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Erkelenz
Pipeline-Plan von Rurich über Lövenich nach Wockerath

Erkelenz: Pipeline-Plan von Rurich über Lövenich nach Wockerath
Für den Bau der Erdgaspipeline benötigt Zeelink einen 34 Meter breiten Arbeitsstreifen, der nach drei bis sechs Monaten wieder dem Eigentümer übergeben wird. FOTO: Open Grid Europe
Erkelenz. Unternehmen zeigt Trassendetails - die mehr als 200 Kilometer lange Erdgas-Pipeline Zeelink, die ab 2019/2020 von Aachen kommend gebaut werden soll, soll durch Hückelhoven und Erkelenz führen. Von Andreas Speen

Auf einer Länge von rund zwölf Kilometern soll im Jahr 2020 eine Gaspipeline über Hückelhovener und Erkelenzer Stadtgebiet verlegt werden. Sie kommt von der belgisch-deutschen Grenze bei Aachen und führt bis ins niedersächsische Legden bei Ahaus. Das Unternehmen Open Grid Europe, welches das Zeelink genannte Projekt vorbereitet, stellte in Erkelenz am Dienstagabend Details zum Streckenverlauf vor.

L-Gas, das Erdgas mit niedrigerem Brennwert als H-Gas, geht bis zum Jahr 2030 zur Neige. Deshalb müssen das Pipeline-Netz wie berichtet auf H-Gas umgestellt und der Westen Deutschlands an das belgische Netz sowie den Hafen in Zeebrügge angeschlossen werden. Der Fernnetzbetreiber Open Grid Europe plant deshalb eine 215 Kilometer lange Fernleitung. Diese soll ab 2021 die Versorgung von Millionen Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden mit Erdgas sicherstellen. Nachdem der Betreiber vergangenes Jahr bei Bürgerversammlungen, von denen eine ebenfalls in Erkelenz stattgefunden hatte, noch Streckenvarianten präsentiert hatte, steht nun der Verlauf fest. Die Bezirksregierungen in Köln und Münster haben dazu kürzlich, wie berichtet wurde, mit positiver Bewertung das Raumordnungsverfahren beendet. "Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, das wir einen Trassenverlauf in einem 600 Meter breiten Korridor haben und mit den Eigentümern und Pächtern in Gespräche treten können", erläuterte Helmut Roloff, Zeelink-Pressesprecher, in Erkelenz. Von denen waren mehr als 80 in die Stadthalle gekommen, um sich zu informieren. Roloff schilderte das weitere Verfahren: "Erst 2018 wird es zum Planfeststellungsverfahren kommen, und erst dann wird über die Trasse endgültig entschieden. Zuvor haben wir nun Detailfragen zu klären. Unser Ziel ist es dabei, bei der Trassenplanung möglichst wenige Eigentümer zu belasten und den Flächenverbrauch zu minimieren."

Verlegt werden dürfte die Gaspipeline in mehreren Bauabschnitten. Etwa drei bis sechs Monate könnte die Bauzeit auf den jeweiligen Baustellen betragen, wozu Roloff erklärte: "So lange würden wir beispielsweise die Fläche eines Landwirts benötigen. Er erhält dafür eine einmalige Zahlung, und natürlich entschädigen wir auch dessen Ernteausfälle." Liegen werde das Rohr anschließend 1,20 Meter unter der Bodenkante, so dass der Landwirt die Fläche wieder nutzen könne. Der Rheinische wie der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband haben über das angestrebte Verfahren mit der Zeelink-Projektgesellschaft vor eineinhalb Monaten bereits eine Rahmenvereinbarung geschlossen.

Von Linnich soll die Pipeline südlich von Rurich auf Hückelhovener Stadtgebiet ankommen und dort unter der Rur durchgeführt werden. Über das dafür notwendige bauliche Verfahren sei noch zu beraten, sagte Roloff. Weiter geht es zunächst westlich und anschließend nördlich an Rurich vorbei. Südlich von Baal soll dann die B 57 gequert werden. Von dort wird die Leitung auf Erkelenz-Lövenich zugeführt, biegt dann kurz vor dem Ortseingang auf eine bestehende Pipeline-Trasse in Richtung Bellinghoven ab. Dort wird die L 366 unterquert, um die Rohrleitung östlich am Dorf vorbei zu legen. Danach geht es unter die L 19 und parallel des sich anschließenden Feldwegs nach Wockerath. Nördlich dieses Dorfes soll die Pipeline auf ihrer weiteren Strecke entlang des Wockerather Fließes geführt und kurz vor Kaulhausen zur Kreisstraße 30 abgeschwenkt werden. An der entlang geht es bis zur K 19, die nach Mönchengladbach-Herrath führt. Die Autobahnen 46 und 61 sollen bei Mönchengladbach-Wanlo unterquert werden.

"Noch planen wir innerhalb eines 600 Meter breiten Korridors, letztlich benötigt wird jedoch nur ein 34 Meter breiter Arbeitsstreifen", unterstrich Helmut Roloff bei der Bürgerversammlung in der Erkelenzer Stadthalle, dass nicht alle Flächen, die derzeit denkbar seien, tatsächlich auch benötigt würden.

Quelle: RP
 
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