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Erkelenz
Menschen als Lebensspender der Stadt

Erkelenz: Menschen als Lebensspender der Stadt
Fachsimpeln über ein altes Personenstandsregister: Die Besucher der Ausstellung zum 1050-jährigen Bestehen der Stadt Erkelenz stellten Stadtarchivarin Alice Habersack (l.) viele Fragen und zeigten sich sehr interessiert. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Erkelenz feiert: Vor 1050 Jahren wurde Erkelenz erstmals erwähnt. Eine Ausstellung zeigt imposante Dokumente. Von Willi Spichartz

"In Erkelenz ist immer was los!" Schlagfertig reagierte Stadtarchivleiterin Dr. Alice Habersack am Sonntagmorgen im Alten Rathaus in Erkelenz zunächst auf das Glockenspiel um 11.30 Uhr und wenige Minuten später auf das das historische Gemäuer mit klingendem Spiel umkreisende Ensemble vom Städtischen Musikverein und dem Holzweiler Trommler- und Pfeiferkorps. Die Archivarin hielt gerade ihren Vortrag in der Ausstellung zur Ersterwähnung der Stadt vor 1050 Jahren in einer Urkunde von Kaiser Otto III.. Stadtratsmitglied Beate Schirrmeister-Heinen schloss das Fenster, um Dr. Alice Habersack wieder hörbar werden zu lassen.

Dass in Erkelenz immer was los ist, hatte Bürgermeister Peter Jansen analog zum wenige Stunden zurückliegenden Festabend zum Thema eingangs festgehalten, und dass es die Menschen, "wir", sind, die als Lebensspender der Stadt in Erscheinung treten. Aus der Übermittlung der Geschichte verstehe man, dass Entwicklung immer ein Prozess ist, dass die heutige Prosperität Erkelenz' eine logische Folge davon sei. Er dankte Günther Merkens als Vorsitzendem des Heimatvereins für die immense Arbeit für die Stadt und das Erkelenzer Land, Dr. Alice Habersack für die Kuratierung der Ausstellung.

Und die ließ dann die Stadtgeschichte übersichtlich auf großen Bannern und einigen bedeutenden Dokumenten lebendig werden. Dazu zählte auch eine gebundene Ausgabe der Original-Baux-Chronik, die der Heimatverein nun in Form zweier Bücher "übersetzt" aus dem 16./17. Jahrhundert herausgegeben hat.

Die Stadtarchivarin dankte Peter Jansen und ihren Kollegen für Gestaltungsfreiheit und Unterstützung bei der Vorbereitung der Ausstellung. Auch wenn nicht annähernd die 1050-jährige Geschichte von "Herculis Castra" (Festung des Herkules), so der spätantike Historiker Ammianus Marcellinus (4. Jahrhundert) zu Erkelenz, dargestellt werden konnte, so gelang doch, einen recht flotten Überblick über die Stadt in der Börde aus der Neusteinzeit mit keramischen Funden bis hin zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg den zahlreichen Besuchern zu liefern.

Habersack belegte darin noch einmal, dass das bisher angenommene Jahr der Verleihung der Stadtrechte, 1326, so nicht stimmen kann. Auch wenn Stadtschreiber Baux das mehr als 200 Jahre später schreibt - vermutlich haben Quellen eventuell vor ihm den offiziellen Herrschaftsantritt Rainald von Gelderns 1326 als Datum der Stadtwerdung herangezogen. Eine offizielle Urkunde hat die Stadt vom 22. Dezember 1377, in der Herzog Wilhelm von Jülich-Geldern Erkelenz alle Urkunden und Rechte einer Stadt bestätigt. Und dann, 11. September 2016, machte das Musikensemble, wie der Bürgermeister angekündigt hatte, draußen in Erkelenz wieder hörbar was los.

Quelle: RP
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