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Erkelenz
Mörderisches rund um Huppenbroich

Erkelenz: Mörderisches rund um Huppenbroich
Intime Atmosphäre bei der Lesung mit Kurt Lehmkuhl im Kaminzimmer der Erkelenzer Burg. Der Autor stellte in der Reihe "Leseburg" seinen neuen Krimi vor. FOTO: Uwe Heldens
Erkelenz. Der Erkelenzer Journalist Kurt Lehmkuhl stellte bei der "Leseburg" seinen neuen Kriminalroman "Fundsachen" vor. Die fiktive Gemeinde trägt nur den Namen des realen Simmerather Ortsteils. Das Regionalkolorit aber stimmt. Von Willi Spichartz

Wie lernt man Erdkunde am besten? Indem man's gar nicht merkt. Indem man etwa Krimis von Kurt Lehmkuhl liest, von dem nun der bereits der Zwanzig erschienen ist. Alle spielen im Rhein-Maasland, da, wo sich der Erkelenzer Journalist auskennt und Erdkunde so vermittelt - so, dass sich selbst die Mitarbeiter seines Verlags vom Bodensee am Niederrhein auskennen. "Fundsachen" ist das neuste Werk, das den Lesern vor allem Huppenbroich näher bringt, das als Ort im fiktiven Krimi real existiert.

Natürlich kommt der Krimi an sich nicht zu kurz, wie sich jetzt die Zuhörer in der Erkelenzer Burg überzeugen konnten, die für solche Gelegenheiten zur "Leseburg" erklärt wird, und wo der Autor fünf Kapitel aus den "Fundsachen" las.

Das Kaminzimmer ist Ort der Lesungen, der am Freitag in gewisser Hinsicht auch zu Huppenbroich passte mit seiner Reihe von Wildschweinfellen an den Wänden, schließlich ist Huppenbroich ein idyllisches Eifeldörfchen, wo sich Wildschwein und Kuh gute Nacht sagen. Lehmkuhl: "Huppenbroich hat 400 Einwohner, 4000 Kühe und 12 000 Buchen." Und seit der pensionierte Kriminalhauptkommissar Rudolf-Günther Böhnke dort wohnt, passiert da auch mal was, ließ der Schriftsteller seine aufmerksamen Zuhörer wissen.

Zwischen die Kapitellesungen flocht Lehmkuhl immer wieder Geschichten zum Roman und zur Landschaft ein. Bei einer Lesung in der Hocheifel habe er den Zuhörern die Frage gestellt, ob Huppenbroich ein realer oder ein fiktiver Ort sei. Genau die Hälfte der Hörer hielt das Dörfchen für genauso fiktiv wie das verbrecherische Geschehen, das sich teils auch im Ort abspielt, der zur Gemeinde Simmerath gehört und etwas abseits der Straße zum Rursee nach Einruhr liegt.

Schmitze Billa ist die einsame, uralte Huppenbroicherin, die auf einer Tour mit der Ortsgemeinschaft zum Freilichtmuseum Kommern dort ihr Elternhaus entdeckt, sich ins Bett ihrer Vorfahren legt und darin - eines natürlichen Todes - stirbt. Kriminell wird's mit dem Erben, der ein riesiges Grundstück in Huppenbroich in Besitz nimmt.

Den zweiten Handlungsstrang findet Ex-Hauptkommissar Böhnke an der Staumauer des Rursees, wo sich mit dem auf ihr sitzenden Walter Frosch offenbar jemand zum Freitod entschlossen hat. Der von Böhnke Gerettete gibt sein Geheimnis preis: Beim Spaziergang durch die Westwall-Höckerlinie bei Aachen-Walheim fand er einen Tresor mit 500 000 Euro, den die Polizei ihm zurückgab, da ein "rechtmäßiger" Eigentümer nicht gefunden wurde. Ein geheimnisvoller Erpresser raubte Walter Frosch den Lebensmut.

Und dann ein ausgebranntes Auto auf der Bundesstraße 258, die bei Fringshaus über belgisches Staatsgebiet führt, sowie ein Toter im anschließenden Hohen Venn. Die Klärung der Verbindung der drei Handlungsstränge miteinander bleibt den Lesern des Eifelkrimis vorbehalten...

Quelle: RP
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