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Erkelenz
Neues in der Urologie für 800.000 Euro

Erkelenz: Neues in der Urologie für 800.000 Euro
Ein Gelkissen (vorne) am Behandlungstisch ersetzt die frühere Wasserwanne: Chefarzt Dr. Thomas Fahlbusch (l.) stellte gemeinsam mit Oberarzt Dr. Dietmar Schmitz den neuen ESWL-Steinzerstrümmerer vor. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Das komplette Spektrum des Fachbereichs deckt die Klinik für Urologie am Erkelenzer Krankenhaus ab. Neueste Medizintechnik macht immer schonendere Eingriffe möglich. Bei Harnleiterstents liegt die Klinik deutschlandweit vorn. Von Angelika Hahn

Durch neueste Medizintechnologie werden Diagnostik und Eingriffe auch im Bereich der Urologie immer individueller, genauer und für die Patienten schonender möglich. "Und unser Ziel ist es in Erkelenz, innovativ zu bleiben", sagte Urologie-Chefarzt Dr. Thomas Fahlbusch gestern im Pressegespräch. Für dieses Ziel hat das Hermann-Josef-Krankenhaus in den vergangenen beiden Jahren rund 800.000 Euro in die Urologie investiert. Fahlbusch stellte gemeinsam mit Oberarzt Dr. Dietmar Schmitz gestern gleich ein ganze Handvoll Neuheiten vor, mit denen die Erkelenzer Urologie in der Großregion teilweise einen Spitzenplatz einnimmt.

Neue Ultraschallgeräte, Kameras, Monitore und Prozessoren mit hervorragender Bilddarstellung wurden im gesamten Ambulanzbereich eingerichtet. Ganz vorn dabei rangiert die seit rund einem halben Jahr in Erkelenz bei bereits rund 15 Eingriffen eingesetzte 3D-Technik zur minimalinvasiven Entfernung (Schlüssellochchirurgie") von Nierentumoren und Nierenbeckenplastiken.

"Über feine Kanäle werden Tumore freigelegt und exakt herausgeschält", erläuterte Fahlbusch. Den Operateuren wird durch räumliche Bilddarstellung und hochflexible Sondenkameraköpfe genauestes Arbeiten auch in kleinen Räumen möglich. "Das Endoskop kann quasi um die Ecke gucken", beschreibt Fahlbusch das Hilfreiche der neuen Technik. 280.000 Euro kostete dieses Geräteensemble.

Auch bei der Steinentfernung ermöglichen neue flexible Harnleiterinstrumente - sogenannte Ureterorensoskope zur kompletten Ausspiegelung des Nierenbeckenkelchsystems und der Harnleiter - optimale Ergebnisse. Eine ganze Gruppe neuer Endoskope und Lasersonden (Mini und Ultra-Mini-PCNL) ermöglichen, auch größere Steine "durchs Schlüsselloch" schonend zu zerkleinern und auszuspülen.

Gut angelegtes Geld, wie Verwaltungsleiter Jann Habbinga meint - auch in Bezug auf eine weitere Anschaffung, den Star unter den neuen Urologiegeräten in Erkelenz: einen Steinzertrümmerer der neuesten Generation mit dem Kürzel ESWL (Extrakorporaler Stoßwellenlithotripter), "mit dem wir jetzt", so Fahlbusch "führend in der Region sind". Sogar ausländische Ärzte als Gäste studieren in Erkelenz das neue Ensemble, bei dem ein schlicht wirkendes Gelkissen die früher bei der Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen genutzte Badewanne ersetzt. Dank der neuen Technik haben Fahlbusch und sein Team seit drei Jahren Steine nicht mehr offen, also per Bauchschnitt, entfernen müssen.

Erstaunlicherweise zuletzt erwähnte Fahlbusch den Einsatz von Stents (Gefäßstützen) in Harnleitern, mit denen die Erkelenzer Urologie seit 2012 bereits 55 Patienten erfolgreich behandelt hat und damit deutschlandweit an erster Stelle steht. Hierbei ersetzt ein aus der Herzmedizin bekanntes Verfahren, mit dem kleine Harnleiterbereiche aufgeweitet werden können, die vorher üblichen durchgehenden starren Schienen, die nicht selten zu Komplikationen führten. - Dem gewachsenen Stellenwert der Urologie am Erkelenzer Krankenhaus entspricht eine Ausdehnung der Abteilung in den aktuellen Neubau.

Quelle: RP
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