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Erkelenz
Narren bewiesen Ideenreichtum

Erkelenz: Narren bewiesen Ideenreichtum
Die traditionelle Funkengarde Blau-Weiß der EKG von 1832, Prinzengarde und das Erkelenzer Prinzenpaar hatten bereits gestern ihren großen Auftritt in Kückhoven. FOTO: JÖRG KNAPPE
Erkelenz. Sogar Sonnenschein begleitete die Tulpensonntagszüge der "Japstöck" Kückhoven, der "Lövenicher Hoppesäck" und der "Katzeköpp" Katzem. Heute entscheidet die Sturmstärke, ob Züge starten. Von Anke Backhaus und Katrin Schelter

Das Wetter meinte es gut mit den Jecken, als die ersten Karnevalszüge durch das Erkelenzer Land rollten. Da heißt es: Daumen drücken für den heutigen Rosenmontag. Die Gesellschaften entscheiden nach Wetterlage am Morgen, ob die närrischen Lindwürmer gefahrlos rollen können.

Das jecke Kückhoven. Zwei Termine pro Session sind für das rot-weiße Dörfchen der Japstöck, die gerade närrische 66 Jahre jung geworden sind, fest im Plan der Traditionellen Funkengarde Blau-Weiß der EKG von 1832 verankert. Einmal ist das die Galasitzung, einmal eben der Tulpensonntagszug. Mehr als drei Jahrzehnte alt ist die karnevalistische Freundschaft zwischen Rot-Weiß und Blau-Weiß. Ehrensache, dass die Funkengarde - auch gestern unter anderem wieder begleitet von der Prinzengarde der EKG sowie dem schmucken Prinzenpaar, Prinz Michael I. (Dilkrath) und Prinzessin Ute I. (Mackenstein) - dann mit so gut wie allen Aktiven nach Kückhoven kommt. Kein Wunder, dort kennt man schließlich viele Jecken, so dass man auch während der kleineren Standpausen mit den Leuten am Straßenrand ins Gespräch kommt. Hier hat man sich lange nicht gesehen, kommt über "Wie isset?" kurz in den Plausch, da spricht man auch schon über das demnächst geplante Probetraining des Funken-Tanzkorps am 2. März (19.30 Uhr, Halle der Pestalozzischule am Schulring).

Die besondere Spezialität der männlichen Gardisten: der wie aus dem Nichts gerufene Erkelenzer Schlachtruf "Maak Mött". Und zwar laut. Und zwar in Momenten, wo der Jeck am Straßenrand überhaupt nicht mit diesem Gruß rechnet. Diese kleine Schrecksekunde wurde den Gardisten jedoch noch nie übel genommen. Vielmehr wird dann immer herzlich gelacht.

Mittendrin der Chef vom Ganzen: Kommandant Marcel Friedrich Pangels hat sich am Zugbeginn seinen Platz inmitten der Regimentstöchter gesucht. "Na, machste heute einen auf Regi?", flachsen die Damen charmant mit ihrem hochgewachsenen Kommandanten.

Natürlich bekommen die Funken auch viel mit vom Zuggeschehen. Auch in Funkenkreisen redet man schon längst nicht mehr über den enormen Ideenreichtum der Kückhovener, wenn es um die Kostüme geht, die sie Jahr für Jahr in ihrem Tulpensonntagszug präsentieren. Vielmehr staunt man nur noch. Beispiel Tanzgarde I der Japstöck, die als Fernseher den Zug bereichert. Auch Karussells haben die Kückhovener gebaut. Wie immer ein optischer Hochgenuss.

Am Ende des Zuges, an dem viele Jecken mit tollen Kostümen und Wagen teilgenommen haben, strahlte das Dreigestirn der Japstöck. Mit "Jap Mött" grüßte das Trio, bestehend aus Prinz Wilfried I. (Küppers), Bauer Friedhelm I. (Opheiden) und Jungfrau Josefa I. (Dirk Schleuter) seine Untertanen und genoss den Sessionshöhepunkt in vollen Zügen.

Schon lange vor Zugbeginn trudeln die ersten kostümierten Jecken in Katzem ein. Als es dann endlich losgeht, ist die Stimmung heiter bis feuchtfröhlich. Die Katzeköpp stellen die einzelnen Gruppen vor, die mit ihren bunten und reich verzierten Wagen an der "Mimi Marleen", dem "Elferrats-Flaggschiff" der Katzeköpp in den Farben der KG, vorbeiziehen. Der Zug ist in vollem Gange, und mit lautem Gesang, guter Stimmung und Schunkeln am Straßenrand feiern die Karnevalisten beim traditionellen Katzemer Tulpensonntagszug. Dementsprechend laut und herzlich begrüßten gestern die Besucher am Straßenrand die einzelnen Gruppen, die, angeführt vom Hoppeditz Karl-Heinz Klein, mit ihren Wagen und Fußtruppen durch die Katzemer Straßen zogen. Im Anschluss an das Trommler- und Pfeiferkorps Katzem und die "Katzemer Zootiere" kamen die Matzerather mit dem großen Mottowagen zum "American Football". Die Hetzerather und die Granterather Karnevalshelden folgten als "Looney Tunes" und sorgten auf ihrem Weg für ausgelassene Feierlaune. Auch die "Karnevalsfründe op Joeck" als Vampire, die "Bergbauer" der Landjugend Erkelenz I und die zweite Matzerather Gruppe mit ihrem Peter Pan-Wagen heizten den närrischen Trubel zu ihren Füßen an. Als befreundete KG hatten sich die Katzeköpp erneut die Eierköpp aus Baal mit ins Boot geholt, die sich mit ihrem Senatswagen in den kunterbunten Zug einreihten. Mit von der Partie waren außerdem die Kückhovener "Schneewittchen", die Immerather unter dem Motto "Alice im Wunderland", die Jackerather "Après Ski"-Helden und die Holzweiler Jugend, die mit dem "Formel 1"-Wagen ein Stückchen Nürburgring-Gefühl nach Katzem brachten. Zu guter Letzt durften natürlich auch die Landjugend II, die Katzemer Knallbonbons als Schneemänner und "Uschie's & Friends" aus Wockerath nicht fehlen. Die Jugend- und Juniorengarde der Katzeköpp waren mit einem eigenen kleinen Funkenwagen unterwegs, während die "Knallkatzen", die Showtänzerinnen der Golkrather Knallköpp und der Katzemer Katzeköpp, sich auf einige der übrigen Mottowagen verteilten. Das Schlusslicht bildete der Elferratswagen der KG Katzeköpp.

16 Großwagen begeisterten die Jecken, die zum Feiern nach Katzem gekommen waren. In Anschluss an den Zug ging das närrische Treiben bei der Karnevalsparty im Bürgersaal weiter, wo das DJ-Team aus Heinsberg, das bereits bei der Galasitzung der Katzeköpp das Publikum auf ganzer Linie überzeugte, die Dorfbewohner und Freunde zum Weiterfeiern animierte.

Quelle: RP
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