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Erkelenz
Neues Amtsgericht: Der Rohbau steht

Erkelenz: Neues Amtsgericht: Der Rohbau steht
Nicht mehr lange lässt sich der Rohbau des neuen Amtsgerichts noch unverstellt betrachten. In der kommenden Woche wird mit dem Gerüstbau für die Fassadengestaltung begonnen. Auf der künftige Sitzungsetage, auf der noch Trennwände fehlen, erläutern Bauleiter Christoph Otten (links) und Bernd Klass vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW das Baukonzept. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Die aktuelle Ruhe am Neubau des Amtsgerichts in Erkelenz hat ihren Grund. Die Rohbaufirmen sind abgezogen, nächste Woche beginnt der Gerüstaufbau für die Fassadengestaltung, die Innenarbeiten folgen ab September. Ein Rundgang. Von Angelika Hahn

Der Rohbau des neuen Amtsgerichts gegenüber dem Bahnhof steht. Obwohl die Adresse nach wie vor Konrad-Adenauer-Platz heißt, ist der Platz mittlerweile Vergangenheit. Kein Baulärm, keine Arbeiter. In diesen Tagen herrscht so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm. Das wird sich aber in den kommenden Wochen ändern, erklären der projektverantwortliche Bauleiter Christoph Otten und Bernd Klass, Pressesprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW von der Niederlassung Aachen jetzt bei einem Rundgang mit der RP über die Baustelle.

Ab Montag soll mit der Einrüstung des Betonrohbaus für die Fassadenarbeiten begonnen werden. Ab September startet der technische Innenausbau. Dann werden viele Handwerksfirmen parallel die Baustelle bevölkern, kündigt Otten an - Kontrastprogramm zur aktuellen Ruhe.

Nicht mehr lange lässt sich der Rohbau des neuen Amtsgerichts noch unverstellt betrachten. In der kommenden Woche wird mit dem Gerüstbau für die Fassadengestaltung begonnen. Auf der künftige Sitzungsetage, auf der noch Trennwände fehlen, erläutern Bauleiter Christoph Otten (links) und Bernd Klass vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW das Baukonzept. FOTO: Jürgen Laaser

Der Rohbau, der sich heute als durchlöcherter Würfel auf einem auskragenden Sockel mit Kolonnadengang zur Kölner Straße hin zeigt, werde mit einem Wärmeverbundsystem und Aluminium-Fensterelementen ausgestattet und künftig keine kalt-sachliche Fassade präsentieren, sondern plastische Wirkung entfalten, versprechen die beiden Fachleute vor der Grafik des fertigen Gebäudes. Auch beim Rundgang durch den Rohbau ist derzeit noch Fantasie gefragt.

Den Haupteingangsbereich zur Bahnhofsseite hin prägt jetzt schon der breite Treppenaufgang aus der künftigen Lobby, von der obligatorischen Sicherheitsschleuse mit Wachtmeisterei dort ist natürlich noch nichts zu sehen.

Die Treppe führt in das noch im breiteren Sockelbereich liegende erste Obergeschoss mit den Gerichtssälen. Da die Trockenbau-Innenwände noch fehlen, lassen sich die Zuschnitte der Verhandlungssäle (mit Nebenräumen) noch kaum wahrnehmen: Vier Sitzungsräume für Zivilverfahren (je 45 Quadratmeter groß) und ein Strafgerichtssaal (54 qm) sollen hier entstehen.

Die oberen vier Geschosse des zurückspringenden Bürokubus sind den Büro- und Nebenräumen für die rund 80 Mitarbeiter des Amtsgerichts vorbehalten. Einen separaten Zugang bekommen auf der Rückseite des Erdgeschosses die Räume für den sozialen Dienst der Justiz.

Ein imposanter Rundblick auf die Stadt eröffnet sich von der sechsten Etage, in der die Direktionsräume und die Mitarbeiterkantine entstehen.

"Mittlerweile liegen wir mit den Arbeiten exakt im Zeitplan", betont Otten. Dieser Zeitplan musste allerdings bekanntlich schon korrigiert werden, so dass sich die geplante Eröffnung um ein halbes Jahr zum Sommer 2016 verschieben wird. Nach dem Aushub der Baugrube ab Sommer 2014 ruhten die Arbeiten aufgrund eines Rechtsstreits um die Vergabe von Rohbauarbeiten. Der Streit wurde beigelegt, im Januar dieses Jahres gingen die Arbeiten weiter. Auch der Spatenstich für den Neubau im April 2014 in Anwesenheit von Landesjustizminister Thomas Kutschaty war schon der zweite. 2008 hatte es bereits einen Architektenwettbewerb für den Gerichtsneubau gegeben, den das Berliner Büro Weinmiller gewann. Dann tat sich lange nichts, weil das Geld fehlte.

Mit dem Umzug des Amtsgerichts und der Polizei nebenan (die RP berichtete) eröffnen sich für die Stadt Erkelenz dann auch konkretere Perspektiven zu der seit langem geplanten Umgestaltung des Areals an der Atelierstraße. Die rund 7000 Quadratmeter innerstädtischer Fläche würde die Stadt bekanntlich gerne für den Ausbau des Einzelhandels nutzen.

Quelle: RP
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