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Erkelenz
Orgel und Trompete in feinem, lebendigen Dialog

Erkelenz. Venrather Kirche: Konzert mit Kantor Stefan E. Knauer an der überarbeiteten Orgel und Trompeter Waldemar Jankus. Von Angela Wilms-Adrians

Festlich leuchtende Klangbilder prägten das erste Konzert nach der umfassenden Renovierung der Venrather Kirche St. Valentin. Im Verbund mit dem Mönchengladbacher Trompeter Waldemar Jankus reagierte der Erkelenzer Kantor Stefan Emanuel Knauer so entschieden "Mit Trompetenschall und Orgelklang" auf das erneut strahlend frische Innenleben des Sakralbaus an der Herrather Straße.

Die Orgel als Königin der Instrumente und die für ihren festlichen Klang bekannte Trompete waren bewusst gewählt worden, um die Renovierung wie auch zugleich die klangliche und technische Überarbeitung der Mönch-Orgel zu feiern. Das verriet Pfarrer Dr. Roland Scheulen, der sich in der Begrüßung über einen guten Besuch freute und darin die Wertschätzung für die Kirchenmusik vor Ort erkannte. Er verriet auch, dass die Werkauswahl nahezu vollständig der Barockmusik entnommen sei, um nach der neuen Intonation die süddeutsche Klangfarbe der Orgel bestens zur Geltung kommen zu lassen. Die einzige Ausnahme zwischen Kompositionen von Tomaso Albinoni, Louis Marchand, Antonio Vivaldi, Johann Pachelbel, Johann Melchior Molter und Georg Philipp Telemann war die "Toccata d-Moll opus 108" des 1924 verstorbenen Komponisten Albert Renaud.

"Ich wollte mit Renaud die französischen Ressourcen dieser Orgel dokumentieren. Auch das geht sehr überzeugend", erklärte Knauer im Anschluss an das Konzert. Wie zutreffend diese Einschätzung ist, hatte der Organist zuvor im souveränen, mitreißenden und ausdrucksvollen Spiel zur farbigen Registrierung bewiesen.

Zentral positioniert war Pachelbels Partita "Was Gott tut, das ist wohlgetan", ebenfalls für Orgel solo. Knauer führte das Thema schlicht ein, um dann in feinen Nuancen, filigranen Folgen und festlich schreitender Fülle eindrucksvolle Gestaltungsfreude zu entfalten.

Das Gros der aufgeführten Kompositionen gehörte der Duo-Besetzung. Zum Auftakt wählten Jankus und Knauer Albinonis Sonate in C. Festlich hell und mit berührender Leichtigkeit servierten die Interpreten die flankierenden raschen Sätze, wohingegen der Organist behutsam den ernsten Charakter des Grave davon beinahe mahnend absetzte.

Jankus ließ sein Instrument zu den aufgeführten Werken jubilierend funkeln. Gekonnt vereinte er Anmut und Strahlkraft. Das Duo zelebrierte feine Dialoge wie auch den lebendigen Wettstreit. Zu Telemanns Konzertsonate fand die musikalische Veranstaltung einen festlich freudigen Abschluss, der mit sehr herzlichem Applaus belohnt wurde.

Quelle: RP
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