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Erkelenz
Musikverein mit neuem Mann am Pult

Erkelenz: Musikverein mit neuem Mann am Pult
Die Probezeit blieb kurz. Seit Januar dirigiert Thomas Lindt den Städtischen Musikverein Erkelenz, und schon im März vereinbarten beide Seite eine dauerhafte Zusammenarbeit. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Der Wassenberger Thomas Lindt ist neuer Dirigent des Städtischen Musikvereins Erkelenz. Derzeit bereitet er mit dem Sinfonischen Blasorchester das Frühjahrskonzert vor und ist gespannt auf den ersten gemeinsamen Auftritt. Von Philipp Schaffranek

Nachdem sich die Musiker eingespielt haben, startet die Probe des Städtischen Musikvereins Erkelenz in der Pestalozzischule mit "Moby Dick". An einer Stelle muss Thomas Lindt eingreifen. Der neue Dirigent des Stammorchesters singt und zählt den Takt mit, bis er unterbricht. "Baritone, die letzten vier Takte bitte", sagt er. "Hier könnte das Register ruhig lauter spielen." Zwei mal lässt Lindt die Baritone die Stelle proben. Dann ist er zufrieden: "Das war super. Und genau so spielt ihr das ab jetzt immer."

Bis zum Frühjahrskonzert am Samstag, 29. April, sind es nur noch wenige Proben. Wenn das Konzert in der Erkelenzer Stadthalle um 19.30 Uhr beginnt, soll alles funktionieren. Unter dem Motto "Auf hoher See" präsentiert der Städtische Musikverein konzertante Blasmusik. Gespielt wird die "Ocean Ridge Rhapsody" von Robert Sheldon, das Konzertstück "Pacific Dreams" von Jacob de Haan und Filmmusik. Etwa zum deutschen Film "Das Boot" oder zum Hollywood-Hit "Fluch der Karibik". Neben dem Stammorchester treten auch die Juniorband und die Bläserklasse auf.

Das Frühjahrskonzert ist das erste Konzert des Stammorchesters unter seinem neuen Dirigenten, Thomas Lindt. Der studierte Musiker aus Wassenberg war der Wunschkandidat der Erkelenzer als Nachfolger von Tobias Liedtke. "Die Zusammenarbeit ist hervorragend", sagt der 51-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit Januar leitet er das Orchester. Zum gegenseitigen Kennenlernen hatte er mit dem Musikverein eine Probezeit vereinbart - schon im März haben beide Seiten fest zugesagt.

Das Orchester habe "großes Potenzial", sagt Lindt. Doch es gebe auch ein paar Baustellen, die er bearbeiten müsse. Dafür bringt er ausreichend Erfahrung mit: Neben den Erkelenzern dirigiert Lindt das Stadtorchester Korschenbroich, die Musikkapelle Kleinenbroich und das Werksorchester Schlafhorst in Mönchengladbach. Und als Posaunist und Alphornist steht er mit vier verschiedenen Ensembles, wie dem Blechbläserquintett "International Brass", regelmäßig auf der Bühne. In seiner Musiker-Karriere ist Thomas Lindt auch schon mit dem Gürzenich Orchester Köln, dem Sinfonieorchester Köln und dem Westfälischen Sinfonieorchester aufgetreten.

Ein Jahr dauere es schon noch, bis er das Orchester in Erkelenz richtig kennengelernt habe, sagt Lindt, der möchte, dass sich jeder Musiker einbringen kann. "Ich möchte die schwächeren Mitglieder nicht abhängen", sagt er. Auf ihnen soll der Klang des Orchesters aufbauen. "Mein Ziel ist es auch, die unteren Stimmen zu fördern."

Er will alle mitreißen. So dirigiert er auch: Mit dem ganzen Körper, nicht nur mit den Händen. Bei der Probe lässt er die meisten Stücke durchspielen. Eingreifen muss er nur an wenigen Stellen. Die meisten Stücke laufen bereits. Trotzdem ist Lindt vor dem Konzert weiter gespannt: "Beim Frühjahrskonzert werde ich sehen, wie das Orchester bei einem Auftritt reagiert." Das sei noch einmal eine andere Situation.

Quelle: RP
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