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Erkelenz
Multikulturelle Teams stärken

Erkelenz: Multikulturelle Teams stärken
In dem neuen Seminar des Roten Kreuzes vermittelt Trainerin Elke Buckert Basiswissen für eine gelingende interreligiöse und kulturelle Teamarbeit. FOTO: JÖRG KNAPPE
Erkelenz. Mit dem Workshop Teamkultur gibt das Familienbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes Menschen in der Integrationsarbeit Methoden an die Hand. So können sie die kulturenübergreifende Zusammenarbeit positiv gestalten. Von Nicole Peters

Die große Bedeutung, die der Tätigkeit von Menschen mit bürgerlichem Engagement und Hilfsorganisationen in der Flüchtlingsarbeit zukommt, ist unbestritten. Die Helfer leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration der Schutzsuchenden vor Ort: mit Kursen, Aktivitäten oder Beratung. Mit dem neuen Workshop "Interreligiöse und interkulturelle Teamkultur" gibt das Familienbildungswerk des DRK ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen Methoden an die Hand, mit denen sie in ihrer Arbeit gestärkt werden.

Erstmals fand jetzt der Kursus, an dem auch Familienbildungswerk (FBW)-Leiterin Christiane Yahya teilnahm, statt. In die DRK-Kreisgeschäftsstelle kamen mehr als ein Dutzend Teilnehmer. Die Referentinnen Silvia Sievert-Pollack und Elke Buckert, die bereits seit Jahren im FBW des DRK tätig sind, erarbeiteten mit ihnen zusammen unterschiedliche Aspekte, die für eine konstruktive, verständnisvolle Teamarbeit zu beachten sind. Dialogregeln für das interreligiöse Gespräch kamen zur Sprache: So etwa die Voraussetzungen eines jeden zu erkennen und eigene Worte für die eigene Religion zu finden. Ebenso gehört es dazu, Überzeugungen anzuerkennen ohne zu bekehren, das Wesentliche der Religionen zu begreifen sowie stets geduldig zu bleiben. Dass verschiedene Teamstrukturen die Teamarbeit ebenfalls stark prägen, hoben die Referentinnen hervor. Sie bildeten Gruppen zu flacher (Beispiel Team mit Leiter und Mitgliedern in einer Organisation), gemischter (Familienbildungsstätte) oder steiler Hierarchie (vom Amtsgericht bis hin zum Bundesgerichtshof), in denen entsprechend der Rollenverteilung spielerisch Aufgaben zu lösen waren. Die festgelegten Gruppenleiter Lasshad Ouachem, Stefan Apweiler und Claudia Walter stellten anschließend konkreteres Handeln nach erfolgter Zuteilung von Rollen fest: In der flach organisierten Gruppe hatten sie moderiert. Innerhalb der gemischten die Anweisung gegeben und sich bei größerer Eigenverantwortung der Einzelnen zurückgenommen. Im Rahmen der steilen Struktur teilten sie jedem Mitglied feste Aufgaben zu. Gruppenmitglieder nahmen dabei Autoritätsverlust bei mangelnder Führung sowie eine verbesserte Zusammenarbeit bei aktiver Leitung in schwierigen Situationen wahr. Für das interreligiöse, interkulturelle Team erachteten alle eine gemischte Hierarchieform, gemeinsames Verfolgen des Zieles und eine gewisse Führung für sinnvoll. Wichtig fanden sie in dem Zusammenhang zudem die Nutzung der Kompetenzen Einzelner und verstärkte Eigenverantwortung jedes Mitglieds. Aufgrund der in der Integrationsarbeit oftmals multikulturellen Teamstruktur sei es wichtig, die jeweiligen Kulturkreise zu beachten und über Verhaltensweisen aufzuklären, lautete ein weiterer Konsens des Workshops. Und weitere beeinflussende Faktoren kamen zur Sprache: bisherige Erfahrungen mit Teamwork, andere Verhaltensweisen in Bereichen wie Sozialarbeit oder Wirtschaft oder die Stellung von Frau und Mann in der Gesellschaft.

Quelle: RP
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