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Erkelenz
Möhnen-Produktion geht weiter

Erkelenz: Möhnen-Produktion geht weiter
Die letzte Möhne, die die Schüler der Pestalozzischule gefertigt haben - nun übernehmen die Möhneleut' den Bau, was Bürgermeister Peter Jansen (l.) sehr freut. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Die Möhneleut' der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft von 1832 bauen ab sofort die lebensgroßen Puppen, die nun bestellt werden können. Bislang haben die Schüler der ehemaligen Pestalozzischule die Möhnen gebaut. Von Anke Backhaus

Am Anfang eines jeden Jahres tauchen sie auf. Sie sitzen auf Bäumen, am Alten Rathaus auf dem Markt sitzen sie sogar auf den Fensterbänken und beobachten das Geschehen mitten in Erkelenz. Die Möhnen, die dafür gesorgt haben, dass die Stadt in der jecken fünften Jahreszeit auch "Möhnelenz" genannt wird, sind so etwas wie das Markenzeichen des Erkelenzer Fastelovends.

Mit der Schließung der Pestalozzischule war der Fortbestand des Möhnenbaus allerdings nicht mehr gesichert. Unvorstellbar war es dagegen auch, in Zukunft keine das Stadtbild prägenden Möhnen mehr zu sehen zur Karnevalszeit. Die Möhneleut', eine Gruppierung innerhalb der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft von 1832, haben sich nun ein Herz genommen und erklärt: "Die Möhnen-Produktion geht weiter."

Rückblick: Seit 2005 produzierten die Schüler der ehemaligen Pestalozzischule die bunten Möhnen, die es in dieser Form seit 1976 gibt, in ihrem berufsvorbereitenden Unterricht, daraus wurde eine Schülerfirma. Eugen Luther und Heinz Goertz, die "Möhnenväter" der ersten Stunde, gaben ihr Wissen an die Schüler weiter. Vor allem Liselotte Jopen, ehemalige Lehrerin der Pestalozzischule und der EKG eng verbunden, stand den Schülern beim Möhnenbau immer zur Seite. Sie übergab übrigens die letzte in der Schule gefertigte Möhne an Uschi Skibba, Kommandantin der Möhneleut'. Das ganze Jahr über entstanden so die Möhnen. Die Nachfrage ist nach wie vor groß.

Und nun springen die Möhneleut' ein. Die EKG-Gruppe hat es sich ohnehin zur Aufgabe gemacht, das Möhnen-Brauchtum in allen Facetten aufrecht zu erhalten. "Das ist alles Handarbeit", klärt Uschi Skibba, die "Obermöhne" der Möhneleut', auf. Die Möhnen sind lebensgroß und kosten im Regelfall rund 30 Euro, "wobei damit die reinen Materialkosten abgedeckt sein werden. Geld verdienen wollen wir mit dem Bau der Möhnen nicht", sagt Uschi Skibba weiter. Ab sofort finden die Treffen der Möhneleut' immer mittwochs in einem Raum im Gebäude der alten Pestalozzischule statt, dabei werden die Möhnen dann gebaut.

Für Bürgermeister Peter Jansen ist es ein Glücksfall, dass die Möhnenproduktion weitergeht: "Bis zu 90 Möhnen sind in der Stadt zu sehen, wenn Karneval ist. Etwa zwei Jahre halten sie, danach fallen sie der Witterung zum Opfer. Darum ist es für die Stadt wichtig, auch weiterhin die Möhnen bestellen zu können."

Ein Blick in die Geschichte: Schon 1928, so wird es erzählt, seien bei "Will" am Markt bei einem Kegelabend des katholischen kaufmännischen Vereins verkleidete Frauen, so genannte Schwiegermütter, aufgetaucht. Man beschloss daraufhin, jährlich die Geburtsstunde der "Möhn" zu feiern. Das richtige Möhnentreiben begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter der Leitung der Möhnenväter Eugen Luther und Heinz Goertz wurden mit Kurt Hupke und Karl-Josef Nießen ab 1976 Möhnen gebaut. So wurde aus Erkelenz schließlich auch "Möhnelenz" - zumindest zur Karnevalszeit.

Quelle: RP
 
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