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Erkelenz
Leidenschaft fürs Experimentieren

Erkelenz: Leidenschaft fürs Experimentieren
Johannes Donner bei der Eröffnung seiner Ausstellung in Haus Spiess. Reisen in die Sahara und ins Amazonasgebiet haben seine Naturwahrnehmung geprägt. FOTO: Renate Resch-Rüffer
Erkelenz. In Haus Spiess zeigt der Wegberger Künstler Johannes Donner neuere Arbeiten unter dem Thema "Spannungsfelder". Die Freskotechnik inspirierte Donner zur Arbeit mit unterschiedlichen Materialien, die er Schicht um Schicht aufträgt. Von Renate Resch-Rüffer

Haus Spiess ist derzeit wieder Kunstgalerie der Stadt Erkelenz. Johannes Donner zeigt dort seine Arbeiten unter dem Titel "Spannungsfelder". Der Wegberger präsentiert großformatige, wandfüllende Werke ebenso wie Zyklen kleineren Formates.

Allen Arbeiten gemeinsam sind Oberflächenstrukturen, die sichtbar Spannungen des Materials ausgesetzt wurden und in unterschiedlicher Ausprägung rissige Strukturen zeigen. Doch auch abseits von mechanischen Spannungen finden sich gestalterisch ausgeklügelte Spannungsfelder in seinen Bildern. Konträre Elemente, sinnvoll zusammengesetzt, steigern sich gegenseitig. Sie durchbrechen die Ausgewogenheit und wirken auf den Betrachter frisch, akzentuiert und spannend. Wohlgewählt in einem harmonisch wirkenden Gesamteindruck.

Johannes Donner arbeitet in Schichten. Er trägt Materialien wie Marmormehl oder Sumpfkalk auf Leinwand oder Holz auf und bearbeitet es intuitiv. Das wiederholt er in zahlreichen Arbeitsschritten, trägt auf, trägt ab und formt. Mit Pigmenten, Leinöl, Tusche, Beize oder Schellack gestaltet er jede Schicht. Er sieht Verwandlung, verstärkt und akzentuiert oder trägt ab und verändert. Monate können vergehen, bis ein Bild seine endgültige Erscheinung erhält.

Sein Arbeitsprozess ist geprägt von Hinterfragen und einem Betrachten mit Abstand. Neuen Seheindrücken, die auftauchen, gilt es, sich neu zu nähern. Die Entstehung des Werkes ist geprägt von Gefühl und Erfahrung. Immer wieder neues Ausprobieren und Experimentieren kennzeichnet seinen Arbeitsstil. Johannes Donner arbeitet mit unterschiedlich reagierenden Materialien, die Bilder mit starken Oberflächenreliefs und großer Haptik entstehen lassen. Seine Reisen in die Sahara und das Amazonasgebiet und seine Wahrnehmung für das Zusammenspiel von Natur und Mensch haben sein Leben und seine künstlerische Ausdrucksweise stark geprägt. Davon erzählen seine Bilder. In satten Farbtönen, naturhaft und kontrastreich mit Akzenten, zeigen sie sich.

"Während meines Aufenthaltes in Arezzo in der Toskana kam ich in Kontakt mit der Freskenarbeit des alten Meisters Piero della Francesca. Begeistert von dessen Arbeiten, erlernte ich in der Nähe von Florenz zunächst die Herstellung einer klassischen Freske, um mich dann im Anschluss auf die experimentelle Freskenmalerei einzulassen", sagt Johannes Donner. Aufbauend auf dieser Technik, entstanden dann in den letzten Jahren neue, abstrakte Werke mit verschiedenen zusätzlichen Materialien.

Johannes Donner ist kein Unbekannter. In zahlreichen Ausstellung im In- und Ausland hat er sich mit seiner Kunst Achtung und Anerkennung erworben. Der in Wegberg geborene Künstler lebt trotz zahlreicher Reisen und Aufenthalte im Ausland bis heute in seiner Geburtsstadt. In seinem Atelier in Watern zeigt er auch außerhalb seiner Ausstellungen seine Arbeiten und tritt in künstlerischen Dialog mit Besuchern.

Quelle: RP
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