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Erkelenz
Millionenschaden nach Großbrand

Brand in Halle einer Bäckerei in Erkelenz
Brand in Halle einer Bäckerei in Erkelenz FOTO: Uwe Heldens
Erkelenz. Sechs Menschen werden bei einem Großbrand in der Produktionshalle einer Bäckerei in Erkelenz leicht verletzt. Der Schaden geht nach Angaben der Feuerwehr in die Millionen. Experten stellen eine geringe Asbestbelastung fest. Von Michael Heckers und Andreas Speen

Nach dem Großbrand in einer 1300 Quadratmeter großen Produktionshalle einer Bäckerei an der Gewerbestraße Süd hat sich die Stadt Erkelenz mit einem Informationsschreiben an die Anlieger gewandt. Demnach kam es im Umfeld des Einsatzortes während des Feuers zu einer geringen Belastung durch Asbest. Anlass zur Sorge besteht allerdings nicht: "Sollten durch die Schadstoffwolke asbestbelastete Partikel auf Ihr Grundstück niedergegangen sein, können diese über den Hausmüll (graue Tonne) entsorgt werden", heißt es in dem Schreiben der Stadt. Partikelstaub, der sich auf Fahrzeugen niedergelassen hat, könne durch eine normale Autowäsche beseitigt werden. Nähere Informationen werden heute im Laufe des Tages auf der Internetseite der Stadt (www.erkelenz.de) veröffentlicht.

Die Brandursache ist bislang unklar. Die Polizei und Brandsachverständigen prüfen nun, ob das Feuer möglicherweise durch Dacharbeiten ausgelöst wurde. Am Samstagvormittag war das Feuer in einer Produktionshalle der Bäckerei ausgebrochen. Ein Teil des Gebäudes stürzte ein. Der Rauch zog in Richtung der Erkelenzer Innenstadt. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes ("Warnapp Nina") löste aus. Die Smartphone-App liefert wichtige Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes für unterschiedliche Gefahrenlagen wie zum Beispiel Gefahrstoffausbreitung oder Großbrand. Die Feuerwehr wurde um 11.27 Uhr alarmiert. Laut Feuerwehr-Einsatzleiter Helmut van der Beek konnten alle Personen die Halle rechtzeitig verlassen. Als das Feuer ausbrach, befanden sich etwa 40 Mitarbeiter der Bäckerei in der Halle. Schwerverletzte gibt es nicht, mehrere Betroffene wurden vom Rettungsdienst betreut. Es gab sechs Leichtverletzte.

FOTO: Michael Heckers

Die Feuerwehr löschte mit drei Trupps von außen und zwei Trupps von innen. Zwei Drehleitern waren im Einsatz. So rettete die Feuerwehr den zweiten Teil des Gebäudes vor den Flammen.

Von dem Brand zog Rauch in Richtung der Innenstadt und des Hermann-Josef-Krankenhauses. Im Krankenhaus wurde die Klimaanlage vorsorglich ausgeschaltet, Fenster und Türen blieben geschlossen. Messtrupps der Feuerwehr untersuchten an mehreren Stellen in der Innenstadt gefährliche Stoffe in der Luft. Die Feuerwehr wurde dabei durch das Umweltamt des Kreises Heinsberg und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW mit Sitz in Recklinghausen unterstützt. Letzteres kam mit einem transportablen Labor und sechs Mitarbeiter nach Erkelenz. Nachdem kleinste Spuren von Asbest in der Umgebung gefunden worden waren, wurden die Straßen in dem betroffenen Bereich zur Vorsicht mit einer Kehrmaschine gereinigt. "Es war einem Zufall zu verdanken, dass die größte vom Brand betroffene Dachfläche bereits saniert war und somit kein Asbest mehr enthielt", teilte Feuerwehrchef Helmut van der Beek mit.

Die Brandursache ist unklar. Die Polizei prüft nun, ob das Feuer durch Dacharbeiten ausgelöst wurde. Ein Teil der Halle stürzte ein. FOTO: Uwe Heldens, hec

Der Großeinsatz an der Gewerbestraße Süd war für die Feuerwehrkräfte gegen 19.15 Uhr beendet. Allerdings kontrollierten die Wehrleute am Samstag gegen 22 Uhr und gestern um 9 Uhr die Einsatzstelle erneut. Rund 100 Feuerwehrleute aus Erkelenz und Hückelhoven waren im Einsatz.

Quelle: RP
 
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