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Erkelenz
Pestalozzischule ist nach 49 Jahren geschlossen

Erkelenz: Pestalozzischule ist nach 49 Jahren geschlossen
2013: ein gemeinsames Kunstprojekt der Pestalozzischule mit dem Cornelius-Burgh-Gymnasium. FOTO: Laaser (Archiv)
Erkelenz. Die Schulgemeinde verabschiedete sich in einer internen Zeremonie. Die zuletzt verbliebenen Schüler wechseln zur Hauptschule Erkelenz oder Peter-Jordan-Schule in Hückelhoven. Von Andreas Speen

Die Pestalozzischule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen in Erkelenz, ist nach fast 50 Jahren aufgelöst worden. Die Schulgemeinde schloss sie in einer internen Zeremonie symbolisch ab. Christiana Roob, die kommissarische Leiterin der Pestalozzischule, begrüßte in der Aula die zuletzt verbliebenen 17 Schüler, deren Eltern und Erziehungsberechtigten, viele ehemalige Kollegen sowie Mitarbeiter und Vertreter des Schulträgers: "Es ist schön, dass Sie unserer Einladung zur Schließungszeremonie gefolgt sind und diesem Ereignis einen würdigen Rahmen geben, auch wenn wir uns das alle anders gewünscht hätten."

2006: Schüler der Pestalozzischule überreichen Bürgermeister Peter Jansen eine blau-weiße Möhne für sein Amtszimmer. FOTO: Laaser (Archiv)

Nordrhein-Westfalen hatte zum Schuljahr 2014/2015 die UN-Behindertenkonvention der inklusiven Bildung und Erziehung im Schulgesetz für allgemeinbildende Schulen als Regelfall verankert und zugleich die Verordnung über die Mindestgröße von Förderschulen geändert. Als sich diese Neuerungen im Jahr 2013 abzeichnet und für die Pestalozzischule abzusehen war, dass die Schülerzahl nicht erreicht werden würde, schlug Erkelenz einen Umbau der Schullandschaft vor, der 2014 vom Stadtrat mehrheitlich gebilligt wurde. Ab dem Sommer desselben Jahres wurde daraufhin die Förderschule jahrgangsweise aufgelöst und die Schüler mit Förderbedarf an der Hauptschule integriert, die dafür in eine Schwerpunktschule umgewandelt wurde. Die beiden Schulleiter hatten dies vorgeschlagen.

Christiana Roob betonte in ihrer Abschlussrede, dass das Kollegium sich zu jeder Zeit besonderen Herausforderungen gestellt, Konzepte entwickelt und Kooperationen ermöglicht hat, damit eine bestmögliche Förderung für alle Kinder und Jugendlichen möglich wurde. Sie wünschte den Kollegen, an all den unterschiedlichen Standorten, an denen sie künftig tätig sein werden, einen guten Start, gutes Gelingen und pädagogisches Geschick, ihre sonderpädagogische Expertise einzubringen. Zuvor dankte sie auch allen Mitgliedern der Schulgemeinde, allen kooperierenden Schulen und dem Schulträger, der die Belange der Schule immer im Blick hatte. "Mit dem heutigen Tag enden alle diese guten und gewinnbringenden Kooperationen, denn die Pestalozzischule schließt ihre Pforten - zumindest als Förderschule der Stadt Erkelenz. Eine 49-jährige Ära geht zu Ende, das 50-jährige Jubiläum haben wir knapp verfehlt", erklärt Christiana Roob in einer Pressemitteilung.

2007: Grundsteinlegung zur Erweiterung der Pestalozzischule mit unter anderen Schulleiterin Marianne Schardt (2.v.l.) und Christiana Roob (r.). FOTO: Laaser (Archiv)

Durch das Schließungsprogramm führte Liselotte Jopen, die zugleich in den Ruhestand verabschiedet wurde. "Beeindruckend präsentierte die Schulband mit ihren Sängern Hannah, Celina und Niclas die Songs ,Musik sein' und ,Schule vorbei'", berichtet Roob aus der Schließungszeremonie. Neben diesem starken Musikprogramm seien die besonderen Leistungen und herausragenden Stationen "49 Jahre Pestalozzischule" in Bildern, Fotos und Presseartikeln dem Publikum dargestellt worden.

Sabine Göbel und Liselotte Jopen präsentierten die Stärken der "verbliebenen" Schüler, die nach den Sommerferien gemeinsam an die Peter-Jordan-Schule in Hückelhoven und an die Hauptschule Erkelenz wechseln, und überreichte ihnen einen Überlebenskoffer mit unter anderen Trostpflaster, Geduldsfäden, Seilen wie Draht und Nervennahrung.

Zum Abschied sangen alle Schüler "Wir sind groß" und ließen ihre Wunschluftballons für die Zukunft in die Lüfte steigen. Und die verbliebenen Lehrer hängten ihre Schulschlüssel an ein Schlüsselbrett und gaben dieses an den Schulträger zurück.

Quelle: RP
 
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