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Erkelenz
Kuscheltier-Blessuren mit Erfolg geheilt

Erkelenz: Kuscheltier-Blessuren mit Erfolg geheilt
Lisa Wirth, Natascha Günther und Nele Thiel operieren das intubierte "Hasi". Eduard (zweieinhalb Jahre) und Jevgenia (fünf) wollen mit ihrer Mutter Valentina Eirich ganz nah dabei sein. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Das Jugendrotkreuz (JRK) leistete mit dem Teddybärkrankenhaus zum fünften Mal umfassende Hilfe für verletzte und kranke Plüschpatienten. Die Kinder spendeten Trost und nahmen gesunde Medizin mit nach Hause. Von Nicole Peters

Im fünften Teddybärkrankenhaus standen die plüschigen Freunde der Kinder, die überwiegend drei bis neun Jahre alt waren, wieder ganz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nach Anmeldung und Wartezimmer durchliefen sie spielerisch Röntgenabteilung oder Ambulanz und schauten sich im Rettungswagen um. Zudem bereiteten Anästhesisten die Patienten mit unterschiedlichen Maßnahmen auf Operationen vor. Ein Team von 22 Mitgliedern des Jugendverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kreisverband Heinsberg und befreundeter Jugendverbände sowie DRK-Mitarbeitern sorgte für eine liebevolle, rundum erfolgreiche Behandlung der kranken und verletzten Kuscheltiere. Die verwaltenden Vorarbeiten hatte DRK-Mitarbeiterin Rita Karsch geleistet.

Indem die jungen "Eltern" und deren Erziehungsberechtigten die Stationen mitmachten und detailliert über alle Schritte informiert wurden, bekamen sie wichtige Einblicke in Abläufe, die im Ernstfall im Krankenhaus oder beim Arzt einsetzen. Positive Erfahrungen und Wissen, auf dass beide Parteien dann zurückgreifen können. "Die Umsetzung ist sehr wirklichkeitsnah", bestätigte Schirmherr Dr. Michael Vondenhoff. Der DRK-Vorsitzende war für Kreissparkassen-Vorstandsmitglied Hans-Josef Mertens eingesprungen, der plötzlich verstorben war und dessen Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit er würdigte. Für vertiefende Kenntnisse legte Vondenhoff allen Eltern die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kursus am Kind nahe, den das Rote Kreuz regelmäßig anbietet.

Neuer JRK-Kreisleiter Carsten Kohnen bekräftigte das Vorhaben des JRK-Verbandes, das Teddybärkrankenhaus aufgrund des wachsenden Zuspruchs weiter fortführen zu wollen. "Etwa 70 Prozent der heutigen jungen Helfer kommen aus dem Schulsanitätsdienst", erläuterte der ehemalige Schulkoordinator. Eltern von kranken Kindern empfehle er, diese über mögliche Schmerzen beispielsweise vor Spritzen nicht anzulügen. "Eine Behandlung kann durchaus schmerzhaft sein, sie würden sich so das Vertrauen ihrer Kinder verspielen." Die Kleinen abzulenken und weggucken zu lassen, seien Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Ebenso sei es wichtig, Trost zu spenden - was genauso Geschwister könnten.

In aufmerksamer Begleitung von Mutter Simone Beeretz war auch Malin (fünf Jahre) mit ihrem "Hasi" in den Räumen unterwegs. Der süße Freund hatte sich beim Sturz aus dem Bett beide Beine gebrochen. Unter den wachsamen Blicken Malins legte "Chirurgin" Lisa Wirth mit Hilfe von "OP-Schwester" Nele Thiel den geschienten Gliedmaßen zwei sehr dicke Verbände an. Viel Ruhe und die Einnahme der verschriebenen Medikamente ordneten sie zur Genesung an. "So was muss ich auch nehmen, wenn ich krank bin", meinte das Mädchen verständnisvoll und streichelte "Hasi" in der "Aufwachphase" vorsichtig den Bauch. "Sie ist jetzt in einem Alter, in dem sie den Krankenhaus-Besuch bewusst wahrnimmt", bemerkte ihre Mutter, die die Veranstaltung als sehr gut geeignet befand, um Kindern die Angst vor einer Behandlung zu nehmen, "es ist schon etwas anderes, ob sie hier die Ärzte mit Mundschutz sehen oder erst später, wenn es ernst wird."

Quelle: RP
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