| 00.00 Uhr

Erkelenz/Lövenich
Nach der Wende begann die Freundschaft

Erkelenz/Lövenich: Nach der Wende begann die Freundschaft
Der Thumer Bürgermeister Michael Brändel (r.) überreichte Klaus Ruetz (Mitte) vom Freundeskreuz einen Axinit, auch Thumit genannt, der im 16. Jahrhundert das erste Mal in Thum gefunden wurde, als Geschenk. Mit dabei: Peter Herling (links), stellvertretender Bürgermeister von Thum, Christel Honold-Ziegahn und Bürgermeister Peter Jansen. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz/Lövenich. Lövenicher und Thumer feierten am Wochenende das 25-jährige Bestehen ihrer Freundschaft. Neun Delegierte aus Thum waren dazu nach Lövenich gekommen. Am Samstag gab es einen Festakt im Alten Rathaus von Erkelenz. Von Philipp Schaffranek

Eine nun 25-jährige Freundschaft verbindet den Stadtteil Lövenich mit der Bergstadt Thum im Erzgebirge. Rund 450 Kilometer liegen zwischen den beiden Orten. Doch vor der Wiedervereinigung war es nicht nur die Entfernung, die trennte, sondern auch die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. 1991 - kurz nach der "Wende" - begann die Freundschaft als ein Zeichen für die Wiedervereinigung.

Weil die Stadtteil-Freundschaft im Jahr 2014 urkundlich besiegelt wurde, gab es am Samstag einen Festakt im Alten Rathaus. Anstelle einer Festrede zeigte Klaus Ruetz eine Bilderpräsentation über die gemeinsamen Aktivitäten. Ruetz ist die zentrale Person dieser Freundschaft. Der gebürtige Thumer war 1990 Vorsitzender des CDU-Ortverbandes Lövenich-Katzem-Kleinbouslar und nahm Kontakt zur CDU-Ortsgruppe in Thum auf. Damals begannen viele Freundschaften zwischen Städten und Gemeinden in Ost- und Westdeutschland. Im Februar 1991 reiste eine Erkelenzer Delegation um den damaligen stellvertretenden Bürgermeister Rudolf Gau und Klaus Ruetz zur ersten Kontaktaufnahme nach Thum. Seit 2011 gibt es den Verein "Freundeskreis Erkelenz-Thum", dessen Vorsitzender ist Ruetz. "Über 45 Begegnungen fanden in den vergangenen 25 Jahren statt", sagte Ruetz.

Auch Bürgermeister Peter Jansen war schon einmal zu Besuch in Thum. "Es ist eine Bereicherung für uns alle", sagte Jansen über die Freundschaft. Der Austausch und die Treffen seien das beste Zeichen dafür, dass Wiedervereinigung gelingen könne. "Selbstverständlich ist es nur, wenn Menschen sich darum kümmern", sagte Jansen. Die Feier im Alten Rathaus sei ein Zeichen für die Wiedervereinigung von Menschen, die zusammengehörten.

"Freundschaft kommt immer aus dem Inneren", sagte Michael Brändel, Bürgermeister der Stadt Thum. Er sei dankbar, dass es Menschen wie Klaus Ruetz gebe, die Brücken bauten. Mit der Teilung Deutschlands seien Menschen getrennt worden, die zusammengehörten. Wichtig sei es, dass man solche Grenzen nicht wieder aufbaue. Als Gastgeschenk überreichte er Klaus Ruetz einen Axinit, auch Thumit genannt, weil der Stein im 16. Jahrhundert das erste Mal in Thum gefunden wurde. Der Stein sei auch symbolisch zu verstehen. Mit Steinen könne man sichtbare Brücken bauen.

Die Feier im Alten Rathaus gestalteten die Lövenicher Jürgen Vieten mit seinen Töchtern Eva und Vera und Theo Schläger und die Thumerin Brigitte Lohr musikalisch. Zudem wurden je zwei Mundarttexte auf sächsisch und rheinisch vorgetragen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Erkelenz/Lövenich: Nach der Wende begann die Freundschaft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.