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Erkelenz
Ministerium lobt neue Polizeiwache

Erkelenz: Ministerium lobt neue Polizeiwache
Landrat Stephan Pusch (v.r.) freut sich mit Andreas Bollenbach, Friedhelm Hintzen, Arno Sieberichs, Oswald Virnich und Ministerialrat Dr. Klaus Schönenbroicher über die neue Wache an der Gewerbestraße Süd in Erkelenz. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Die Erkelenzer Polizeiwache ist jetzt an der Gewerbestraße Süd zu finden. Ein Festakt macht Umzug perfekt. Von Andreas Speen

In der neuen Polizeiwache an der Gewerbestraße Süd in Erkelenz ist der Betrieb aufgenommen worden. Ein Festakt hat gestern den Umzug von der Kölner Straße besiegelt, der bereits in der vergangenen Woche erfolgt war. Von einem guten Tag für die Stadt Erkelenz und den Kreis Heinsberg sprach Landrat Stephan Pusch. Er sei froh, dass Erkelenz als Wachstandort erhalten werden konnte: "Selbstverständlich war das nicht."

Nachdem der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen den Mietvertrag für das Altgebäude gekündigt hatte, begann die zunächst schwierige Suche nach einem neuen Standort, der letztlich aber an der Gewerbestraße Süd gefunden wurde. Dort hatte die Firma Hela Offsetdrucke 2014 ihr Gebäude zur Miete angeboten. Dass Eigentümer Peter Langerbeins für die Polizei andere, lukrativere Angebote verstreichen ließ, klang gestern beim Festakt durch. Schnell soll er erklärt haben: "Meine Firma bekommt die Polizei."

Bis die Polizei einziehen konnte, dauerte es aber noch. Die Druckerei wurde umgebaut. Räume für die Polizeiwache wurden eingerichtet, zu denen ein Leitstand, Büros, Umkleiden, ein Blutprobenraum sowie ein Lager für Schusswaffen gehören. Es wurden auch Räume für das Kriminalkommissariat geschaffen, zu denen Verhörräume, Büros sowie eine Asservatenkammer gehören. Hinzu kam, dass schusssichere Fenster wie auch Überwachungskameras einzubauen waren, weil es galt, einen höchsten Sicherheitsstandard zu erreichen. Barrierefreiheit war eine weitere Anforderung, die es umzusetzen galt. "Jetzt entspricht alles einem Neubau", sagte Peter Langerbeins.

Von "einer Musterwache" sprach gestern Ministerialrat Dr. Klaus Schönenbroicher, der bei dem Festakt den NRW-Innenminister vertrat. Auf beispielhafte Weise sei in Erkelenz die Suche nach einem neuen Wachstandort gelaufen, auch sei das Projekt in beispielhafter Kürze umgesetzt worden und das Gebäude vom Vermieter und von der Bauunternehmung Bilen in beispielhafter Weise für die Polizei hergerichtet worden. Auch die Organisation des Projektes aufseiten der Kreispolizeibehörde Heinsberg erhielt dieses Prädikat in Schönenbroichers Aufzählung. Dass dazu besonders Willi Heinrichs beigetragen hat, war von Landrat Pusch hervorgehoben worden. Trotz seiner Pensionierung vor zwei Jahren habe er das Projekt für die Polizei begleitet: "Danke dafür."

Dass der neuen Wache eine Sache fehlt, sprach gestern Franz Janßen an, der scheidende Personalratsvorsitzende der Kreispolizei. An ihn sei ein Mitarbeiterwunsch herangetragen worden, der ihn nachdenklich stimme: "Sie hätten gern ein Polizeigewahrsam." Es sei bekannt, dass ein solches zurzeit nicht zu finanzieren sei. Er wünsche sich aber, dass, sollten sich die Bedingungen einmal ändern, dieser Mitarbeiterwunsch in Erinnerung gerufen werde. Künftig gibt es Gewahrsamszellen nur noch in Geilenkirchen, Heinsberg und Hückelhoven. Andreas Bollenbach, Leiter der Polizei im Kreis Heinsberg, hatte kürzlich gegenüber unserer Redaktion diese konzeptionelle Neuausrichtung bestätigt: "Die durchschnittlichen Belegungszahlen der Gewahrsame der Kreispolizeibehörde Heinsberg rechtfertigten die hierzu erforderlichen (Mehr-)Ausgaben nicht."

Das Grundstücke der alten, innerstädtischen Polizeiwache soll gemeinsam mit dem des benachbarten Amtsgerichts, das im September leergezogen werden soll, eine neue Nutzung erhalten. Zum bisherigen Standort sagte gestern Franz Janßen: "Wenn man sich die alte Wache nach dem Auszug anschaut, sieht man: Es war Zeit zu gehen."

Quelle: RP
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