist. "Pastor Rombach hat bei der Auseinandersetzung mit diesen Tafeln aber herausgefunden, dass es ähnliche Bilder in Holz gibt", berichtet Fauck von einem möglichen Ansatz für weitere Forschung.

Quelle: RP
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