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Erkelenz
Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler geplant

Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler
Menschenkette gegen Braunkohletagebau in Garzweiler FOTO: dpa, obe cul
Erkelenz. Beim letzten großen Protest wollten die Menschen Garzweiler noch verhindern. Jetzt wollen sie ein Zeichen setzen für den Anfang vom Ende des Braunkohletagebaus.

Mit einer Menschenkette am rheinischen Braunkohletagebau Garzweiler wollen Klimaschützer für einen Ausstieg aus der Braunkohle in Deutschland demonstrieren. Ein Bündnis erwartet für Samstag (25. April) zur Demonstration am westlichen Tagebaurand rund 5000 Menschen. Sie sollen eine etwa 7,5 Kilometer lange Kette von dem fast schon komplett umgesiedelten Dorf Immerath bis nach Keyenberg in Erkelenz bilden, das 2023 weggebaggert werden soll.

"Im rheinischen Revier müsste eigentlich in fünf Jahren Schluss sein, um die Klimaschutzziele von Land und Bund zu erreichen", sagte der Sprecher des Bündnisses, Dirk Jansen, am Montag in Erkelenz-Holzweiler.

Ohne Nordrhein-Westfalen werde auch Deutschland seine Klimaschutzziele nicht erreichen. Für den Weltklimaschutzgipfel im November in Berlin wäre das ein fatales Signal, sagte Jansen, auch Geschäftsleiter vom BUND in NRW: "Die Vorreiterrolle Deutschlands wäre dahin." Dem Bündnis gehören unter anderem Greenpeace, Klima-Allianz, Naturschutzbund und eine Bürgerinitiative an.

Mit der Menschenkette sollen die Protestler eine symbolische Grenzlinie ziehen. Der nach Westen fortschreitende Tagebau Garzweiler dürfe die A61 nicht überschreiten, sagte Jansen. Nach bisherigen Planungen soll der Tagebau die A61 in spätestens sechs Jahren erreichen. Politik und RWE seien gefordert, den Strukturwandel für die Region einzuleiten, sagte der evangelische Pfarrer Jens Sannig für die Klima-Allianz Deutschland.

In der Region gibt es Befürchtungen, dass für Garzweiler wie geplant weitere 1600 Menschen umgesiedelt werden und sich der Energieriese RWE frühzeitig und ungeplant aus der Braunkohle verabschiedet und Geisterdörfer und halb verlassene Orte übrigbleiben. Die rot-grüne Landesregierung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, für den Tagebau Garzweiler weniger Abbaufläche freizugeben als ursprünglich geplant. Der Erkelenzer Ort Holzweiler bleibt dadurch verschont.

(lnw)
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