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Erkelenz
MHWirth will 190 von 570 Arbeitsplätzen streichen

Erkelenz: MHWirth will 190 von 570 Arbeitsplätzen streichen
Eine Testanlage für Ölbohrausrüstungen war im Jahr 2011 von MHWirth, damals AkerSolutions, in Erkelenz in Betrieb genommen worden. FOTO: Laaser (Archiv)
Erkelenz. MHWirth informierte die Mitarbeiter über den geplanten Stellenabbau für den Standort Erkelenz. Trotz des Marktrückgangs sollen 2016 circa 3,3 Millionen Euro in den Standort investiert werden. Von Andreas Speen

Aufgrund der schwierigen Marktlage in der Öl- und Gasindustrie plant MHWirth am Standort Erkelenz den Abbau von 190 Stellen, teilte das Unternehmen gestern mit. Reagiert werde damit auf die stark rückläufige Geschäftsentwicklung, die durch einen globalen Rückgang von Investitionen in den Öl- und Gasmärkten hervorgerufen worden sei, hieß es in einer Presseerklärung. Gefährdet sei der Standort jedoch nicht, wurde auf Nachfrage unserer Redaktion mitgeteilt, vielmehr wolle der Gesamtkonzern, dessen Hauptsitz in Norwegen ist, auch in diesem Jahr in Erkelenz investieren.

Derzeit beschäftigt das Unternehmen in Erkelenz rund 570 Mitarbeiter, die am Donnerstag in einer Betriebsversammlung informiert worden waren. "Um den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten, werden die Details der Restrukturierung nun mit dem Betriebsrat abgestimmt", hieß es von MHWirth. Dazu erklärte das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion: "Der Zeitplan sowie die im Detail involvierten Abteilungen werden mit dem Betriebsrat abgestimmt. Es werden keine Produkte aufgegeben, wir fokussieren uns auf die Stärkung unserer vorhandenen Produktbereiche."

MHWirth ist ein weltweit führender Anbieter von Bohrlösungen und -dienstleistungen mit 3000 Fachkräften auf allen fünf Kontinenten und mit Niederlassungen in mehr als 20 Ländern. Eine davon ist in Erkelenz. Nach schwierigen Jahren für die "Bohr" in Erkelenz kurz vor der Jahrtausendwende war ein Aufschwung verzeichnet worden, der sich auch in Bauprojekten wie einer Testanlage für Ölbohrausrüstungen im Jahr 2011 und einer neuen Montagehalle im Jahr 2013 zeigte. Investiert wurde im zweistelligen Millionenbereich.

2013, als am Jahresende die neue Montagehalle als größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte in Betrieb genommen wurde, hatte Geschäftsführer Einar Brønlund über die Zukunft gesagt: "Mit dieser Halle haben wir die Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung unserer Unternehmensstrategie geschaffen." Bürgermeister Peter Jansen hatte seinerzeit zu diesem Anlass erklärt: "Die Gründung des Unternehmens durch Anton Raky hat erheblich zum Aufschwung der Stadt beigetragen. Das Unternehmen war und ist eines der bedeutendsten gewerblichen Unternehmen in der Stadt. Mit dem Neubau setzt es ein deutliches Zeichen dafür, dass dies auch in der Zukunft so sein wird."

Nun aber haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert, weshalb Jansen gestern mit den Mitarbeitern fühlte und ihnen versprach: "Die Stadt stand und steht mit MHWirth in sehr engem Kontakt, und wir helfen, wo wir können. Mit zum Beispiel der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg wollen wir daran mitwirken, Lösungen für das Personal zu finden und die Fachkräfte in der Region zu halten." Der fallende Ölpreis bereite der Branche Probleme, und das Unternehmen habe ihm gegenüber erklärt, dass "es nun gelte, eine zwei- bis dreijährige Phase zu überstehen. Wir haben aber auch von der Zusage des Großkonzerns in Norwegen gehört, dass der Standort Erkelenz erhalten bleibt." Diese "Bestandsgarantie" sei wichtig für Erkelenz, denn MHWirth sei ein für die Stadt bedeutendes Unternehmen.

Welche Rolle der Standort in Erkelenz auch künftig im Gesamtkonzern einnehmen soll, erklärte MHWirth auf Nachfrage unserer Redaktion: "Erkelenz hat in unserem Gesamtkonzern eine wichtige Position. Insgesamt hat der Konzern in den letzten drei Jahren über 30 Millionen Euro in den Standort investiert. 2016 werden wir trotz des Marktrückgangs circa 3,3 Millionen Euro in den Standort Erkelenz investieren."

Quelle: RP
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