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Erkelenz
Open(F)Air: fördern, was es schwer hat

Erkelenz. Ein Verein will Nachwuchsbands unterstützen und ihnen Auftrittsmöglichkeiten verschaffen. In Zusammenarbeit mit der Erkelenzer Kultur GmbH wird ein Bandcontest vorbereitet. Barrierefrei und nachhaltig sollen Veranstaltungen sein. Von Angelika Hahn

Seit knapp einem Jahr gibt es im Erkelenzer Land einen neuen Kulturverein. "Open(F)Air" nennt er sich, hat 50 Mitglieder und ist bislang nur Insidern bekannt. Das aber dürfte sich bald ändern. Denn der Verein hat sich auf seine Fahnen geschrieben, Nachwuchsmusiker und Newcomerbands zu Auftritten zu verhelfen und sie langfristig zu unterstützen. "Das Konzept von ,Open(F)Air' hat die städtische Kultur GmbH überzeugt", sagt der Kulturmanager Christoph Stolzenberger, so dass die GmbH den Verein nun bei einem Bandcontest unterstützt, der am 19. März in der Erkelenzer Stadthalle über die Bühne gehen soll.

Und weitergehen wird die Zusammenarbeit mit einem Open-Air-Festival im September 2016 auf dem Franziskanerplatz (bei schlechtem Wetter in der Stadthalle), bei dem die Sieger des Contests auftreten sollen, und nicht nur sie. Geplant sei auch, schon arrivierte Bands für das Event zu gewinnen, sagt Björn Krichels, 1. Vorsitzender des Vereins.

Doch als Erstes steht der Contest im Fokus, für den sich ab sofort Interessenten bewerben können. Es gibt eine Internetseite des Vereins, Flyer und Plakate seien in Arbeit, sagt der 27-jährige Erkelenzer, der mit Esther Schmitz und seiner Frau Frauke Krichels-Mahler den Vorstand von "Open(F)Air" bildet.

Das Wortspiel des Vereinsnamens verweist aber noch auf ein anderes Anliegen der "Open(F)Air"-Aktiven. Ökologie und Nachhaltigkeit sollen bei Musikveranstaltungen des Vereins eine wichtige Rolle spielen. "Berge von Müll, die das Bild vieler Open-Air-Konzerte und Festivals prägen, wird es bei uns nicht geben", kündigt Krichels an. "Auch Inklusion ist uns ganz wichtig", sagt er. Alle Veranstaltungen sollen barrierefrei für Menschen mit Behinderung zugänglich sein. Auch das Bandförderkonzept schließt behinderte Musiker ausdrücklich ein.

Bei eigenen privaten Gartenkonzerten, die ihn mit etlichen Newcomerbands in Kontakt brachten, habe sich die Idee zu dem gemeinnützigen Verein entwickelt, erzählt Krichels. Die Vereinsmitglieder, derzeit im Altersspektrum zwischen 18 und 58, kommen aus Erkelenz, dem Kreisgebiet und dem Großraum Mönchengladbach. Der Verein hat das Ziel, ein Netzwerk von (Nachwuchs-)Bands aufzubauen und zu unterstützen, mit und für sie Auftritte zu organisieren und Sponsoren zu gewinnen. Weitere Mitstreiter - als Aktive oder Förderer - sind willkommen.

Zielgruppe des Contestes sind "Bands aller Musikrichtungen, die mindestens 15 Minuten Bühnenprogramm füllen können, eigene Songs spielen und noch keinen Plattenvertrag haben", schreibt der Verein. Stolz ist "Open(F)Air", in der Kultur GmbH einen "starken Partner" gefunden zu haben, der den Leitgedanken "Fördern, was es schwer hat" ernst nimmt. "Wir werden versuchen, in Erkelenz eine neue Musikkultur zu etablieren", schreibt der Verein in seiner Vorstellung. "Nachwuchsförderung und Musikveranstaltungen barrierefrei und nachhaltig zu realisieren, ist unser Ziel."

Quelle: RP
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