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Erkelenz
Lärmschutzwall soll Bürger schützen

Erkelenz: Lärmschutzwall soll Bürger schützen
RWE informierte über die zukünftige Lärmschutzwand zwischen Venrath und Kaulhausen. Markus Kosma, Leiter der Bergbauabteilung von RWE Power, erläuterte die Planungen im Detail. FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Zehn Jahre vor Vorbeischwenken des Tagebaus Garzweiler II hat RWE Power zwischen den Ortschaften Kaulhausen und Venrath mit dem Bau eines Immissionsschutzdammes begonnen. Im Herbst 2017 soll der Damm fertig sein. Von Philipp Schaffranek

Der Immissionsschutzdamm soll die Bewohner der beiden Orte vor Staub, Lärm und Licht des Tagebaus Garzweiler II schützen. Bei einem "Tag der offenen Baustelle" informierte RWE Power über die Wirkung des Dammes und den Bauablauf.

Der sieben Meter hohe und 23 Meter breite Damm wird kurz hinter dem Ortsausgang Kaulhausen in Richtung Kuckum beginnen. Von dort aus verläuft er südöstlich der Kaulhausenerstraße. Der Damm wird insgesamt rund 1200 Meter lang und spart die K19 aus, die als Zufahrtsstraße zur geplanten L 354n bestehen bleibt. "Der Damm ist so angelegt, dass er auch die Landstraße abgrenzt", sagt Markus Kosma, Leiter der Bergbauabteilung von RWE Power. Entgegen früherer Planungen werde die L354n, die noch zu bauen ist, auf der dem Tagebau zugewandten Seite des Immissionsschutzdamms liegen. Die Entfernung des Damms zur Tagebaukante beträgt rund 100 Meter. Indem er die Kante des Tagebaus erhöht, stelle er ein Hindernis für Licht, Staub und Lärm des Tagebaus dar, weil die Spitze des Immissionsschutzdamms sich über den im Tagebau eingesetzten Großgeräten befinde.

"Und dieser Damm wird uns vor den Immissionen schützen?", fragten die Anwohner skeptisch. Schließlich sei es schon jetzt an manchen Tagen zu hören, wie die Braunkohle auf die Fließbänder falle. Sie bemängelten auch einen zu geringen Abstand des Damms zum Tagebau. Sorge bereitet vor allem den Kaulhausenern der Bau der L352n, die nach derzeitigem Planungsstand vom Autobahnkreuz Wanlo direkt nach Kaulhausen führt und dort enden soll. "Dann haben wir noch mehr Verkehr im Ort." Der Bau der Straße ist jedoch keine Angelegenheit, für die RWE zuständig ist.

In der ersten Bauphase, mit der bereits begonnen wurde, wird die Fläche, auf der der Damm entsteht, um 1,1 Meter abgetragen. Danach wird der Kern des Dammes aufgeschüttet. Dafür würden Bodenaushub, Bauschutt und gegebenenfalls Gießereisanden verwendet. Anschließend soll der Wall bepflanzt werden. Dafür würden "schnell wachsende Pflanzen" verwendet, sagt Betriebsingenieur Jaroslab Pyrcik, der für den Bau des Dammes zuständig ist. Dies seien beispielsweise Pappeln und Birken.

Insgesamt besteht der Damm aus fünf Teilabschnitten, die durch die Kreisstraße 19 sowie drei Wirtschaftswege aufgeteilt werden. Bis auf die K 19, die als Zufahrt zur L 354n dienen soll, werden diese Lücken im Damm nach dem Bau der L 354n geschlossen.

Die ersten drei Teilabschnitte südlich der K 19 sollen in diesem Jahr fertiggestellt werden. Die restlichen Teilabschnitte würden dann bis zum Herbst 2017 gebaut. Nach derzeitigem Stand sei für den Baubeginn der L 354n mit Mitte 2018 zu rechnen.

Quelle: RP
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