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Erkelenz
Musical vereint Klassik und Moderne

Erkelenz: Musical vereint Klassik und Moderne
Lebensbilder des Musikgenies Mozarts wurden in der Inszenierung der Kammeroper Köln mit den Mitteln eines modernen Musicals auf die Bühne gebracht. FOTO: Renate Resch-Rüffer
Erkelenz. Die Deutsche Musical Company der Kammeroper Köln gastierte in der Stadthalle Erkelenz mit "Mozart Superstar". Von Renate Resch-Rüffer

Dass Mozart ein Genie war, daran besteht kein Zweifel. Nach wie vor ist Mozart aus Konzertprogrammen in aller Welt nicht wegzudenken. Grund genug, ihm, dem Superstar, ein Musical zu widmen. Musikalisch umgearbeitet und mit neuen Texten präsentieren die Darsteller die großen Werke des Meisters.

Begonnen wird am Ende der Geschichte. Sein tragischer Tod während der Arbeit am Requiem bildet den Einstieg zu der gesungenen und erzählten Story. Zu seinen Melodien, den Sonaten, Symphonien, und Serenaden wurden Liedtexte geschrieben. Die Handlung rankt sich entlang der Arbeit an den bekannten Opern "Die Entführung aus dem Serail", "Le nozze di Figaro", "Don Giovanni", "La clemenza di Tito" oder "Die Zauberflöte". Mozarts Leben ist mit seinem Werk eng verbunden. Die große Liebe zu Konstanze, seine Heirat und Vaterschaft sind ebenso Teil, wie sein Schaffensdrang, ständige Geldsorgen und ein ausschweifendes Leben. Seine Charakterzüge der Genialität und Exzentrik, sein revolutionärer Geist und seine Modernität sind Hauptbestandteile des Stückes. Mit einem videoproduzierten Bühnenbild, das sich schnell und sauber wechseln lässt, gelangen die Zuschauer rasch in unterschiedliche Lokalitäten und Epochen.

Mozart zeigt viel Ähnlichkeit mit Prominenten unserer Zeit. Der Name Superstar ist deshalb durchaus angebracht und begründet. Freiheitsdrang, Provokation und Schaffensdrang verbunden mit ausschweifendem Leben finden wir auch bei Künstlern unserer Zeit.

Bereits mit fünf Jahren komponierte Mozart sein erstes Konzert, seine erste Symphonie mit sieben Jahren und seine erste Oper mit zwölf. Frühe Erfolge verlangen nach einer Steigerung. Der junge Wolferl wurde von seinem Vater dressiert und herumgezeigt. Dieser war allgegenwärtig, ermöglichte wohl die frühe Entfaltung der Begabung Mozarts, engte ihn jedoch massiv ein. Der Bruch mit dem Vater, um sich aus seiner Herrschaft zu befreien scheint unausweichlich. Ebenso wie die Suche nach weiteren Herausforderungen. Mozart verstand sich auf die Kunst der Melodieführung und hatte begriffen, dass sich die Zuhörer eine einfache und gleichzeitig wirkungsvolle Musik wünschen. Doch auch bei anspruchsvollerem Publikum gewann er Aufmerksamkeit durch die Vielschichtigkeit seiner Musik. Er bündelte die aktuellen Strömungen seiner Zeit und popularisierte sie.

Schon zu Lebzeiten wurde sein Werk bewundert. Im Tod wurde er unsterblich. Mozarts tragisches Schicksal gibt genug Stoff für ein Musical, das einen Querschnitt aus verschiedenen Werken seines Schaffens zeigt. Für die Zuschauer ist die Inszenierung zeitweise etwas verwirrend. Unklar bleibt die Rolle der schwarzen Tänzer im Gesamtgeschehen.

Quelle: RP
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