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Erkelenz
Radiogottesdienst aus Schwanenberg

Erkelenz: Radiogottesdienst aus Schwanenberg
Durch eine historische Familie aus Genhof geht ein Riss. Der eine Sohn will Reliquienhändler werden (Tobias Moulen, stehend), während ein anderer Sohn sich dem neuen Glauben anschließen will. FOTO: Alexandra Gedak
Erkelenz. Jugendliche, die zuletzt erfolgreich das Theaterstück "Anders glauben" auf die Bühne gebracht haben, sind mit Pfarrer Robin Banerjee eingeladen worden, am Sonntag den Radiogottesdienst im Deutschlandfunk zu gestalten. Von Andreas Speen

Minutiös ist wie für die Theateraufführungen von "Anders glauben" wieder alles vorbereitet, damit der Deutschlandfunk am Sonntag von 10.05 bis 11 Uhr seinen Radiogottesdienst aus der evangelischen Kirche in Schwanenberg senden kann. Alle Texte sind vorbereitet, und Sequenzen aus dem Theaterstück von Peter Schanz, das viele Jugendliche im Juni in Schwanenbergs evangelischer Kirche mehrfach erfolgreich aufgeführt hatten, sind für diesen besondere Gottesdienst bereits ausgesucht und von einem Tontechniker aufgenommen worden.

Samstagabend, wenn der 15 Meter lange Übertragungswagen aufgestellt und eine gesonderte ISDN-Leitung von der Telekom verlegt worden ist, steht nur noch eine Generalprobe an, bevor am Sonntag rund 60 Gemeindeglieder ihr Wort und ihren Gesang an die Radiohörer richten werden. So viele Menschen sind an diesem Gottesdienst beteiligt. Der 40-köpfige Kirchenchor der Gemeinde singt, und 15 Jugendliche sprechen über ihren Glauben und tragen (die aufgezeichneten) Passagen aus dem Theaterstück zum Reformationsjubiläum und zur Reformation vor 500 Jahren konkret vor Ort vor. Pfarrer Robin Banerjee gestaltet den liturgischen Rahmen, während Gudrun Moulen, die dem Presbyterium und Chor angehört und deren Kinder in der Theatergruppe sind, moderiert; ihre Texte stammen von Titus Reinmuth, der Pfarrer und Rundfunkbeauftragter für die evangelische Kirche beim WDR ist und der die Idee hatte, das Theaterstück "Anders glauben" in Ausschnitten in einem Radiogottesdienst zu präsentieren.

Der Gottesdienst wird den Satz "Alles hat seine Zeit" in den Mittelpunkt rücken, der in dem Reformationstheater öfter fällt. Gemeint ist, die Umwälzungen ruhig auf sich zukommen zu lassen, aber gefasst zu sein auf den Moment, wenn sie vor Ort ankommen. So wie in einer Familie aus Genhof, die in dem Stück vorkommt, deren einer Sohn Reliquienhändler werden will und deren anderer Sohn sich dem neuen Glauben anschließen will. "Wir haben einige Szene ausgesucht, die in den Radiogottesdienst einfließen", erzählt Banerjee über dessen Vorbereitung. Die Übergänge werden moderiert, um den Zuhörern einen vollständigen Einblick in das Stück zu geben, ohne es in Gänze vorzutragen: "Zentrales Element wird dabei die Stelle sein, an der sonst die Predigt steht. Dann werden neun jugendliche Schauspieler und ich darüber sprechen, wo uns heute Glaube hilft - auch wenn die Zeiten schlecht sind." Damit solle die Brücke zwischen dem Reformationstheater und der Jetztzeit geschlagen werden.

Die Theaterszenen wurden vergangenen Sonntag auf Band aufgenommen. Konzentriert war die Arbeit, erzählt Banerjee, die Jugendlichen hätten aber auch zugleich ihre Texte lebendig präsentiert: "Jetzt freuen wir uns alle nur noch auf den i-Punkt auf dieses tolle Theaterprojekt zur Reformation und darüber, dass es damit auch noch einmal für die Zukunft konserviert wird."

Denn: Der Gottesdienst kann live am Radio und über das Internet verfolgt werden, darüber später aber noch nachgehört, heruntergeladen und auf der Festplatte des eigenen Computers gespeichert werden.

Quelle: RP
 
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