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Erkelenz
Noch einmal auf der Bühne: Trude Backes

Erkelenz. Für die Mönchengladbacher Kabarettistin Monika Hintsches hatte sich die Leonhardskapelle in Erkelenz restlos gefüllt. Für ihre Paraderolle als Trude Backes erntete sie viel Applaus. Von Daniela Giess

Eigentlich hat sie ihr schwarz-weißes Pepita-Kostüm längst an den Nagel gehängt. Monika Hintsches möchte nicht mehr Trude Backes sein. "Irgendwann lutscht sich so eine Figur mal aus", sagt die Mönchengladbacher Kabarettistin über ihr Alter Ego, das sie 2003 erfand. Als die Erkelenzer Gleichstellungsbeauftragte Elke Bodewein sie anrief, beschloss Hintsches, eine Ausnahme zu machen. "Ich war sehr krank", begründet sie ihren Abschied von ihrer bekannten Paraderolle. "Und ich bin doch immer ganz allein zu den Auftritten durch die Gegend gegurkt."

Diesmal ist sie nicht allein. Pianist Janek Wilholt (28) begleitet sie. Und weit hat sie es auch nicht. Die Leonhardskapelle ist restlos ausverkauft, als Trude Backes in Erscheinung tritt, um erst einmal ihr Publikum in der Erka-Stadt etwas genauer zu begutachten. "Hier ist ja eine schöner als die andere", stellt sie anerkennend fest. Und weiter: "Ihr braucht keine Anti-Ageing-Kur hier in Erkelenz."

Die rheinische Quasselstrippe unterhält ihr Publikum abendfüllend. Erzählt von Ehemann Willi, dessen lautes Schnarchen nachts extrem störend wirkt. Zu ihrem Hausarzt Dr. Baumann, einer echten "Konifere auf seinem Gebiet", hat sie ihn deswegen schon geschleppt. Doch besser geworden ist es nicht. Deshalb wird Willi kurzerhand unter den Damen in den Zuschauerreihen verlost. Wenn auch nur für einen Tag.

Wechseljahrbeschwerden, die starke Müdigkeit beinhalten, Willis stattlicher Bierbauch, die Teilnahme ihrer besten Freundin Fine am katholischen Segeltörn "Mit Gott in einem Boot" - Trude Backes lässt kein Thema aus. Auch nicht die verzweifelte Suche nach neuen Beschäftigungsfeldern, die Willis Rentnerdasein nun mit sich bringt: Trude Backes' Gemahl sortiert Teller und Tassen vor dem Spülen, denkt sich auch möglichst knifflige Fragen für "Wer wird Millionär?" aus, um die neu gewonnene Zeit totzuschlagen.

Mit tiefer, rauchiger Stimme besingt sie den "Neandertaler", den sie sich manchmal wünscht, dann die Klimakatastrophe, dann ihre Kuh namens Anneliese. Das Publikum geht begeistert mit, belohnt die urkomischen Tanz- und Gesangseinlagen mit wohlwollendem Applaus. Dass es Trude Backes eigentlich jetzt schon nicht mehr gibt, macht viele traurig. Aber vielleicht macht Monika Hintsches noch einmal eine Ausnahme. "Die Leute in Erkelenz sind sehr nett, sehr aufgeschlossen", hat sie festgestellt. Mit einem Chanson-Programm mit Titeln unter anderem von Zarah Leander ist die Mönchengladbacherin außerdem unterwegs.

Quelle: RP
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