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Erkelenz
Nähwerkstatt: Kontakte durch kreatives Tun

Erkelenz: Nähwerkstatt: Kontakte durch kreatives Tun
Einige Teilnehmer der Nähwerkstatt mit Brigitte Hoevel-Haberland von der KBS (3. v. l.), Modedesignerin Inge Klaus-Bergmann (4. v. l.), Gemeindesozialarbeiterin Bärbel Windelen (6. v. l.), Marion Höver-Battermann vom Katholischen Forum (7. v. l., hinten) und Bekleidungstechnikerin Susanna Jochims (3 v. r.). FOTO: CARITAS
Erkelenz. Neues Angebot der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen. Hochwertige Mode entsteht.

Wer die Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) für psychisch kranke Menschen in Erkelenz des Caritasverbandes für die Region Heinsberg dienstags betritt, der befindet sich inmitten einer Nähwerkstatt. Frauen sitzen an Nähmaschinen und schneidern Wohnaccessoires wie Kissen und Sitzsäcke oder individuell designte Kleidung. Bei der Nähwerkstatt handelt es sich um ein neues Projekt der KBS in Kooperation mit der Gemeindesozialarbeit des Caritasverbandes, und dem Katholischen Forum Mönchengladbach/Heinsberg.

"Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, ein kreatives Angebot für interessierte Besucher(innen) der KBS anzubieten", sagt Gemeindesozialarbeiterin Bärbel Windelen. Schnell sei die Idee aufgekommen, als Projekt eine Nähwerkstatt aufzubauen, zumal hochwertige Stoffspenden einer Stoff- und Dekorationsfirma vorlagen. "Wir hatten ja schon Erfahrung bei der Herstellung von Designer-Unikaten als Upcycling unter der Leitung von Mode-Designerin Inge Klaus-Bergmann für unsere Modenschau zum zehnjährigen Jubiläum sammeln können", erzählt Brigitte Hoevel-Haberland von der KBS. Die Teilnehmer seien damals traurig gewesen, dass danach das Nähen vorbei war. Deshalb waren sie begeistert, als sie von dem Projekt erfuhren.

Die Produkte der Nähwerkstatt haben mittlerweile sogar ihr eigenes Label "B.E.G.A.B.T!". "Das Wort ist aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Teilnehmerinnen entstanden", erklärt Windelen. "B.E.G.A.B.T!" sei Programm, denn die hergestellten Produkte würden die Talente ihrer Schöpfer und Hersteller zeigen. "Hier gibt es ganz viele Talente. Diese zu entdecken und zu fördern und das Kreative herauszuholen, dafür bedarf es einer Fachkraft", sagt Windelen. Diese habe man mit Susanna Jochims, Bekleidungstechnikerin und -gestalterin, Produktentwicklung, gefunden. Sie bietet in der KBS einen Nähkurs an jedem Dienstag von 9.30 bis 12.30 Uhr für die Teilnehmer der Nähwerkstatt an. "Es handelt sich um eine Nähschule", erläutert sie. Sie fange mit den Grundvoraussetzungen an, auch wenn jemand schon Erfahrung hat. "Ich erkläre zunächst den Aufbau einer Nähmaschine, welche Stichtypen und Reißverschlusstechniken es gibt", erläutert Jochims. Erste Aufgabe nach dem Übungsnähen sei dann, ein Kissen mit Hotelverschluss zu nähen. Ziel ist, das jeder schließlich ein Kleidungsstück nähen kann. "Wichtig ist mir, dass alle Teilnehmer die Grundtechniken lernen", betont Susanna Jochims. Deshalb verteilt sie auch Infomaterial und Arbeitsblätter und achtet darauf, dass alle Stiche perfekt sind. Die Teilnehmer sind begeistert von dieser Art der Nähschule. "Es ist ein sehr harmonischer Kursus mit einer wunderbaren Atmosphäre", schwärmt Susanna Jochims. Beim Nähen entstünden mitunter interessante interkulturelle Gespräche.

"Dass es die Nähschule gibt, verdanken wir dem Katholischen Forum, das die Nähwerkstatt unterstützt und es ermöglicht, dass die Teilnehmer kostenlos mitmachen können", erklärt Bärbel Windelen. Nachhaltigkeit ist bei allem ist wichtig, unterstreichen Marion Höver-Battermann vom Katholischen Forum und Susanne Jochims. Gespendete Stoffe werden etwa als Kissen "upcycled" und veredelt. Damit aus den Stoffen auch Kleidungsstücke werden, gehört auch Mode-Designerin Inge Klaus-Bergmann zum Kreativteam.

Quelle: RP
 
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