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Erkelenz
Morde in Erkelenz - alles nur Schauspiel

Erkelenz: Morde in Erkelenz - alles nur Schauspiel
Das Berliner Kriminal Theater spielte in der Erkelenzer Stadthalle das Stück "Todesfalle" von Ira Levin. FOTO: RENATE RESCH-RÜFFER
Erkelenz. "Todesfalle" - den Thriller von Ira Levin präsentierte das Berliner Kriminal Theater in der Erkelenzer Stadthalle. Es ist das dritte Stück, in dem es um viele Verwicklungen geht, in der Theater-Reihe der Kultur GmbH der Stadt Erkelenz. Von Renate Resch-Rüffer

Der Vorhang öffnet sich, der Blick fällt auf einen Pool und einen Stehtisch mit Schreibmaschine. Ein Mann im weißen Hemd läuft mal ruhig, mal angestrengt über die Bühne. Man sieht ihn denken. Die Musik bricht abrupt ab, als eine Frau in kurzem rosa Kleidchen die Bühne betritt. "Gefällt es Dir?", fragt sie in die Stille. Damit reißt sie den schreibenden, denkenden Mann aus seinen Gedanken und er bezieht sie sofort in seinen Text ein. Er lässt sie den Satz "Du musst mir glauben, Liebster, ich habe mit diesem Robert Paddington nichts gehabt" nachsprechen. Damit verfrachtet er sie kurzerhand in den Pool und taucht sie unter. Allen Zuschauer ist spätestens ab dem Moment klar: Er ist Krimiautor.

Alles nur Spiel, die Dame verlässt tropfnass das Becken. Wie mag es sich wohl anfühlen, mit einem Mann verheiratet zu sein, der sich nur mit Mord und morden beschäftigt? Bekommt man nicht automatisch Angst, das nächste Opfer zu sein? Im Stück geht es um den Krimiautor Sidney, der plant, einen jungen Kollegen umzubringen, um dessen Manuskript zu stehlen und unter eigenem Namen zu veröffentlichen. "Ich frage mich, wie Du dazu imstande warst. Vermutlich warst Du schon immer ein anderer Mensch, als der, für den ich Dich gehalten habe", erklärt die geschockte Ehefrau nach dem inszenierten Mord an dem jungen Kollegen.

Die Geschichte dreht sich mit überraschenden Verwicklungen und Wendungen um einen ehemals erfolgreichen Autor. Das Glück hat ihn verlassen, seine Stücke schlagen nicht mehr ein. Er und seine Frau leben in ihrem offensichtlich luxuriösen Heim, vom Geld der Frau, das jedoch bald aufgebraucht scheint. Für den Krimiautor offensichtlich eine sehr belastende Situation. Verschiedene Gedankenmodelle werden durchgespielt. Auch der Gedanke, die Sammlung aller Mordinstrumenten, wie Baseballschläger, Dolch, Armbrust u.ä., die der Zuschauer im Bühnenregal bewundern kann, zu verkaufen, liegt in der Luft. Eine Hellseherin kommt ins Spiel, die Schwingungen von bevorstehenden Attacken und Angriffen empfangen kann. Wird sie den Mord, der bald passiert, lösen?

Die Zuschauer werden mit Ereignissen überrascht und mit unterschiedlichen Charakteren konfrontiert. Nichts scheint vorhersehbar, jede Inszenierung authentisch. Der Autor, Publizist und Medienwissenschaftler Wolfgang Rumpf bearbeitete das Stück zur Bühnenfassung des Berliner Kriminal Theaters. Die Romanvorlage stammt von Ira Levin, aus dessen Feder auch der Thriller "Rosemarie's Baby" stammt. Sein Lebenswerk umfasst sieben Romane, was für vier Jahrzehnte eine geringe Zahl zeigt, sie waren erfolgreich. Mehrere Romane des 2007 verstorbenen Levin lieferten die Vorlage für Hollywood.

Quelle: RP
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