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Erkelenz
Lövenichs Dorfleben aus den Fugen

Erkelenz: Lövenichs Dorfleben aus den Fugen
Sommerfrische am See. Eine der vielen komischen Szenen aus dem neuen Stück der Lövenicher Nysterbachbühne "Cola, Cash und Kaugummi". FOTO: Jörg Knappe
Erkelenz. Die Nysterbachbühne präsentierte die Premiere des neuen turbulenten Stücks "Cola, Cash und Kaugummi". Wie gewohnt, wusste die Schauspieltruppe voll und ganz zu überzeugen. Lokale Seitenhiebe sorgten für viele Lacher. Von Katrin Schelter

Tradition soll man bewahren, und am besten bleibt sowieso alles wie es ist. Oder etwa nicht? Diese und andere Fragen bewegen die Figuren in Bernd Gombolds Komödie "Cola, Cash und Kaugummi", die in diesem Jahr ihren Weg auf die Lövenicher Nysterbachbühne gefunden hat. Bei der Premiere waren Lachtränen unter den Zuschauern keine Seltenheit, und die teilweise grandios überspitzte Spielweise der Darsteller trug zum Erfolg der Geschichte bei.

Jule Sauer (Hanna Hoffmann) ist stolze neue Pächterin des "Alten Seewirts" in Lövenich. Zusammen mit ihren Katzemer Freunden Marco (Aron Brocher), Tommy (Hendrick Steinke) und Lotte (Daria Bohn) hat sie große Pläne für die Zukunft - mit dem neuen Konzept für ihr Bistro und den "Fun & Action-Park" am See wollen sie frischen Wind in die aus ihrer Sicht angestaubte Gemeinde bringen und den Tourismus ankurbeln.

Der eher selbstverliebte als selbstlose Bürgermeister Anton Knackig (Bernd Roebers) und sein zum Assistenten degradierter Stellvertreter Johann Klemmer (Oliver Bormann) sind von den Ideen der jungen Leute jedoch gar nicht angetan. Und dann stammen die Grünschnäbel auch noch aus der ungeliebten Nachbargemeinde! "Der amerikanische Schnickschnack hat in Lövenich nichts zu suchen", sagt er und macht den Freunden prompt einen Strich durch die Rechnung. Außerdem hat der Bürgermeister noch ganz andere Probleme - seine Ehegattin Lieselotte (Sabine Weitz) und ihr gefürchteter Frauenclub liegen ihm schon seit Ewigkeiten mit ihrem Wunsch nach einem "Frauenbegegnungszentrum" in den Ohren. Doch weder die jungen Visionäre, noch die Frauenbewegung lassen sich so einfach abspeisen und bereiten sich auf einen raffinierten Kleinkrieg vor. Und als dann ein amerikanischer Medienmogul vor der Tür steht und seine eigenen aberwitzigen Ideen für den Ort vorschlägt, Anton ein Serienprojekt mit Fernsehrolle in Lövenich angeboten bekommt und endlich den lang ersehnten Ruhm wittert, gerät das beschauliche Dorfleben völlig aus den Fugen... . Die Akteure der Nysterbachbühne präsentierten die Komödie unter Regie von Eugen Symanski mit ungebremster Spielfreude und strapazierten die Lachmuskeln des Publikums enorm.

Das besondere Etwas wurde dem Stück durch das wieder sehr aufwendig und detailverliebt gestaltete Bühnenbild und das eingeflochtene Lokalkolorit verliehen - das Stück wurde von den Mitgliedern der Theatergruppe ins hiesige Platt umgeschrieben und mit Verweisen auf Lövenich und Umgebung gespickt. Das Resultat ist ein hervorragend humoristisches Stück, das die Zuschauer im Saal zu begeistern wusste und erneut die These unterstützt, dass die Nysterbachbühne bei der Wahl ihrer Inszenierungen gar nicht danebengreifen kann.

Quelle: RP
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