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Erkelenz
Leben von Behinderten vereinfachen

Erkelenz: Leben von Behinderten vereinfachen
Andreas Ullmann, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter für Erkelenz: "Ziel sollte es sein, mit einfachen Mitteln das Leben von Menschen mit Handycaps zu vereinfachen." Eine um 200 Meter verschobene Bushaltestelle an der Prospex-Werkstatt in Erkelenz nennt Ullmann ein gutes Beispiel. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Behindertenbeauftragter Ullmann möchte zum Nachahmen anregen und benennt positive Veränderungen in Erkelenz. Von Andreas Speen

Andreas Ullmann spricht lieber über positive Entwicklungen, die in Erkelenz das Leben von Menschen mit Handycap einfacher machen, als über Negatives. Hierzu hat der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte für Erkelenz seine Erfahrungen gemacht: "Das Positive regt das Nachahmen an." Seit er das Amt im Januar antrat, habe er dies mehrfach feststellen können.

Sieben Din-A4-Seiten hat Andreas Ullmann eng beschrieben: Projekte, die umgesetzt werden konnten, Ideen, Anregungen, sich verzögernde Vorhaben oder solche, die er dieses Jahr noch nach vorne bringen möchte. "Es ist viel, womit man sich als Behindertenbeauftragter beschäftigen kann", stellt Ullmann fest, wobei er vieles auch nebenbei anspricht. Das taucht auf seiner Liste dann erst gar nicht auf: "In öffentlichen Gebäuden weise ich zum Beispiel immer darauf hin, wenn nötig, dass sich Fluchttüren nach außen öffnen lassen müssen und dass an Treppen beidseitige Handläufe für Menschen mit einer einseitigen Behinderung sinnvoll sind, damit sie diese auch nutzen können." Leider gebe es in der Stadt öffentliche Gebäude, in denen das eine oder andere nicht beachtet sei.

Nicht für alle Anliegen gibt es Lösungen, sagt Ullmann, der es besonders mag, wenn sich leichte Lösungen finden lassen: "Ich rege zu einfachen Mitteln an, so wie bei der Filiale der Sparkasse in Schwanenberg, die nur über eine Stufe betreten werden kann - da das Gebäude unter Denkmalschutz steht und der Zugang nicht ebenerdig umgestaltet werden kann, helfen dort jetzt beim Betreten zwei kleine Handläufe." Zwei andere Beispiele seien der Behindertenparkplatz an der Agentur für Arbeit, der schnell in eine bessere Position verlegt werden konnte, und die Landstraße 117 bei Lövenich. Ullmann berichtet: "Bei einem Termin im Altenpflegeheim Haus Assenmacher erfuhr ich, dass viele Senioren gerne am Sportplatz entlang zu dem kleinen Biotop am Nysterbach spazieren. Da sie dabei aber ein Stück über die Landstraße gehen müssen, wo es keinen Gehweg gibt, sahen sie sich einem Risiko ausgesetzt, das mithilfe des Landesbetriebs Straßen NRW nun etwas minimiert werden kann, in dem dort, kurz hinter dem Ortsausgang von Lövenich nach Katzem der Tempo-70-Bereich ausgedehnt wird."

Bus- und Bahnhaltestellen sind ein Thema, das Ullmann mehrfach schon beschäftigt hat. Im Vorfeld zu der geplanten kleineren Sanierung am Bahnhof Erkelenz brachte er in die Diskussion ein, dass "sichergestellt werden solle, dass die Aufzüge schnell repariert werden können, falls sie defekt sind, und dass die Handläufe noch einmal überprüft werden. Auch habe ich empfohlen, Glasflächen wie an den Wartehäuschen so zu markieren, dass sie als Hindernis erkannt werden können, was teilweise nicht der Fall war."

Verlegt wurden von der West Verkehr GmbH nach Kontakten zwischen der Prospex gGmbH, dem Ordnungsamt der Stadt, Andreas Ullmann und den Verkehrsbetrieben schon mehrere Bushaltestellen. Der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte erinnert zurück: "An der Werkstatt für Menschen mit psychischer Behinderung war die Bushaltestelle etwa 200 Meter entfernt an einem zweieinhalb Platten breiten Gehweg aufgestellt. Inzwischen ist sie direkt vor dem Werkseingang, so dass die Buskunden Platz zum Aussteigen haben und auch nicht mehr ein Stück der 200 Meter, wo der Gehweg endet, über die Straße laufen müssen. Hier haben die West GmbH und die Stadt sehr schnell reagiert." Zusätzlich habe die West Verkehr GmbH in demselben Gewerbegebiet (Gipco) zwei neue Haltestelle an der Werkstatt der Lebenshilfe Heinsberg aufgestellt. Noch ein Projekt in diesem Zusammenhang aber steht aus, erzählt Ullmann: "In einem ganz lieben Brief haben Prospex-Mitarbeiter ein Wartehäuschen angeregt. Darüber laufen jetzt die Gespräche, weil es für Menschen mit Handycap tatsächlich schwer ist, einen Schirm zu halten."

Quelle: RP
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