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Erkelenz
Neue Bücher zu Heimat und Geschichte

Erkelenz: Neue Bücher zu Heimat und Geschichte
Die Bände 29 und 30 in der Schriftenreihe des Heimatvereins der Erkelenzer Lande befinden sich in bester Gesellschaft. Die Bücher werden seit 1981 herausgegeben und beschäftigen sich mal mit einem Thema - wie das neue Buch "Heimat in Literatur, Sprache und Kunst - Annäherung an einen problematischen Begriff" - oder gehen verschiedenen Themen nach - wie der neue Band "Aus der Geschichte des Erkelenzer Landes".
Erkelenz. Der Heimatverein der Erkelenzer Lande hat zwei neue Bücher herausgegeben. Beide beschäftigen sich mit "Heimat", jedoch auf ganz unterschiedliche, sich aber inhaltlich wunderbar ergänzende Weisen. Gestern wurden sie präsentiert. Von Andreas Speen

35 Jahre ist es 2015 her, dass der Heimatverein der Erkelenzer Lande wiederbelebt wurde. Seither wurden 30 Bücher herausgegeben, die sich mit der Heimat und deren Geschichte befassen. Die jüngsten Bände, diesmal sind es zwei auf einmal, wurden gestern vorgestellt. Rechnerisch wird folglich alle 1,16 Jahre ein neuer Band herausgegeben, der Erkelenz und seine Dörfer beleuchtet und durchleuchtet. "Uns alle, die wir dafür Verantwortung tragen, erfüllt dies mit Stolz", stellte Günther Merkens, der Vorsitzende des Heimatvereins, fest.

Herausgeber und Autoren (v.l.): Anke Peters, Helmut Brall-Tuchel, Günther Merkens und Hubert Rütten. FOTO: Heldens/Speen

Band 29 resultiert aus einer wissenschaftlichen Tagung im November vergangenen Jahres. Damals beschäftigten sich Fachleute um Professor Helmut Brall-Tuchel von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit dem Heimatverein der Erkelenzer Lande auf Haus Hohenbusch mit dem Heimat-Begriff. Deren Fachvorträge vereint der neue Band in der Schriftenreihe des Heimatvereins. "Heimat wird in diesem Buch unter so vielen Perspektiven wie möglich betrachtet", sagte gestern Brall-Tuchel. Heimat werde nicht nur bejubelt, sondern durchaus kritisch gesehen. "So hat Professor Dr. Walter Delabar sich mit dem Heimatverlust am Beispiel von zwei Erkelenzern, Wilfried Lörkens und Stephan Pütz, gewidmet, die dem Braunkohlentagebau weichen müssen. Oder der Medienwissenschaftler Irfan Derin stellt aus der Perspektive eines Migranten fest, dass auch Heimatlosigkeit Heimat sein kann."

Band 30 hingegen ist nicht einem Thema gewidmet, sondern bildet verschiedene Aspekte der Regionalforschung ab. Dabei sind die Autoren und deren Ansätze als durchaus sehr unterschiedlich zu beschreiben. So beschreibt Leo Lemmen seine Granterather Kindheit im Zweiten Weltkrieg, erzählt Otto-Berndt Aretz die 180-jährige Geschichte der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG) und schrieben Schülerinnen um Tutorin Janine Geuer über "Toni Marcus - eine ,jüdische Katholikin' in Terheeg". Band 30 versteht sich als Forum für Autoren, welche die Geschichte der Erkelenzer Lande dokumentieren. Herausgeber des Buches ist der Arbeitskreis "Erforschung und Darstellung der Geschichte" im Erkelenzer Heimatverein unter Leitung von Hubert Rütten. Der erklärte die Zusammenstellung der Themen: "Zeitzeugenberichte wie von Leo Lemmen dürfen nicht verlorengehen. Und dass das von den Schülerinnen der Europaschule erarbeitete Thema unbedingt in die Schriftenbände gehört, hatte von vornherein festgestanden." Jacqueline Brockob, Sarah Heyer, Hanna Jakobi, Anja Kremer, Carolin Maurin und Katja Schöpgens waren für ihre Auseinandersetzung mit Toni Marcus beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2013 mit einem dritten Bundespreis geehrt worden, weshalb deren damalige Lehrerin Janine Geuer gestern neuerlich feststellen durfte: "Es freut mich sehr, dass die Arbeit der Schülerinnen durch diese Veröffentlichung eine solche Wertschätzung erfährt."

Dass 30 Bücher in 35 Jahren nur möglich sind, wenn es neben interessanten Themen und engagierten Autoren auch Unterstützer gibt, ließ der Heimatverein nicht unerwähnt. So halfen aktuell unter anderem die Stadt Erkelenz, die Kreissparkasse, die Gesellschaft von Freunden und Förderern der HHU Düsseldorf sowie die Heinrich-Heine-Universität selbst sowie der Landschaftsverband Rheinland und die Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post.

Quelle: RP
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