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Kolumne
Lieber Kevin-Marcel als Kevelaer-Süd

Erkelenz. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (JfdS) hat, wie jedes Jahr, mitgeteilt, was die beliebtesten deutsche Kinder-Vornamen sind. Und schon wieder heißen die Spitzenreiter Max und Sophie. Und das sagt Hastenraths Will dazu. 

So langsam kristallisieren die Zwei sich als das Bayern München unter die Baby-Vornamen raus. Das war früher mal ganz anders. Da hieß der Serien-Sieger jahrelang Kevin. Deshalb heißt mein Enkelkind ja auch Kevin-Marcel. Also nicht der Justin-Dustin, sondern der andere. Der Name Kevin war damals bei uns im Dorf so beliebt, dass der im Kindergarten durchnummeriert werden musste. Dabei kommt der ja ursprünglich aus dem Englischen. Da wurde der immer schon ganz normal verwendet, zum Beispiel bei Schauspieler: Kevin Kotzner, Kevin Spacey, Kevin allein zu Haus.

Sein besonderer Klang erhielt der Name erst, als der bei uns in Deutschland flächendeckend zum Einsatz kam. Erst durch die Kombination mit Nachnamen wie Schmitz, Kowalski oder Schlömer erhielt der Name Kevin seine exotische Strahlkraft.

Bei Prominente ist das genau umgekehrt, weil die halten sich für was Besseres. Die geben ihre Kinder absichtlich komische Namen, damit die eben nicht in die Tabelle mit die beliebtesten Vornamen auftauchen, sondern nur in die Tabelle mit die lächerlichsten Vornamen. Zum Beispiel San Diego Pooth, Don Hugo von Almsick oder natürlich die Gebrüder Ochsenknecht – Speedy Gonzales und Winnie Puh oder wie die heißen.

Aber auch international ist das total verbreitet: Die Kinder von der Coldplay-Sänger heißen wie ein Obstteller, die Tochter von Kim Kardashian wie eine Windrichtung und die Tochter von Madonna 'Lourdes‘, genau wie der Wallfahrtsort. Aber da muss ich ganz ehrlich sagen: Dann doch lieber der andere Trend. Lieber Kevin-Marcel als Kevelaer-Süd!

Euer Hastenraths Will

Quelle: RP
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